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Amoklauf in München: Was wir wissen - und was nicht

Amoklauf in München  

Was wir wissen - und was nicht

23.07.2016, 18:38 Uhr | dpa

Amoklauf in München: Was wir wissen - und was nicht. Ein Polizist in der Nähe des Einkaufszentrums in München, wo der Amoklauf stattfand. (Quelle: dpa)

Ein Polizist in der Nähe des Einkaufszentrums in München, wo der Amoklauf stattfand. (Quelle: dpa)

Bei dem Amoklauf eines 18-jährigen Schülers in München sind neun Menschen und der Täter selbst gestorben. Viele Details zur Tat haben die Ermittler bereits bekannt gegeben. Doch einige Fragen sind noch offen. Eine Übersicht.

Was wir wissen

  • Beim Amoklauf am Freitagabend am Münchner Olympia-Einkaufszentrum gab es zehn Tote - darunter der Täter. Der Polizei zufolge wurde in und vor einem Schnellrestaurant sowie in einem Einkaufszentrum geschossen. Der Täter verletzte zahlreiche weitere Menschen. Er tötete sich anschließend selbst.
  • Bei dem Täter handelt es sich um einen 18-jährigen Schüler, der nach Angaben der Ermittler eine Erkrankung "aus dem depressiven Formenkreis" hatte. Er ist in München geboren und aufgewachsen. Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) bestätigte, dass es sich um einen Deutsch-Iraner handelte, der mit "hoher Wahrscheinlichkeit" als Einzeltäter agierte.
  • Viele Todesopfer waren minderjährig. Unter den neun Todesopfern seien drei Frauen gewesen. Alle Toten stammten aus München oder Umgebung. Drei der Opfer waren Kosovo-Albaner, drei weitere Türken und eines Grieche.
  • Die Ermittler gehen nicht von einem islamistischen Hintergrund aus. In der Wohnung des Täters fanden sie Bücher über Amokläufe. Eines davon hieß: "Amok im Kopf. Warum Schüler töten".
  • Die Polizei vermutet einen Zusammenhang zum Massenmörder Anders Behring Breivik. Der rechtsradikale Norweger tötete bei einem Bombenanschlag in Oslo und einem Massaker auf der Insel Utøya 2011 insgesamt 77 Menschen. Die Verbindung zu Breivik "liegt auf der Hand", sagte Münchens Polizeipräsident Hubertus Andrä. Am Freitag war der fünfte Jahrestag von Breiviks Amoklauf. Außerdem soll der Münchner Täter den Amoklauf von Winnenden verherrlicht haben.
  • Der Täter führte eine illegale Pistole des Kalibers 9 Millimeter bei sich, die Seriennummer war ausgefräst. Der junge Mann habe über 300 Schuss Munition bei sich gehabt.
  • Der Amokläufer von München war nach Worten von de Maizière für die Sicherheitsbehörden zuvor ein unbeschriebenes Blatt.
  • Auch in der Innenstadt von München brach Panik aus - es war zeitweise von Schüssen die Rede. Das war wohl ein Fehlalarm.

Was wir nicht wissen:

  • Unklar ist noch, woher die Pistole stammt. Die Ermittler konnten außerdem nicht sagen, ob es sich um einen geübten Schützen handelte.
  • Unter den Opfern sind viele Jugendliche. Ob der Amokläufer sie gezielt ins Visier nahm, konnte die Polizei weder bestätigen noch dementieren.
  • Der Täter hat möglicherweise einen Facebook-Account gehackt, um Menschen zum Tatort zu locken, erklärten die Ermittler. Im Internet kursierten Fotos von einem Account einer unbeteiligten Person, die Menschen aufrief, zum Schnellrestaurant am Olympia-Einkaufszentrum zu kommen - dort würde etwas spendiert.
  • Das Motiv des Täters ist weiterhin unklar. Zu den Hintergründen der Tat lägen noch keine abschließend gesicherten Erkenntnisse vor, erklärte Innenminister de Maizière.

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