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Berlin-Anschlag: Kontaktmann von Anis Amri ist "Gefährder"

Nach Anschlag in Berlin  

Amris Kontaktmann als Gefährder eingestuft

05.01.2017, 10:13 Uhr | dpa

Berlin-Anschlag: Kontaktmann von Anis Amri ist "Gefährder". Am 19. Dezember lenkte Anis Amri einen Lkw auf den Weihnachtsmarkt am Breitscheidplatz. Zwölf Menschen starben.  (Quelle: dpa)

Am 19. Dezember lenkte Anis Amri einen Lkw auf den Weihnachtsmarkt am Breitscheidplatz. Zwölf Menschen starben. (Quelle: dpa)

Er hatte mit Anis Amri am Vorabend des Anschlags auf den Berliner Weihnachtsmarkt in einem Restaurant zu Abend gegessen. Jetzt gilt auch der am Dienstag festgenommene 26 Jahre alte Tunesier als Gefährder, berichten "Süddeutsche Zeitung", WDR und NDR. Er werde der radikal-salafistischen Szene zugeordnet.

Der Terroranschlag von Berlin wirft weiter viele Fragen auf. Die Ermittlungen konzentrieren sich nach dem Tod des Attentäters vor allem auf die Suche nach möglichen Mitwissern oder Helfern.

Haftbefehl wegen Betrugs

Am Mittwoch erging Haftbefehl gegen den Landsmann Amris - allerdings nur wegen des Verdachts auf Betrug beim Bezug von Sozialleistungen. Der 26-Jährige wird verdächtigt, von Amris Plänen für den Anschlag gewusst zu haben, bei dem zwölf Menschen getötet wurden. Die Anhaltspunkte reichten aber "derzeit nicht für einen dringenden Tatverdacht aus", sagte die Sprecherin der Bundesanwaltschaft, Frauke Köhler.

Der Tunesier war im November 2015 schon einmal in Berlin festgenommen worden. Der Sprecher der Berliner Staatsanwaltschaft, Martin Steltner, sagte der RBB-Abendschau, gegen den Mann sei wegen einer schweren staatsgefährdenden Straftat ermittelt worden. Er habe damals gemeinsam mit zwei weiteren Männern im Verdacht gestanden, Sprengstoff für einen Anschlag in Düsseldorf besorgt zu haben. Dafür habe man jedoch keine Beweise gefunden.

Innenminister wird befragt

Nordrhein-Westfalens Innenminister Ralf Jäger (SPD) muss heute im Düsseldorfer Landtag das Vorgehen der Landessicherheitsbehörden im Fall Amri erläutern. In einer Sondersitzung des Innenausschusses will die Opposition ergründen, was Polizei und Verfassungsschützer im Vorfeld über Amri wussten. Der Tunesier war bei der Ausländerbehörde im Kreis Kleve gemeldet und von mehreren Sicherheitsbehörden als islamistischer "Gefährder" eingestuft worden.

"Die Fehler im Terrorfall Amri müssen dringend aufgeklärt werden", forderte der CDU-Fraktionsvorsitzende Armin Laschet. Jäger müsse erklären, warum sich "ein extrem radikalisierter Gefährder, der den NRW-Sicherheitsbehörden bekannt war, so lange in NRW frei bewegen und ohne Reaktion von NRW-Behörden ungestört in radikalen Moscheen des Ruhrgebiets auftreten" konnte, sagte Laschet.

NRW war einer der Hauptaufenthaltsorte von Anis Amri. Der Tunesier wurde vier Tage nach dem Terroranschlag bei einer polizeilichen Routinekontrolle in Italien erschossen. Nach Angaben der Bundesanwaltschaft gibt es Hinweise, dass Amri auf seiner Flucht über Nordrhein-Westfalen gereist ist.

Amri plante ein Blutbad

Nach Informationen des "Kölner Stadt-Anzeigers" hatte Amri mehrfach Anschläge angekündigt. So habe das Landeskriminalamt Düsseldorf im Frühjahr 2016 Berichte darüber erhalten, dass der 24-Jährige andere Personen auffordere, mit ihm gemeinsam Attentate in Deutschland zu begehen. Im Internet soll Amri nach Anleitungen zum Bombenbau gesucht haben, außerdem habe er sich großkalibrige Schnellfeuergewehre beschaffen wollen. Im Juli 2016 habe ein Undercover-Agent dem Landeskriminalamt Düsseldorf berichtet, Amri habe damit geprahlt, ein Blutbad anzurichten.

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