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Anschlag in Ansbach: Attentäter David S. wurde von Unbekanntem beeinflusst

Verdächtiger Chat  

Ansbach-Attentäter wurde von Unbekanntem direkt beeinflusst

27.07.2016, 17:26 Uhr | dpa, t-online.de

Anschlag in Ansbach: Attentäter David S. wurde von Unbekanntem beeinflusst. Polizei-Kräfte bei der Spurensicherung nach dem Anschlag in Ansbach. (Quelle: Reuters)

Polizei-Kräfte bei der Spurensicherung nach dem Anschlag in Ansbach. (Quelle: Reuters)

Nach dem Bombenanschlag in Ansbach haben die Ermittler Hinweise darauf entdeckt, dass der Attentäter, Mohammed D. von einer unbekannten Person in einem Chat direkt beeinflusst wurde. Derweil heißt es auf Twitter, er habe dem Islamischen Staat (IS) näher gestanden, als bisher bekannt.

"Es hat offensichtlich einen unmittelbaren Kontakt mit jemandem gegeben, der maßgeblich auf dieses Attentatsgeschehen Einfluss genommen hat", sagte Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) am Rande einer Kabinettsklausur am Tegernsee.

Intensiver Chat bis direkt vor Explosion

Ob es sich dabei um einen Kontakt zur Terrormiliz Islamischer Staat (IS) gehandelt haben könnte, konnte Herrmann nicht sagen, dies sei Gegenstand der Ermittlungen. Man wisse auch noch nicht, wo sich der Chat-Partner des Mannes aufgehalten habe.

Bei der Auswertung der Handys des Täters seien die Ermittler auf diesen "intensiven Chat" gestoßen, berichtete Herrmann und fügte hinzu: "Der Chat endet unmittelbar wohl vor dem Attentat."

Bombe zu früh gezündet?

Herrmann sagte, man wisse noch nicht, wie lange der Chat-Kontakt bereits bestanden habe - ob das Wochen oder Monate zurückreiche oder gar noch länger.

Laut Herrmann prüfen die Ermittler auch, ob der Attentäter die Bombe tatsächlich in diesem Moment am Sonntagabend zur Explosion bringen wollte. "Es gibt aufgrund der ganzen Zeugenaussagen des Geschehens und übrigens auch des Chat-Verlaufs in der Tat Fragen, ob das in dem Moment von ihm beabsichtigt war, in dieser Minute die Bombe zu zünden", sagte Bayerns Innenminister. Das müsse nun weiter ermittelt werden.

Der IS selbst hat derweil nicht nur die Verantwortung für den Anschlag übernommen. In seinem Internet-Wochenmagazin "An-Naba" veröffentlicht er Details über den 27-Jährigen, die allerdings nicht zu überprüfen sind.

Sieben Sim-Karten und ein Bündel 50-Dollar-Scheine 

Demnach hat der Syrer aus Aleppo seit Beginn des Bürgerkrieges in Syrien bei verschiedenen Rebellen-Fraktionen gekämpft, bevor er beim IS gelandet sei. In Aleppo sei er von einer Mörsergranate schwer verwundet worden. Das könnte stimmen: Ermittler fanden tatsächlich verheilte Narben an Armen und Beinen des Attentäters. 

Einen weiteren Anhaltspunkt dafür, dass D. kein einsamer Wolf war: Wie t-online.de aus Sicherheitskreisen erfuhr, wurden bei dem Toten sieben Sim-Karten für Handys gefunden, sowie ein Bündel 50-Dollar-Scheine. "Die", so der Beamte, "hätte man auch bei der Einreise schon entdecken können."

Eine weitere Einzelheit passt besonders zur jüngsten Aussage Hermanns: D. soll während der Planung seines Attentats in Ansbach mit einem "Soldaten des Kalifats" in Verbindung gestanden haben - so die Übersetzung von Jenan Moussa, einer bekannten Reporterin aus Dubai, die in ihren Recherchen stets nah am IS dran ist (hier zu Moussas Twitter-Seite). Dort findet sich auch ein Screenshot mit der auf Arabisch geschriebenen Geschichte und dem Bild D.'s aus "An-Naba - hier unter seinem Kriegsnamen "Abu Jusuf al-Karar".

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