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Brauschweiger Karnevalsumzug abgesagt: Polizei erhielt ganz konkreten Terrorhinweis

Braunschweiger Karnevalsumzug abgesagt  

Polizei erhielt ganz konkreten Terrorhinweis

15.02.2015, 15:11 Uhr | dpa

Brauschweiger Karnevalsumzug abgesagt: Polizei erhielt ganz konkreten Terrorhinweis . Leere Straßen und Plätze in Braunschweig: Nach konkreten Anschlagshinweisen wurde der Karnevalsumzug abgesagt. (Quelle: dpa)

Leere Straßen und Plätze in Braunschweig: Nach konkreten Anschlagshinweisen wurde der Karnevalsumzug abgesagt. (Quelle: dpa)

Die Polizei in Braunschweig hat sehr konkrete Hinweise auf einen terroristischen Anschlag während des Karnevalsumzugs erhalten. Aus "zuverlässigen Staatsschutzquellen" sei bekannt geworden, dass eine "konkrete Gefährdung durch einen Anschlag mit islamistischem Hintergrund" vorliege, teilte Polizeipräsident Michael Pientka auf einer Pressekonferenz mit.

Man habe die Hinweise gestern Abend nach 22 Uhr erhalten und die ganze Nacht überprüft. Am frühen Morgen habe man sich dann entschieden, den Umzug abzusagen.

Demnach sollen sich "verdächtige Gegenstände" im Bereich von Altstadtmarkt und Bohlweg befunden haben. Die Beamten hätten Sprengstoffhunde eingesetzt. Es seinen jedoch keine Sprengsätze oder dergleichen gefunden worden. Es habe sich um einen Karton in einer Mülltonne gehandelt sowie um einen "auffällig abgelegten Gegenstand, der an dem Ort nichts zu suchen hatte", so Pientka.

Der vermeintliche Anschlag soll von Attentätern mit islamistischem Hintergrund geplant worden sein. Man habe eine Sonderkommission eingerichtet und ein Strafverfahren wegen Vorbereitung einer staatsgefährdenden Straftat eingeleitet. Nach der Person, die die Hinweise gegeben hatte, werde nicht gefahndet, betonte der Polizeipräsident. Über die Anzahl der Personen, gegen die ermittelt würde, wollte weder Polizei noch Staatsanwaltschaft eine Aussage treffen.

Besucher sollen zu Hause bleiben

Am späten Vormittag hatte die Braunschweiger Polizei alle Besucher des Karnevalsumzugs gebeten, "die Umzugsstrecke nicht aufzusuchen beziehungsweise gar nicht erst die Reise nach Braunschweig anzutreten".

Die deutschen Sicherheitsbehörden stünden im engen Austausch mit den dänischen Kollegen. Da die Ermittlungen in Dänemark noch liefen, sei es aber noch zu früh, um genauere Rückschlüsse für Deutschland zu ziehen. Bei den Attentaten in der dänischen Hauptstadt waren zwei Menschen getötet und fünf verletzt worden, bevor die Polizei den mutmaßlichen Täter am frühen Sonntagmorgen erschoss.

Größter Umzug im Norden

Der Umzug hätte eigentlich heute um 12.20 Uhr beginnen sollen. Nach Angaben der Veranstalter ist er der größte Karnevalsumzug in Norddeutschland. Etwa 250.000 Besucher waren zu dem Spektakel erwartet worden. Etwa 4500 Teilnehmer sollten aktiv dabei sein, rund 100 Motivwagen waren geplant. Die Veranstaltung hätte unter dem Motto "Mit Lebensfreud und Fastnachtstrubel feiert die Region Schoduvel" stehen sollen.

Die Polizeidirektion habe die Entscheidung zur Absage des Zugs nach Abstimmung mit Oberbürgermeister Ulrich Markurth (SPD) und Zugmarschall Gerhard Baller getroffen, hieß es in einer Erklärung der Polizei.

Markurth sprach von einem "traurigen Tag für unsere Stadt". Es sei auch "ein trauriger Tag für unsere demokratische Gesellschaft", sagte der Oberbürgermeistere zu NDR.de. "Die Einschätzung der Polizei ließ eine andere Entscheidung allerdings nicht zu." Die Musikzüge sollten nun ab 14 Uhr in der Stadthalle auftreten. "Wir werden weiter Karneval feiern", sagte der Oberbürgermeister. Die Sicherheit in der Stadthalle sei überprüft worden, so der Polizeipräsident bei der Pressekonferenz.

Ministerium weiß von nichts

Unmittelbar vor der Absage hatte das Bundesinnenministerium mitgeteilt, man sehe nach den Anschlägen von Kopenhagen derzeit keine erhöhte Terrorgefahr in Deutschland. Es gebe nach wie vor eine abstrakt hohe Gefährdung, sagte eine Sprecherin des Ministeriums. "Wir haben aber keine konkreten Hinweise auf Anschlagsplanungen in Deutschland", betonte sie. "Die Lage ist unverändert."

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