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Horror-Clowns: Thomas de Maizière fordert "null Toleranz"

"Da hört der Spaß auf"  

De Maizière fordert "null Toleranz" gegenüber Horror-Clowns

30.10.2016, 09:05 Uhr | AFP , dpa

Horror-Clowns: Thomas de Maizière fordert "null Toleranz". Das US-Phänomen der Horror-Clowns ist längst in Deutschland angekommen. (Quelle: dpa)

Das US-Phänomen der Horror-Clowns ist längst in Deutschland angekommen. (Quelle: dpa)

Der Bundesinnenminister hat sich in die Debatte um die sogenannten Horror-Clowns eingeschaltet. Im Interview mit der Chemnitzer "Freien Presse" forderte Thomas de Maizière (CDU) rigoroses Eingreifen gegen die Umtriebe.

Die Behörden müssten "solche Entwicklungen möglichst früh bekämpfen und den Tätern hart und mit null Toleranz entgegentreten", so de Maizière. Andernfalls fühlten sich Nachahmer möglicherweise ermutigt, gab er zu bedenken.

"Da hört der Spaß auf"

"Wenn Menschen massiv mit Gewalt bedroht werden, kann das strafbar sein", warnte der CDU-Politiker. "Das hat nichts mehr mit harmlosen Halloween-Bräuchen zu tun." Angesichts der bundesweit wachsenden Zahl von Zwischenfällen mt Horror-Clowns forderte der Innenminister die Betroffenen auf, Strafanzeige zu stellen.

De Maizière betonte in dem Interview, die Kunst eines Clowns bestehe darin, andere Menschen zum Lachen zu bringen. Diese Erwartung werde jedoch von den Grusel-Clowns grob missbraucht, um Furcht zu verbreiten.

Wenn die Maskierten zudem "Kettensägen oder Messer bei sich tragen, hört der Spaß endgültig auf", sagte der Minister. Am abscheulichsten sei es, wenn Filme von verängstigten Menschen angefertigt und anschließend ins Internet gestellt würden.

Polizei registriert Hunderte Vorfälle

Seit geraumer Zeit häufen sich bundesweit die Vorfälle mit maskierten "Horror-Clowns". Sie erschrecken Passanten, verfolgen sie mit Baseballschlägern und verletzen sie mitunter. Einige Opfer wehrten sich - unter anderem mit Schlägen oder Reizgas.

Polizeibehörden und Landeskriminalämter registrierten im Oktober mindestens 370 Vorfälle: Sie reichen von bloßen Sichtungen von vermeintlichen Horror-Clowns über Erschrecken bis hin zu versuchten und tatsächlichen Angriffen mit Messern oder anderen Waffen.

Falschmeldungen machen Polizei zu schaffen

Die mit Abstand meisten Fälle gab es laut Recherche der Deutschen Presse-Agentur in Nordrhein-Westfalen: Der Behörde im bevölkerungsreichsten Bundesland waren bis zum Mittwochvormittag 190 Vorfälle mit Horror-Clowns bekannt. Dabei wurden acht Menschen leicht verletzt. In Niedersachsen zählten die Behörden 56 Fälle, in Mecklenburg-Vorpommern 47. In den anderen Bundesländern sind es deutlich weniger, allerdings erfassen nicht alle die Vorfälle zentral.

Die Behörden konstatieren zudem vermehrt Falschmeldungen in sozialen Netzwerken und anderen Internet-Plattformen. Etwa in Bayern machen den Ermittlern diese Gerüchte zu schaffen. Auch die Polizei in Thüringen weist auf Falschmeldungen im Internet hin. Aus Sachsen-Anhalt hieß es, viele der vermeintlichen Clown-Sichtungen hätten sich im Nachhinein als ausgedacht entpuppt.

Auch mehrere Landesinnenminister verurteilten das Verhalten der Maskierten und kündigten ein hartes Vorgehen gegen sie an. "Auch wenn man dem Einzelnen unterstellen mag, dass er es für einen Scherz hält, Leute zu erschrecken. Die Folgen für die Opfer sind oftmals alles andere als spaßig", sagte etwa der rheinland-pfälzische Innenminister Roger Lewentz (SPD). Er bezeichnete die Maskierten als "Spinner" und deren Verhalten als "abstoßendes Phänomen". Mecklenburg-Vorpommerns Innenminister Lorenz Caffier (CDU) äußerte sich besorgt: "Es ist nur eine Frage der Zeit, bis diese Aktionen zu einer Riesen-Katastrophe führen und Personen ernsthaft verletzt werden."

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