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Münchener Amokläufer tötete sich vor den Augen eines Polizisten

"Hielt sich Waffe an den Kopf"  

Amokläufer erschoss sich vor den Augen eines Polizisten

24.07.2016, 09:02 Uhr | t-online.de, dpa, AFP

Münchener Amokläufer tötete sich vor den Augen eines Polizisten. Polizeieinsatz in München nach dem Amoklauf. (Quelle: imago images/UPI Photo)

Polizeieinsatz in München nach dem Amoklauf. (Quelle: UPI Photo/imago images)

Der Amokläufer von München hat sich etwa zweieinhalb Stunden nach der Tat vor den Augen von Polizisten getötet. Das teilte die Polizei nach der Befragung vieler am Einsatz beteiligter Beamter mit.

"Gegen 20.30 Uhr hatte demnach eine Streife der Münchner Polizei nördlich des Olympia-Einkaufszentrums Kontakt zum mutmaßlichen Täter. Als Reaktion auf die Ansprache der Beamten zog er unvermittelt seine Schusswaffe, hielt sie sich an den Kopf und erschoss sich", hieß es in der Mitteilung.

Munition für 300 Schuss im Rucksack

Der 18-jährige Schüler hatte am Freitagabend in der Nähe des Olympia-Einkaufszentrums und eines Fast-Food-Restaurants neun Menschen und sich selbst getötet. In seinem Rucksack fand die Polizei Munition für 300 Schuss.

Die neun Opfer des 18-Jährigen waren fast alle Jugendliche. Acht Getötete waren zwischen 14 und 20 Jahre alt, sagte der Münchner Polizeipräsident Hubertus Andrä bei einer Pressekonferenz. Ein neuntes Opfer war 45 Jahre alt. Unter den neun Opfern sind demnach drei Frauen.

Nach Angaben des türkischen Außenministeriums sind drei der Opfer Türken. Auch seien drei Kosovaren unter den Toten, wie das Außenamt des Balkanstaates mitteilte. Die Polizei äußerte sich nicht zu Nationalitäten der Todesopfer. Sie hätten alle in München gelebt.

Ob sich die Tat gezielt gegen Jugendliche gerichtet habe, könne er "weder bestätigen noch dementieren", sagte Andrä. 

Illegale Waffe besorgt

Zur Tatwaffe sagte Polizeisprecher Robert Heimberger, der Täter habe eine illegale Pistole mit Kaliber Neun-Millimeter der Marke Glock benutzt. Die Seriennummer sei ausgefeilt worden. 

Laut Andrä war der 18-Jährige in München geboren und aufgewachsen. Bei der Wohnungsdurchsuchung hätten die Ermittler keinen Bezug zum IS gefunden. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft litt der junge Mann unter Depressionen und war deswegen auch in Behandlung. 

Mit dem Thema Amok "intensiv beschäftigt"

Im Zimmer des Täters seien Unterlagen zum Thema Amoklauf gefunden worden. "Damit hatte sich der Täter offenbar intensiv beschäftigt", sagte Andrä. 

Ein Sprecher der Staatsanwalt gab an, der Schüler habe Zeitungsartikel über Polizeieinsätze und Amokläufe gehabt sowie das Buch "Amok im Kopf, warum Schüler töten".

Täter war bisher nur als Opfer bekannt

Heimberger sagte, der Täter sei der Polizei nur als Opfer bekannt gewesen, einmal als Geschädigter in einer körperlichen Auseinandersetzung mit anderen Jugendlichen, einmal als Diebstahlopfer.

Die Vernehmungen im persönlichen Umfeld des Amokläufers würden mit entsprechender Sensibilität fortgeführt, so Polizeipräsident Andrä. Für die Angehörigen sei es ein schwerer Schicksalsschlag.

Andrä betonte, die Tat habe "überhaupt keinen Bezug zum Thema Flüchtlinge". Es gebe keine Veranlassung, München aus Sicherheitsgründen zu meiden. 

Der Polizeisprecher bestätigte, dass eine zivile Polizeistreife Kontakt zum Amokläufer hatte und auch einen Schuss auf den Täter abgab. Getroffen wurde der 18-Jährige dabei allerdings nicht.

Verbindung zu Breivik?

Andrä verwies außerdem darauf, dass am Freitag der fünfte Jahrestag der Tat des norwegischen rechtsextremen Attentäters Anders Behring Breivik gewesen sei und sich der Täter von München intensiv mit dem Thema Amoklauf auseinandergesetzt habe. Insofern liege eine "Verbindung auf der Hand".

Die Sicherheitsbehörden gehen nun auch Hinweisen nach, wonach der Täter über Facebook mit einer Einladung Menschen in das Restaurant gelockt haben soll.


In diesem Youtube-Video ist zu sehen und zu hören, wie ein Anwohner mit dem Täter (auf dem Dach) diskutiert. "Ich bin Deutscher", ruft der Amokläufer.

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