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Terrorverdacht in Hessen: LKA sagt Radrennen in Frankfurt ab

Nach Bombenfund  

LKA sagt Radrennen in Frankfurt ab

01.05.2015, 08:09 Uhr | t-online.de, dpa

Terrorverdacht in Hessen: LKA sagt Radrennen in Frankfurt ab. Ermittler durchsuchen das Apartment des Mannes und der Frau im hessischen Oberursel. (Quelle: Reuters)

Ermittler durchsuchen das Apartment des Mannes und der Frau im hessischen Oberursel. (Quelle: Reuters)

Nach dem Bombenfund bei einem Ehepaar in Oberursel ist das für den 1. Mai geplante internationale Radrennen in Frankfurt abgesagt worden. Die Eheleute wurden festgenommen. Wie sich herausstellte, ist der Mann bereits häufiger polizeilich in Erscheinung getreten.

Die Absage des Radrennens erklärte das hessische Landeskriminalamt (LKA). Hinweise auf eventuelle Gefährdung der Bevölkerung seien der Grund. Der Verdächtige soll sich in den letzten Tagen vermehrt an der Strecke des am 1. Mai traditionell bevorstehenden Radrennens aufgehalten haben. "Die Verdachtslage hatte sich zugespitzt", sagte der Leiter der Staatsanwaltschaft Frankfurt, Albrecht Schreiber.

Der 35-Jährige sei dabei beobachtet worden, wie er ein Waldstück in der Nähe von Oberursel erkundete. Ausgerechnet dort, wo das Rennen "Rund um den Finanzplatz Eschborn-Frankfurt" vorbeiführen soll.

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Rohrbombe war funktionstüchtig

"Nach all dem was wir wissen zum jetzigen Zeitpunkt, haben wir einen Anschlag verhindert", sagte Polizeipräsident Stefan Müller bei einer Pressekonferenz. Ob es sich um Einzeltäter oder eine Terrorzelle handelt, wollten die Ermittler nicht sagen.

Auch nach den Worten des hessischen Innenministers Peter Beuth (CDU) gab es Anschlagspläne. Dies habe die Durchsuchung der Wohnung des Paars bestätigt. Weitere Details wollte Beuth nicht nennen. Der Chef der Innenministerkonferenz der Länder, Roger Lewentz (SPD), sprach ebenfalls von einem vereitelten Anschlag. "Gratulation nach Hessen, dass es gelungen ist, einen Terroranschlag zu verhindern", sagte der rheinland-pfälzische Innenminister in Mainz.

Zuvor hatte die Staatsanwaltschaft in Frankfurt bestätigt, dass bei der Durchsuchung, die seit dem Morgen um vier Uhr durchgeführt wurde, eine selbst gebaute, funktionsfähige Rohrbombe gefunden worden sei.

Verbindung zur Sauerland-Gruppe

Der festgenommene Mann sei deutscher Staatsbürger mit türkischen Wurzeln, die Frau (34) Türkin. Beide schweigen demnach. Die Vernehmungen dauern aber noch an.

Ein Spezialeinsatzkommando (SEK) nahm den Mann am späten Mittwochabend außerhalb seiner Wohnung fest. Die Frau wurde anschließend innerhalb der Wohnung gestellt. Das Paar hat zwei Kleinkinder, die in die Obhut des Jugendamtes übergeben wurden. Der männliche Verdächtige sei bereits vielfältig mit dem Gesetz in Konflikt gekommen. Er sei in der Vergangenheit wegen verschiedener Delikte 15 Mal auffällig geworden, sagte Müller, darunter Körperverletzung, Einbruch, Beleidigung, Bedrohung anderer Menschen und Verstoß gegen das Waffengesetz.

In der Wohnung seien unter anderem auch ein Sturmgewehr, Brennspiritus, ein Übungsgeschoss für eine Panzerfaust und 100 Schuss scharfe Munition gefunden worden. Der Verdächtige soll vor Jahren Verbindung zur Sauerland-Gruppe, die 2007 Anschläge geplant hatte, gehabt haben. Er habe auch aktuelle Verbindungen zur Salafisten-Szene im Rhein-Main-Gebiet.

Verdächtiger Einkauf unter falschem Namen

Das Paar ist bereits seit einigen Tagen von einem mobilen Einsatzkommando observiert worden. Die 34-Jährige und ihr Mann, ein studierter Chemiker, waren ins Visier der Sicherheitsbehörden geraten, nachdem sie Ende März in einem Frankfurter Baumarkt eine ungewöhnlich große Menge Wasserstoffperoxid und Spiritus gekauft und dabei einen falschen Namen angegeben hatten. Seit Mitte des Monats sei ein Ermittlungsverfahren gegen den Mann gelaufen und es habe Observierungen gegeben.

Wasserstoffperoxid ist bei terroristischen Gruppen als Grundlage für Sprengstoff beliebt. Drei Liter der Flüssigkeit wurden bei der Durchsuchung der Wohnung gefunden.

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