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Westen deutlich positiver: Ost und West weiter unterschiedlich zufrieden mit Demokratie


Ost und West weiter unterschiedlich zufrieden mit Demokratie

Von dpa
Aktualisiert am 07.02.2020Lesedauer: 3 Min.
Laut Studie zeigten sich nur 17 Prozent sehr oder ziemlich unzufrieden mit der Demokratie.
Laut Studie zeigten sich nur 17 Prozent sehr oder ziemlich unzufrieden mit der Demokratie. (Quelle: picture alliance / Sven Hoppe/dpa./dpa)
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Berlin (dpa) - Auch 30 Jahre nach der deutschen Einheit ist nach einer Studie die Zufriedenheit der BΓΌrger mit der Demokratie in Ost und West unterschiedlich stark ausgeprΓ€gt.

Nach der jetzt verΓΆffentlichten Langzeituntersuchung im Auftrag der CDU-nahen Konrad-Adenauer-Stiftung, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt, fΓ€llt in Westdeutschland die Demokratiezufriedenheit mit 40 Prozent fast doppelt so hoch aus wie in Ostdeutschland mit 22 Prozent.

Zugleich sei in den neuen LΓ€ndern die Unzufriedenheit fast doppelt so hoch wie in den alten LΓ€ndern. Dort gΓ€ben 15 Prozent an, sie seien mit der Demokratie unzufrieden, in den neuen LΓ€ndern 28 Prozent.

Insgesamt sind die Deutschen weitgehend mit der Demokratie zufrieden. Nach der Untersuchung geben 37 Prozent der Deutschen an, mit der Demokratie sehr oder ziemlich zufrieden zu sein. Weitere 45 Prozent antworten demnach "teils/teils". Lediglich 17 Prozent zeigten sich sehr oder ziemlich unzufrieden mit der Demokratie.

Auf der Ebene der BundeslΓ€nder zeigt sich nach der Studie, dass die Demokratiezufriedenheit in Hessen, Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen am hΓΆchsten ist, dicht gefolgt von Hamburg. Die hΓΆchsten Anteile an Unzufriedenen fΓ€nden sich dagegen im Saarland (41 Prozent) und in Mecklenburg-Vorpommern (48 Prozent). Im Saarland sei allerdings der Anteil an "teils-teils"-Antworten sehr gering, so dass man gleichzeitig einen durchschnittlichen Anteil an Zufriedenheit beobachten kann (36 Prozent).

Eine Betrachtung der regionalen Verteilung zeige zwar auch Unterschiede jenseits von Ost-West-Differenzen. Aber es falle auf, dass die Regionen mit den hΓΆheren Anteilen an Demokratiezufriedenen alle in den alten LΓ€ndern lΓ€gen. Die Regionen mit der geringsten Zufriedenheit seien dagegen sΓ€mtlich in den neuen LΓ€ndern zu finden, schreibt die Autorin Sabine Pokorny.

Deutlich positiver sehen die Deutschen nach der Untersuchung die Wirtschaftslage. 61 Prozent sind damit "ziemlich oder sehr zufrieden". Ein knappes Drittel sei unentschlossen und lediglich 6 Prozent seien "ziemlich oder sehr unzufrieden" mit der wirtschaftlichen Situation in Deutschland.

Und Γ€hnlich wie bei der Demokratiezufriedenheit sind auch hier die Westdeutschen zufriedener als die Ostdeutschen. In den alten LΓ€ndern geben fast zwei Drittel an, mit der Wirtschaftslage zufrieden zu sein, wΓ€hrend das nur fΓΌr jeden zweiten Ostdeutschen gilt, wie die Autorin schreibt. Allerdings sei in den neuen LΓ€ndern der Anteil an Unentschlossenen deutlich hΓΆher als in den alten LΓ€ndern, so dass sich die Unzufriedenheit auf beiden Seiten auf sehr niedrigem Niveau bewege.

Mit Blick auf die regionale Verteilung der Wirtschaftszufriedenheit zeigen sich ebenfalls deutliche Ost-West-Differenz. Im Großteil der ostdeutschen Landkreise leben nach der Studie weniger Personen, die mit der Wirtschaft zufrieden sind, als in den westdeutschen Kreisen. In Westdeutschland gebe es aber auch drei Regionen, in denen das Zufriedenheitsniveau Àhnlich niedrig sei wie in weiten Teilen Ostdeutschlands - im Nordwesten Niedersachsens, im Süden Hessens und im Nordosten Bayerns.

Hessen insgesamt gehΓΆre trotzdem zu den BundeslΓ€ndern mit der hΓΆchsten Wirtschaftszufriedenheit, wΓ€hrend - das eigentlich reiche - Bayern im westdeutschen Vergleich eher im mittleren Bereich liege. Andererseits fΓ€nden sich in Ostdeutschland drei Regionen, in denen Γ€hnlich viele Wirtschaftszufriedene lebten wie in vielen westdeutschen Regionen - in Teilen von Mecklenburg-Vorpommern, im Westen und SΓΌdwesten Brandenburgs, im SΓΌden Sachsens sowie in Berlin. Dennoch gehΓΆrten Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg insgesamt zu den LΓ€ndern mit der geringsten Wirtschaftszufriedenheit.

Und wie zufrieden sind die Deutschen nun mit dem eigenen Leben? Verglichen mit der Demokratie- und der Wirtschaftszufriedenheit ist die Zufriedenheit mit dem gegenwΓ€rtigen Leben am stΓ€rksten ausgeprΓ€gt. 81 Prozent der Deutschen seien mit ihrem Leben ziemlich oder sehr zufrieden, ergab die Untersuchung. 16 Prozent seien teils zufrieden, teils unzufrieden und lediglich 3 Prozent seien ziemlich oder sehr unzufrieden mit ihrem Leben.

Die Autorin verweist auf den GlΓΌcksatlas der Deutschen Post, wonach sich die Lebenszufriedenheit 2019 auf dem hΓΆchsten Stand des Untersuchungszeitraumes von 2004 bis 2019 befunden habe. In Westdeutschland sind 82 Prozent zufrieden, in Ostdeutschland 78 Prozent. "Damit ist der Unterschied in der Lebenszufriedenheit zwischen den alten und den neuen BundeslΓ€ndern sehr gering ausgeprΓ€gt. Die niedrigere Zufriedenheit mit der Demokratie und der Wirtschaft in den ostdeutschen LΓ€ndern scheint sich nicht negativ auf die Lebenszufriedenheit auszuwirken", schlussfolgert Pokorny.

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