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München-Amoklauf: Täter David S. kaufte Waffe Glock 17 im Darknet

Theaterwaffe scharf gemacht  

Amokschütze von München kaufte Tatwaffe im Darknet

26.07.2016, 18:46 Uhr | t-online.de mit Material von AFP

München-Amoklauf: Täter David S. kaufte Waffe Glock 17 im Darknet. Freitagabend: Sondereinsatzkräfte der Münchener Polizei in der Innenstadt. (Quelle: imago images)

Freitagabend: Sondereinsatzkräfte der Münchener Polizei in der Innenstadt. (Quelle: imago images)

Am zweiten Tag nach dem Amoklauf von München gibt es neue Informationen über Art und Herkunft der Tatwaffe des 18-jährigen Täters: Wie die "Süddeutsche Zeitung" (SZ) berichtet, soll sich David S. die Glock 17 im Darknet besorgt haben. Darunter versteht man verschlüsselte Verbünde von Computernutzern außerhalb des allgemein zugänglichen Internets.

Der Chef des bayerischen Landeskriminalamtes (LKA), Robert Heimberger, sagte dazu auf einer Pressekonferenz, es liege ein entsprechender Chatverlauf aus dem Darknet vor. Diese Ermittlungen stünden aber noch ganz am Anfang, sodass er keine Details dazu nennen könne.

Laut "SZ" handelt es sich um eine reaktivierte Theaterwaffe. Die nicht mehr scharfe Waffe sei wieder gebrauchsfähig gemacht worden, berichtete die Zeitung unter Berufung auf Ermittlerkreise. Offiziell bestätigt ist das bislang aber nicht.

57 Schüsse abgefeuert

Die Glock trägt dem Bericht zufolge ein Prüfzeichen aus der Slowakei. Der Schüler hatte am Freitagabend in München erst neun Menschen und dann sich selbst erschossen. Unter den Getöteten sind acht Jugendliche: drei mit kosovarischer Staatsbürgerschaft, drei Türken und ein Grieche.

Eines von mehreren Modellen der Glock 17 (Quelle: Wikipedia)Eines von mehreren Modellen der Glock 17 (Quelle: Wikipedia)

Die Polizei stellte laut Heimberger nach der Tatnacht insgesamt 58 Patronenhülsen sicher - alle bis auf eine stammen aus der Tatwaffe. Damit sei sicher, dass es nur den einen Täter und nur die eine verwendete Waffe gegeben habe. Die andere Hülse stamme aus einer Polizeiwaffe.

Die Ermittler schlossen einen politischen oder islamistischen Hintergrund aus und stuften die Tat als Amoklauf ein. Der 18-Jährige habe sich intensiv mit dem Thema beschäftigt.

Vorbilder Breivik und Winnenden-Täter?

Das zeigen dem "SZ"-Bericht zufolge die Erkenntnisse der Ermittler. Demnach orientierte sich S. stärker an dem norwegischen Attentäter Anders Breivik und dem Amokläufer von Winnenden, als zunächst bekannt.

Der 18-Jährige war demnach selbst nach Winnenden gefahren, hatte sich dort umgesehen und Fotos gemacht. Außerdem hatte er das "Manifest" Breiviks auf seinem Rechner. Am Freitag hatte sich die norwegische Bluttat zum fünften Mal gejährt.

35 Menschen verletzt

Die Ermittler hatten am Samstag auch von Hinweisen auf eine psychische Erkrankung berichtet. Dem Zeitungsbericht zufolge war S. im vergangenen Jahr zwei Monate in stationärer psychiatrischer Behandlung im Klinikum Harlaching und bis zuletzt in ambulanter Therapie. Er litt demnach unter einer Aufmerksamkeitsstörung sowie unter sozialer Phobie und wurde auch medikamentös behandelt. Auch diese Angaben bestätigte das LKA bislang nicht.

Derweil schweben drei Menschen, die am Freitag verletzt worden waren, noch in Lebensgefahr. Insgesamt spricht die Polizei heute von 35 Verletzten. Bei den Zahlen sind auch Fälle enthalten, die sich nicht am Anschlagsort, dem Olympia-Einkaufszentrum, sondern aufgrund von Panik-Ausbrüchen in anderen Stadtteilen zugetragen haben.

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