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Berlin als Terror-Ziel?: IS-Verdächtiger spähte Reichstag aus

Ziele in Berlin  

Terrorverdächtiger spähte Reichstag und Brandenburger Tor aus

11.11.2016, 07:36 Uhr | rtr, dpa

Berlin als Terror-Ziel?: IS-Verdächtiger spähte Reichstag aus. Der Syrer spähte auch den Reichstag aus. (Quelle: dpa)

Der Syrer spähte auch den Reichstag aus. (Quelle: dpa)

Seit Monaten sitzt ein terrorverdächtiger Syrer in Deutschland in U-Haft. Jetzt haben Ermittler herausgefunden: Der Mann hat Anschlagsziele in Berlin rund um den Reichstag, das Brandenburger Tor und den Alexanderplatz ausgespäht. 

Der 19-Jährige Verdächtige habe seine Erkenntnisse im Februar 2016 an einen Kontaktmann in der Heimat durchtelefoniert. Dabei sei es darum gegangen, wie viele Personen und Reisebusse sich an diesen Touristenorten um welche Zeit aufhielten.

Diese Details stehen in einem am Donnerstag veröffentlichten Beschluss des Bundesgerichtshofs (BGH), der die Untersuchungshaft des Mannes um drei Monate verlängert. Dass der Mann in Berlin Anschlagsziele ausgespäht haben soll, war bereits bekannt - allerdings nicht welche.

Mutmaßliches IS-Mitglied

Er war im März als mutmaßliches Mitglied des Islamischen Staats (IS) festgenommen worden. Im Oktober klagte ihn die Bundesanwaltschaft an.

Erst zu diesem Zeitpunkt wurde mitgeteilt, dass er nicht nur in Syrien gekämpft, sondern auch in Deutschland im Dienst der Terrormiliz gestanden haben soll. Dem Syrer wird vorgeworfen, als Kontaktmann für potenzielle Attentäter bereitgestanden zu haben. Laut BGH-Beschluss bot er auch an, "mit zwei unbekannten Personen selbst für den IS in Deutschland einen Anschlag zu begehen".

Verdächtiger hat in Syrien gekämpft

Der Mann war im Sommer 2015 als Asylsuchender nach Deutschland gekommen. Bis zu seiner Festnahme lebte er nach Angaben des Brandenburger Polizeipräsidiums vom März im Landkreis Potsdam-Mittelmark. Ihm soll am Berliner Kammergericht der Prozess gemacht werden. Einen Verhandlungstermin gibt es noch nicht.

Aus dem BGH-Beschluss geht hervor, dass der Mann auch gerne zum Kämpfen nach Syrien zurückgekehrt wäre. Laut Bundesanwaltschaft hatte ein Imam ihn dort spätestens Mitte 2013 in seinem Heimatdorf für den IS angeworben. Nach einer Ausbildung bei der Miliz habe er bei der Belagerung eines Flughafens etwa ein halbes Jahr lang regelmäßig Wache gestanden. Auch an der Einkesselung der Großstadt Deir ez-Zor im Osten Syriens soll er über mehrere Monate beteiligt gewesen sein.

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