Sie sind hier: Home > Politik > Deutschland > Außenpolitik >

Armenien-Resolution: Türkische Gemeinde sieht "Politshow" in Bundestag

Geplante Armenien-Resolution  

Türkische Gemeinde spricht von "Politshow"

02.06.2016, 11:19 Uhr | dpa, t-online.de

Armenien-Resolution: Türkische Gemeinde sieht "Politshow" in Bundestag. Demonstration gegen die geplante Armenien-Resolution von rund 1000 Türken am Brandenburger Tor in Berlin. (Quelle: dpa)

Demonstration gegen die geplante Armenien-Resolution von rund 1000 Türken am Brandenburger Tor in Berlin. (Quelle: dpa)

Vor der Abstimmung über die Armenien-Resolution am heutigen Donnerstag im Bundestag hat die Türkische Gemeinde in Deutschland den geplanten Entschluss als "Politshow" mit negativen Folgen für das ohnehin schwierige deutsch-türkische Verhältnis kritisiert.

"Durch die Resolution wird eine historische Frage mit der Tagespolitik vermischt, die zunächst wissenschaftlich aufgearbeitet werden müsste", sagte der Bundesvorsitzende des Verbandes, Gökay Sofuoglu. Juristisch und historisch sei das Thema zu wenig beleuchtet.

Mehrheit gilt als sicher

Die Spezialisten armenischer und türkischer Herkunft versuchten jeweils der anderen Seite nachzuweisen, dass sie im Unrecht sei. Überdies sei die Erklärung für Türken wie Armenier unverbindlich und nutzlos.

Die Resolution werde auch die Beziehungen zwischen Deutschen und Deutsch-Türken negativ beeinflussen. Außerdem werde sie die Verhandlungen über einen EU-Beitritt der Türkei und die Flüchtlingspolitik nicht gerade erleichtern.

Ungeachtet der scharfen Kritik will der Bundestag die Verbrechen an den Armeniern durch das Osmanische Reich als Völkermord einstufen. Bei den Massakern an den Armeniern 1915 kamen nach Schätzungen zwischen 800.000 und 1,5 Millionen Angehörige der christlichen Minderheit im Osmanischen Reich gewaltsam ums Leben.

Die Türkei als Rechtsnachfolger des Osmanischen Reichs hat das bedauert, bestreitet aber, dass es sich um Völkermord gehandelt habe. Auch die türkische Regierung hat den Bundestag deshalb mehrfach vor der Resolution gewarnt.

Eine Mehrheit für den Entschließungsantrag von Union, SPD und Grünen gilt als sicher. Auch die Linksfraktion will ihm nach einem Bericht der "Kölner Stadt-Anzeigers" geschlossen zustimmen.

Liebe Leserinnen und Leser,

Leider können wir Ihnen nicht zu  allen Artikeln einen Kommentarbereich zur Verfügung stellen. Mehr dazu erfahren Sie in der Stellungnahme der Chefredaktion.

Eine Übersicht der aktuellen Leserdebatten finden Sie hier.

Gerne können Sie auch auf Facebook und Twitter zu unseren Artikeln diskutieren.

Ihr Community-Team

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail


shopping-portal