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Klima, Energie und Wirtschaft: Wegen Wladimir Putin baut Robert Habeck um


Habeck baut um

  • Johannes Bebermeier
Von Johannes Bebermeier

Aktualisiert am 15.11.2022Lesedauer: 3 Min.
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Robert Habeck mit Helm: Der Wirtschaftsminister baut sein Ministerium um. (Quelle: Matthias Rietschel/Reuters)
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Klima, Energie, Wirtschaft: Robert Habeck muss die Krisen dieser Zeit bewältigen. Dafür hat er nun sein Ministerium neu aufgestellt – und mehr Personal bekommen.

Es ist noch nicht lange her, da brach es aus Robert Habeck heraus: "Es ist jetzt kein Scheiß, den ich erzähle", sagte er Ende September. "Die Leute werden krank. Die haben Burnout, die kriegen Tinnitus. Die können nicht mehr."

"Die Leute", damit meinte Habeck seine Leute, seine Mitarbeiter im Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz. Denn seit Ende Februar arbeiten der Minister und sein Haus im Krisenmodus. Seit Wladimir Putin Krieg führt, seit er die Ukraine, aber auch die Energiemärkte und die Wirtschaften weltweit ins Chaos gestürzt hat.

Und womit bekämpft man das Chaos? Mit Organisation. Zumal in einem deutschen Ministerium. Habeck stelle sein Haus "passgenauer auf, um bei der Bekämpfung der Energie- und Wirtschaftskrise die Schlagkraft hochzuhalten und zu stärken und die Zukunftsaufgaben zu gestalten", heißt es aus Kreisen des Wirtschaftsministeriums.

Abteilung für die Krisen

Schon Anfang Oktober, also kurz nach Habecks öffentlichem Ausbruch, gründete er eine neue Abteilung "für Energiesicherheit und Wirtschaftsstabilisierung". SPD-Mann Philipp Steinberg, der vorher sieben Jahre lang die wichtige Abteilung 1 für Wirtschaftspolitik geleitet hatte, macht seitdem hauptberuflich das, was er inoffiziell schon einige Monate tat: als Abteilungsleiter die Krisen bekämpfen.

Möglich wurde dieser Umbau, weil Habeck eine der hoch dotierten Abteilungsleiterstellen im Organigramm des Ministeriums eingespart hatte: Nach dem Sommer waren die Zentralabteilung und die für Rechtsfragen zusammengelegt worden.

Die neue Abteilung setzt sich vor allem aus jenen Referaten zusammen, die für den Kampf gegen die Krisen gebraucht werden. Aus der Abteilung 1 für Wirtschaftspolitik etwa die Wirtschaftsstabilisierung und Umstrukturierung von Unternehmen. Gleichzeitig habe man "Synergien geschaffen" und "Kräfte gebündelt", heißt es. Was nichts anderes bedeutet als: Vorher haben sich mehrere Leute zum Teil mit ähnlichen Dingen beschäftigt. Was der Arbeitsbelastung nicht sonderlich förderlich war.

Die eigene "Abteilung für Energiesicherheit und Wirtschaftsstabilisierung" kann man aber auch als Signal verstehen: Als Signal dafür, dass die Krisen und deren Folgen Deutschland leider wohl länger beschäftigen werden. Bald sollen sich in der Abteilung 130 Menschen mit diesen Krisen beschäftigen. Zum Teil wechseln die schlicht aus anderen Abteilungen. Zum Teil werden sie neu eingestellt.

Denn um nicht nur die Krisen, sondern auch Tinnitus und Burnout in Habecks Ministerium adäquat zu bekämpfen, gibt es mehr Personal. Der Haushaltsausschuss hat in seiner Bereinigungssitzung Ende vergangener Woche rund 100 zusätzliche Stellen für das Wirtschaftsministerium genehmigt. Ab nächstem Jahr arbeiten also deutlich mehr als 2.400 Menschen für Robert Habeck.

Ex-Bankerin als neue Abteilungsleiterin

Eine der Neuen wird Elga Bartsch sein. Die Ökonomin wird künftig statt Philipp Steinberg die Abteilung 1 für Wirtschaftspolitik leiten. Mit ihr gewinne das Ministerium "tiefe makroökonomische Expertise samt Fiskalpolitik und Geldpolitik", heißt es. Sie sei eine "Expertin für die Risiken des Klimawandels für die Wirtschaft und deren ökonomische Modellierung".

Die Abteilung soll sich unter Bartsch wieder mehr um das Grundsätzliche kümmern. Und neue Akzente setzen. So wird es etwa für Wettbewerbspolitik und Strukturpolitik eigene Unterabteilungen geben. Die Strukturpolitik etwa gilt für die Transformation der Wirtschaft als entscheidend. Dafür soll dort ein neues Referat für "Anpassungsmaßnahmen an den Standorten des ehemaligen Stein- und Braunkohleabbaus sowie des Uranbergbaus" entstehen.

Elga Bartsch hat schon als Europa-Chefvolkswirtin der Investmentbank Morgan Stanley gearbeitet. Bis zum Sommer leitete sie die Volkswirtschafts- und Kapitalmarktforschung des Blackrock Investment Instituts in London.

Wenn das Bundeskabinett Bartsch bestätigt, was als Formsache gilt, wäre sie eine von sechs Abteilungsleiterinnen im Ministerium, die fünf Abteilungsleitern gegenübersteht. Als Habeck das Haus übernahm, besetzten nur drei Frauen diese wichtigen Posten. Auch darauf dürfte mancher im Ministerium der multiplen Krisen stolz sein.

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Verwendete Quellen
  • Eigene Recherchen
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