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Corona-Krise – Politiker "sehr irritiert" von RKI-Chef Wieler


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"Sehr irritiert": Politiker kritisieren RKI-Chef Wieler

Von t-online, ds

Aktualisiert am 05.04.2020Lesedauer: 2 Min.
Lothar Wieler: Der Chef des RKI muss sich laut Spiegel viel Kritik anhören.
Lothar Wieler: Der Chef des RKI muss sich laut Spiegel viel Kritik anhören. (Quelle: imago-images-bilder)
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Wenn es in der Corona-Krise Neuigkeiten gibt, stammen die Informationen oft von den Pressekonferenzen des Robert Koch-Instituts. Doch nun mehren sich die Vorwürfe wegen dessen Informationspolitik.

Zweimal die Woche sind alle Augen auf Lothar Wieler gerichtet. Dann beschreibt der Chef des Robert Koch-Instituts (RKI) in seinen turnusmäßigen Pressekonferenzen die Lage im Corona-geplagten Land. Doch jetzt wird laut dem Nachrichtenmagazin "Spiegel" immer mehr Kritik an dem Veterinärmediziner laut – und an der Art, wie das RKI in diesen sensiblen Zeiten Informationspolitik betreibt.

"Mal heißt es, die Lage entspanne sich, dann heißt es plötzlich wieder, wir stünden vor einer Lage wie in Italien", klagt etwa Bärbel Bas, Vizevorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion. Als Gesundheitspolitikerin habe sie zwar noch andere Informationsmöglichkeiten, andere Menschen hätten diese aber nicht. Bas: "Gerade in einer so angespannten Lage wie derzeit ist Verlässlichkeit wichtig."

Bärbel Bas: "Gerade in einer so angespannten Lage wie derzeit ist Verlässlichkeit wichtig", betont die SPD-Politikerin.
Bärbel Bas: "Gerade in einer so angespannten Lage wie derzeit ist Verlässlichkeit wichtig", betont die SPD-Politikerin. (Quelle: imago-images-bilder)

Kritik gibt es auch aus der Union: CDU-Haushaltsexperte Andreas Mattfeldt kritisiert den RKI-Chef ganz direkt: "Ich war sehr irritiert, dass Professor Wieler italienische Szenarien für Deutschland skizziert hat." Dies entbehre "jedweder Grundlage". Bislang seien genug Intensivbetten in den Krankenhäusern vorhanden. "Dass aufgrund der Aussagen von Herrn Wieler Normalbürger uns Politikern die Frage stellen, warum wir denn bei den angeblich knappen Intensivplätzen noch ausländische Patienten aufnehmen, ist mehr als verständlich."

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Hin und her beim Thema Schutzmasken

Mattfeldt wirft dem RKI zudem vor, nicht auf der Höhe der Zeit zu sein. "Es verwundert schon, dass die Johns Hopkins University in den USA für Deutschland anscheinend aktuellere und genauere Daten liefert als unser mit Bundesmitteln finanziertes RKI." Die private Universität bezieht ihre Fallzahlen für Deutschland allerdings nicht direkt, sondern über Umwege aus dem Datenteam eines großen Medienhauses – warum die Unterschiede zwischen den Fallzahlen in Deutschland so groß sind, lesen Sie hier. Das Robert Koch-Institut hat seine vergleichsweise niedrigen Fallzahlen bereits mehrfach damit gerechtfertigt, dass in seiner Statistik nur offiziell gemeldete Fälle verwendet werden würden.

Auch bei den Empfehlungen des RKI zum Thema Schutzmasken gab es zuletzt Verwirrung. Lange Zeit sah das Institut keinen Nutzen für die Bevölkerung, wenn jemand seinen Mund mit irgendeiner Art von Maske bedecke. Dann ruderte das RKI etwas zurück und empfahl den Schutz zumindest dafür, keine anderen Personen anzustecken. Am Freitag warnte Wieler nun erneut, dass das Tragen von Masken die Menschen in "falscher Sicherheit" wiegen könnten. Das sei "das Schlimmste, was passieren könnte". Die Menschen müssten weiter Abstand halten, sich an die Husten- und Niesregeln halten und die Handhygiene beachten. "Sonst schadet das Tragen einer solchen Maske mehr als das es nutzt", betonte Wieler.

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Verwendete Quellen
  • Meldung des Nachrichtenmagazin "Spiegel"
  • Eigene Recherche
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