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"Ich bin wegen Auschwitz in die Politik gegangen"

dpa, Von Michael Fischer

Aktualisiert am 16.03.2018Lesedauer: 3 Min.
Heiko Maas in Paris: Die "ausgestreckte Hand" von Pr├Ąsident Macron ergreifen.
Heiko Maas in Paris: Die "ausgestreckte Hand" von Pr├Ąsident Macron ergreifen. (Quelle: Thibault Camus/ap-bilder)
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Deutschlands neuer Chefdiplomat Heiko Maas legt einen routinierten ersten Auftritt hin. Er verspricht Kontinuit├Ąt, will aber auch eigene Akzente setzen. Noch l├Ąsst er einige Fragezeichen stehen.

Der neue Au├čenminister betritt die gro├če weite Welt der Diplomatie betont gelassen. Die Gangway schlendert Heiko Maas am Mittwochabend auf dem Flughafen Le Bourget mit der linken Hand in der Hosentasche hinunter. Nach 18 Stufen ist der Mann im perfekt sitzenden grauen Dreiteiler angekommen im neuen Amt. Erste Station: Paris.


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Ein Vorstellungstermin in der franz├Âsischen Hauptstadt kurz nach der Vereidigung ist Standard f├╝r einen deutschen Au├čenminister. F├╝r den Saarl├Ąnder Maas ist es aber noch ein bisschen mehr. Er sei schlie├člich "auf der deutsch-franz├Âsischen Grenze" gro├č geworden, sagt er. Seine Gro├čmutter habe 80 Jahre lang im selben Ort, in der selben Stra├če, im selben Haus gewohnt und trotzdem f├╝nf unterschiedliche P├Ąsse gehabt - weil das Saarland im vergangenen Jahrhundert im Zuge von zwei Weltkriegen zwischen Deutschland und Frankreich hin und her gereicht wurde.

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Deshalb sind auch Franz├Âsischkenntnisse f├╝r einen Saarl├Ąnder Standard. Trotzdem tr├Ągt der 51-J├Ąhrige bei seiner Pressekonferenz mit seinem franz├Âsischen Amtskollege Jean-Yves Le Drian im prunkvollen Au├čenministerium am Quai d'Orsay sicherheitshalber einen Knopf im Ohr. Beim anschlie├čenden Abendessen sitzt eine sogenannte Fl├╝sterdolmetscherin neben ihm. Er selbst wirft aber den einen oder anderen Brocken Franz├Âsisch ins Gespr├Ąch.

Es geht um die Ukraine, Russland, Syrien und vor allem um Europa. Maas sagt, er sei gekommen, um die "ausgestreckte Hand" des Pr├Ąsidenten Emmanuel Macron in Sachen EU-Reformen zu ergreifen. Konkrete Ansagen gibt es dazu ÔÇô wie zu erwarten war ÔÇô aber noch nicht.

Sein Anspruch: Bessere Beziehungen zu Israel

Aufschlussreicher war da die Vorstellungsrede des neuen Au├čenministers, die er am Mittwoch vor Hunderten Diplomaten im Ausw├Ąrtigen Amt hielt.

"Ich bin wegen Auschwitz in die Politik gegangen." Das ist der st├Ąrkste Satz aus der Antrittsrede des neuen Au├čenministers. Maas leitet daraus seinen Anspruch ab, die Beziehungen zu Israel zu verbessern. Seit Merkel die deutsch-israelischen Regierungskonsultationen aus Ver├Ąrgerung ├╝ber den israelischen Siedlungsbau im pal├Ąstinensischen Westjordanland verschoben hat, herrscht angespannte Stimmung zwischen beiden L├Ąndern. Das 70. Gr├╝ndungsjubil├Ąum Israels in diesem Jahr k├Ânnte eine M├Âglichkeit bieten, die Beziehungen wieder auf einen besseren Weg zu bringen.

Gegen├╝ber Russland schl├Ągt Maas einen deutlich raueren Ton an als sein Vorg├Ąnger Sigmar Gabriel. Der hatte ziemlich offensiv daf├╝r geworben, die Sanktionen wegen der Ukraine-Krise schrittweise abzubauen, wenn es Fortschritte bei der Umsetzung des Minsker Friedensabkommens gibt. Maas spricht stattdessen von "Aggression" Moskaus und fordert die "Entschlossenheit" des Westens ein.

Nicht ├╝bersch├Ątzen, aber auch nicht wegducken

Dass Deutschland bereit ist, mehr Verantwortung in der Welt zu ├╝bernehmen, wird seit Jahren von Regierungsmitgliedern gebetsm├╝hlenartig wiederholt. Auch Maas sagt, Deutschland d├╝rfe sich nicht ├╝bersch├Ątzen, aber auch nicht wegducken.

Beim Thema Europa dringt er auf eine neue deutsch-franz├Âsische Dynamik und verweist auf die gro├če Bedeutung, die der Koalitionsvertrag dem Thema einr├Ąumt. F├╝r Maas selbst d├╝rfte dies eins der schwierigeren Themenfelder werden. Die Federf├╝hrung dabei d├╝rften sich Kanzlerin Angela Merkel und der neue Vizekanzler und Finanzminister Olaf Scholz (SPD) nicht nehmen lassen. Beide sind am Freitag in Paris.

Zwei Fragezeichen

V├Âllig unklar ist noch, welchen Kurs Maas gegen├╝ber der T├╝rkei einschlagen will. In seiner Antrittsrede hielt er sich dazu noch bedeckt. Vielleicht, weil die Beziehungen zur T├╝rkei das zentrale Thema der einj├Ąhrigen Amtszeit Gabriels waren. H├Âhepunkt war die Freilassung des Journalisten Deniz Y├╝cel aus t├╝rkischer Untersuchungshaft, zu der Gabriels Geheimdiplomatie ma├čgeblich beitragen hat.

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Das zweite Fragezeichen steht hinter den USA. Die Positionierung zur Politik von US-Pr├Ąsident Donald Trump z├Ąhlt zu den kompliziertesten Herausforderungen f├╝r den neuen Au├čenminister. Wie geht man mit einem seiner wichtigsten B├╝ndnispartner um, wenn er genau dieses westliche B├╝ndnis st├Ąndig torpediert? Mit der Beantwortung dieser Frage wird sich Maas wohl noch Zeit lassen. Vielleicht bis zur ersten Washington-Reise. Die soll sehr bald stattfinden. Der Termin h├Ąngt aber davon ab, wann der von Trump gefeuerte Au├čenminister Rex Tillerson durch den bisherigen CIA-Chef Mike Pompeo ersetzt wird.

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