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Merkel über Amoklauf München: "Wir teilen Ihren Schmerz."

Amoklauf von München  

"Wir teilen Ihren Schmerz. Wir denken an Sie. Wir leiden mit Ihnen"

23.07.2016, 16:03 Uhr | AFP

Merkel über Amoklauf München: "Wir teilen Ihren Schmerz.". Angela Merkel lobte in ihrem Statement zum Amoklauf in München die Solidarität der Münchner und die gute Polizeiarbeit. (Quelle: dpa)

Angela Merkel lobte in ihrem Statement zum Amoklauf in München die Solidarität der Münchner und die gute Polizeiarbeit. (Quelle: dpa)

Nach dem Amoklauf in München hat sich nun auch Angela Merkel zu Wort gemeldet. Die Bundeskanzlerin sprach den Hinterbliebenen der Opfer ihr Mitgefühl aus: "Wir teilen Ihren Schmerz. Wir denken an Sie. Wir leiden mit Ihnen", sagte sie nach einer Sitzung des Sicherheitskabinetts.

Merkel lobte den Einsatz der Sicherheitskräfte und das Verhalten der Münchener.

"Trauern mit schwerem Herzen"

"Hinter uns, vor allem hinter den Menschen in München, liegen ein Abend und eine Nacht des Schreckens", sagte Merkel nach dem Amoklauf eines 18-Jährigen, der am Freitagabend in München neun Menschen erschossen hatte, bevor er sich selbst tötete. "Wir alle, und das sage ich im Namen der ganzen Bundesregierung, trauern mit schwerem Herzen um die, die nie mehr zu ihren Familien zurückkehren werden."

Die Kanzlerin lobte nach Beratungen mit mehreren Ministern und den Chefs der Bundessicherheitsbehörden den Einsatz der Polizei und der Rettungskräfte in München. Die Beamten hätten "hochprofessionell gearbeitet", sagte Merkel. "Sie haben eine Millionenstadt in einer über Stunden unübersichtlichen Lage gesichert. Sie haben besonnen kommuniziert. Sie waren und sind im besten Sinne Helfer und Beschützer der Bürgerinnen und Bürger."

"Orte, an denen jeder von uns hätte sein können"

Merkel äußerte gerade unter dem Eindruck von Gräueltaten wie dem Anschlag in Nizza oder der Axt-Attacke in einem Regionalzug bei Würzburg vor wenigen Tagen Verständnis für Beunruhigung in der Bevölkerung. "Immer sind es Orte, an denen jeder von uns hätte sein können", sagte sie. "So kann ich jeden verstehen, der heute mit Beklommenheit auf eine Menschenmenge zugeht, der im Hinterkopf die Frage hat, ob er dann sicher ist."

Die Regierungschefin hob das Verhalten der Münchener hervor, die angesichts der Panik in der Stadt während der Tat Fremden in ihren Wohnungen Zuflucht boten. Die Menschen hätten gezeigt, "wie wir in einer freien und mitmenschlichen Gesellschaft zusammenleben. In dieser Freiheit und Mitmenschlichkeit liegt unsere größte Stärke."

Kein islamistischer Hintergrund

Die Bluttat von München war nach Erkenntnissen der Ermittler die Tat eines Amokläufers. Es gebe Erkenntnisse über eine intensive Beschäftigung des 18-jährigen Deutsch-Iraners mit dem Thema Amoklauf, sagte Münchens Polizeipräsident Hubertus Andrä. Der Schüler war demnach ein Einzeltäter und war offenbar wegen psychischer Probleme in Behandlung. Hinweise auf einen islamistischen Hintergrund gebe es nicht.

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