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Eisenhüttenstadt: Wirbel um Terrorverdacht in Brandenburg

IS-Plakate gefunden  

Wirbel um Terroralarm in Brandenburg

18.08.2016, 15:18 Uhr | dpa

Eisenhüttenstadt: Wirbel um Terrorverdacht in Brandenburg. Ein Spezialeinsatzkommando der Brandenburger Polizei hat in Eisenhüttenstadt einen 27-Jährigen festgenommen. (Quelle: dpa)

Ein Spezialeinsatzkommando der Brandenburger Polizei hat in Eisenhüttenstadt einen 27-Jährigen festgenommen. (Quelle: dpa)

SEK-Einsatz in Eisenhüttenstadt an der Oder: Erst heißt es Terrorgefahr, dann gibt es doch keine Hinweise auf einen geplanten Anschlag - und schließlich ist der "Terrorverdacht noch nicht vom Tisch". In Brandenburg hat die Festnahme eines 27-Jährigen für Wirbel gesorgt.

Nach der Razzia bei dem Verdächtigen bleiben Fragen: Zwar fanden Ermittler bei der Durchsuchung der Wohnung des Mannes nach eigenen Angaben keine Hinweise auf einen geplanten Anschlag und gaben vorläufig Entwarnung. Allerdings entdeckten sie Material, das die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) verherrlicht.

Im Tarnanzug mit Softair-Kalaschnikow posiert

"Die Beamten fanden: sieben Poster mit ISIS-Symbolen, eine Softair-Kalaschnikow, Tarnanzug, Schutzweste, Gasmaske, 37 teils verbotene Knallkörper mit Schwarzpulver und Cannabis", sagte Polizeipräsident Hans-Jürgen Mörke der "Bild"-Zeitung. Im RBB ergänzte Mörke, der Verdächtige habe im Internet Fotos gepostet, auf denen er vermummt und im Tarnanzug mit der Softair-Kalaschnikow und mit arabischen Zeichen posiert. Konkrete Verbindungen zum IS seien aber nicht gefunden worden.

Der Terrorverdacht sei "nicht vom Tisch", sagte Mörke in der rbb-Abendschau. "Wir sind mitten in den Ermittlungen, und die Sache läuft gegenwärtig ergebnisoffen. Es kann sich bestätigen, muss sich aber nicht bestätigen", sagte Mörke. Die Polizei gehe Hinweisen nach, wonach der Festgenommene geäußert haben soll, einen Anschlag auf das Stadtfest in Eisenhüttenstadt Ende August vorbereitet zu haben.

Zunächst hatte es aus Ermittlerkreisen geheißen, in der Wohnung des 27-Jährigen seien lediglich zwei Böller gefunden worden, nichts deute auf einen möglichen islamistischen Hintergrund hin. Das Innenministerium hatte erklärt, es seien "lediglich geringe Mengen pyrotechnischer Erzeugnisse" gefunden worden. "Es gibt aber auch Hinweise auf eine mögliche Nähe zum Islamischen Staat."

Woidke spricht früh von Terrorverdacht

Nach der Durchsuchung übernahm der Staatsschutz die weiteren Ermittlungen. Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) hatte schon relativ früh gesagt, der Zugriff sei wegen des Verdachts eines "geplanten terroristischen Akts" mit einem möglichen islamistischen Hintergrund erfolgt. Dies müssten aber die laufenden Ermittlungen klären, hatte Woidke betont.

Zunächst war über einen möglicherweise in der Stadt an der polnischen Grenze geplanten Terroranschlag spekuliert worden. Erste Informationen, wonach der Mann einen Anschlag auf das Stadtfest Ende August geplant haben soll, wurden aber nicht bestätigt. Auch für Hinweise eines salafistischen Hintergrundes gab es keine Quelle.

Hinweise führten zu dem Mann

Nach Angaben von Polizei und Staatsanwaltschaft ist der Mann deutscher Staatsbürger. Mit dem Einsatz sei Hinweisen nachgegangen worden, wonach der Festgenommene Sprengmaterialien in seiner Wohnung gelagert haben sollte.

Die Polizei durchsuchte die Wohnung mit Sprengstoffhunden. Vor dem dreigeschossigen Gebäude in der Wohnsiedlung der Stahlarbeiterstadt waren mehrere Polizeifahrzeuge zu sehen. Spezialkräfte in Schutzanzügen waren in dem Haus aktiv. Großräumige Absperrungen gab es aber nicht, zudem konnten Nachbarn das Geschehen vom Balkon aus beobachteten.

Stadt hält an Feier fest

Das Stadtfest in Eisenhüttenstadt ist vom 26. bis zum 28. August geplant. Die Verwaltung will am Stadtfest festhalten. "Die Planung läuft erst einmal weiter", hieß es noch während des Einsatzes. "Wir stehen derzeit in engem Kontakt mit der Polizei." In der Stadt mit rund 30.000 Einwohnern sitzt auch die zentrale Erstaufnahmestelle für Flüchtlinge in Brandenburg.

Attacken erschütterten Deutschland

Im Juli hatte eine Serie von Gewalttaten innerhalb einer Woche Deutschland erschüttert: In Würzburg ging am 18. Juli ein 17-Jähriger mit Axt und Messer auf Fahrgäste einer Regionalbahn los - fünf Menschen wurden verletzt.

Vier Tage später tötete ein 18-Jähriger in München mit einer Waffe neun Menschen und anschließend sich selbst. Am 24. Juli sprengte sich in Ansbach auf einem Platz vor einem Konzert ein 27-Jähriger in die Luft, 15 Menschen wurden verletzt, der Täter starb.

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