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BND-Affäre: Neue Listen mit 459.000 Suchbegriffen aufgetaucht

BND-NSA-Affäre weitet sich aus  

Neue Listen mit Suchbegriffen aufgetaucht

22.05.2015, 13:40 Uhr | dpa

BND-Affäre: Neue Listen mit 459.000 Suchbegriffen aufgetaucht. In der Affäre um die Zusammenarbeit des BND mit dem US-Geheimdienst NSA sind neue und bisher unbekannte Listen mit Suchbegriffen aufgetaucht. (Quelle: dpa)

Radarkuppeln in Bad Aibling (Bayern) auf dem Gelände der Abhörstation des Bundesnachrichtendienstes (BND). (Quelle: dpa)

In der Affäre um die umstrittene Zusammenarbeit des Bundesnachrichtendiensts (BND) mit dem US-Geheimdienst NSA sind neue Listen mit Suchbegriffen aufgetaucht. Das berichtet "Spiegel Online". Auf BND-Rechnern in Pullach hätten Beamte in den vergangenen Wochen demnach bislang unbekannte Dateien mit amerikanischen Spähzielen aufgespürt.

Die nun identifizierten Dateien aus den Jahren 2005 bis 2008 umfassten insgesamt 459.000 sogenannte Selektoren. Mit diesen sollten unter anderem europäische Institutionen, hochrangige politische Persönlichkeiten sowie Regierungen und Firmen im Ausland ausspioniert werden. Nur 400 Selektoren seien den Angaben zufolge von BND-Mitarbeitern aussortiert worden. Ob das auch wirklich passiert sei, sei nicht festzustellen, berichtet die "Süddeutsche Zeitung" (SZ).

Europäische Partner fast ein Jahrzehnt abgehört

Die neuen Daten deuteten darauf hin, dass die NSA mit Hilfe des BND einige Einrichtungen fast ein Jahrzehnt abgehört hat. Keine der ausspionierten Firmen sei in Deutschland ansässig, so die "SZ" weiter. Auch seien keine Dateien mit der deutschen Vorwahl 0049 gefunden worden. Bei den Listen handele es sich um Telefon- und Faxnummern sowie E-Mail-Adressen. IP-Adressen seien nicht darunter gewesen.

US-Interesse an europäischen Rüstungsunternehmen

Die neuen Dateien zeigten, dass das Interesse der Amerikaner an Wirtschaftsunternehmen womöglich weitaus größer war, als bislang angenommen. Bisher war lediglich bekannt, dass die Rüstungsunternehmen EADS und Eurocopter sowie französische Diplomaten von der NSA mit Hilfe des BND überwacht werden sollten.

BND-Chef wiegelt ab

BND-Chef Gerhard Schindler widerspricht laut "SZ"-Bericht den neuen Erkenntnissen. Mit den Selektoren seien nur Daten aus der Satellitenerfassung etwa in Afghanistan durchpflügt worden. Ihm "fehlte die Phantasie", dass darin Telekommunikation europäischer Institutionen enthalten sein könnte.

Schindler hatte am Donnerstag vor dem NSA-Untersuchungsausschuss des Bundestages eingeräumt, dass die von der NSA übermittelten Suchkriterien für die abgefangenen Daten der Abhörstation in Bad Aibling nicht ausreichend überprüft worden seien. Er verteidigte dennoch eindringlich die Kooperation mit der NSA: "Wir sind abhängig von der NSA und nicht umgekehrt", sagte Schindler. Er warnte vor einer Beschädigung der internationalen Geheimdienstkooperation. Erste Partnerdienste in Europa prüften die Zusammenarbeit mit dem BND bereits.

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