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Neue Spezialeinheit für den Anti-Terror-Kampf startet

Auf Großfahndungen getrimmt  

Neue Spezialeinheit für den Anti-Terror-Kampf startet

16.12.2015, 07:57 Uhr | dpa, t-online.de

Neue Spezialeinheit für den Anti-Terror-Kampf startet. Einsatz der bisherigen Spezialeinheit "BFE". (Quelle: dpa)

Einsatz der bisherigen Spezialeinheit "BFE". (Quelle: dpa)

Eine neue Spezialeinheit der Bundespolizei soll die bestehenden Sicherheitskräfte künftig bei großen Anti-Terror-Einsätzen unterstützen. Die erste Teileinheit mit einer Stärke von 50 Einsatzkräften nimmt an diesem Mittwoch am Bundespolizei-Standort in Blumberg bei Berlin ihre Arbeit auf.

Die Spezialeinheit trägt den etwas sperrigen Namen "BFE+" (Beweissicherungs- und Festnahmeeinheit plus). Hintergrund ihrer Gründung ist der Terroranschlag auf das Satiremagazin "Charlie Hebdo" in Paris im Januar dieses Jahres. Unter dem Eindruck des Attentats und der breit angelegten Fahndung der französischen Sicherheitskräfte hatte Innenminister Thomas de Maizière (CDU) analysieren lassen, wie Deutschland auf einen solchen Fall vorbereitet ist. Heraus kam, dass nachgebessert werden müsse. 

Für große Fahndungsaktionen geschult

So hatten Polizei-Gewerkschafter moniert, dass deutsche Polizisten gegen den Beschuss mit Sturmgewehren vom Typ Kalaschnikow nicht gewappnet seien. Zudem fehlten Beamte, die speziell für Anti-Terror-Einsätze ausgebildet sind. De Maizière entschied, eine neue Spezialeinheit bei der Bundespolizei aufzubauen.

Die neue Truppe soll anders als die Eliteeinheit GSG9 der Bundespolizei für tagelange, groß angelegte Fahndungsaktionen ausgerüstet und geschult werden. Bisherige Sondereinheiten sind vor allem Zugriffskommandos. Bis zum kommenden Jahr soll die "BFE+" 250 Sicherheitsbeamte an verschiedenen Standorten umfassen. 

Während die Polizisten bei den Sondertrupps wie der GSG9 komplett für ihre Spezialeinsätze abgestellt sind, ständig trainieren und auf die nächste Großlage warten, sollen die Leute der neuen Einheit normalen Dienst schieben, wenn sie gerade nicht im Anti-Terror-Einsatz sind. Sie sind angedockt an die Bereitschaftspolizei des Bundes - und haben dort die üblichen Einsätze zu machen, zum Beispiel Demos absichern, Fußballspiele oder andere Großveranstaltungen.

Normale Streifenpolizisten nicht vergessen

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) bezeichnete die neue Einheit als Bereicherung. Der stellvertretende Vorsitzende, Jörg Radek, mahnte aber, man dürfe den normalen Streifenpolizisten nicht vergessen. "Der ist im Zweifel der erste, der mit einem Beschuss konfrontiert ist und diesen erwidern muss." Streifenbeamte hätten aber keine ausreichenden Schutzwesten und oft nur ein Magazin für ihre Waffe. "Die einen statten wir robust aus und den anderen fehlt ein zweites Magazin", klagte Radek.

Auch der Vorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPolG), Rainer Wendt, verlangt eine bessere Ausstattung von Polizeistreifen. Sie müssten Helme und robuste Schutzwesten zumindest im Auto dabei haben. "Es wäre verantwortungslos, beim einfachen Streifenpolizisten nichts zu tun." Den Aufbau der neuen Einheit hält Wendt grundsätzlich für richtig. "Das ist gut investiertes Geld." Er forderte aber auch die Länder auf, ähnliche Einheiten zu gründen.

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