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Auswärtiges Amt sagt Armenier-Aufführung in Istanbul ab

Nach scharfer Kritik aus Ankara  

Auswärtiges Amt sagt umstrittene Armenier-Aufführung ab

25.10.2016, 17:08 Uhr | dpa

Auswärtiges Amt sagt Armenier-Aufführung in Istanbul ab. Die Dresdner Sinfoniker nach einer Aufführung des Stückes "Aghet" im Schauspielhaus Hellerau in Dresden. (Quelle: dpa)

Die Dresdner Sinfoniker nach einer Aufführung des Stückes "Aghet" im Schauspielhaus Hellerau in Dresden. (Quelle: dpa)

Das Auswärtige Amt hat ein Konzert der Dresdner Sinfoniker im deutschen Generalkonsulat in Istanbul abgesagt. Das Konzert war umstritten, weil es die Massaker an den Armeniern im Osmanischen Reich thematisiert. Die türkische Regierung erkennt den Genozid nicht an.

"Die Räumlichkeiten des Generalkonsulats in Istanbul stehen am 13. November nicht zur Verfügung", hieß es aus dem Auswärtigen Amt in Berlin zu dem geplanten Termin.

Die Sinfoniker hatten zuvor den türkischen Staatschef Recep Tayyip Erdogan, Ministerpräsident Binali Yildirim, Außenminister Mevlüt Cavusoglu und Kulturminister Nabi Avci zu der Aufführung im Generalkonsulat eingeladen. Aus dem Ministerium in Berlin verlautete dazu: "Einladungen zu der Veranstaltung sind ohne Beteiligung des Auswärtigen Amtes erfolgt."

Ankara wehrt sich gegen Aufführung

Die Sinfoniker wollten ihr Stück "Aghet" im Generalkonsulat in einer kammermusikalischen Fassung aufführen. Das Stück handelt vom Völkermord an den Armeniern vor gut 100 Jahren. Bei der Gala sollte zudem eine armenisch-türkisch-deutsche Freundschaftsgesellschaft gegründet werden. Aus dem Auswärtigen Amt hieß es, die Aufführung sei verschoben. Ein neuer Termin wurde allerdings nicht genannt.

Ankara wehrt sich vehement gegen die Einstufung der Massaker als Völkermord. Im Juni hatte die Völkermordresolution des Bundestages zu einem schweren Zerwürfnis zwischen der Türkei und Deutschland geführt.

Mit der Aufführung hätte nun neuer Streit gedroht - zumal die Aufführung durch den Veranstaltungsort im Generalkonsulat einen offiziellen Anstrich bekommen hätte. Die Türkei läuft seit Monaten Sturm gegen das Konzertprojekt "Aghet", das von der EU und vom Auswärtigen Amt finanziell gefördert wird.

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