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Bildung: Philologenverband warnt vor Verschärfung des Lehrermangels

Warnung des Philologenverbands  

"Lehrermangel wird dramatisch"

24.09.2006, 12:51 Uhr | dpa , AFP

Der Deutsche Philologenverband hat vor den Folgen einer "weiteren drastischen Verschärfung" des Lehrermangels in Deutschland gewarnt. Nach Berechnung des Verbandes ist die Zahl der fehlenden Lehrer von 10.000 im Vorjahr auf 14.000 bis 16.000 gestiegen, berichtet die "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung". In diesem Schuljahr würden jede Woche etwa eine Million Unterrichtsstunden ersatzlos ausfallen.

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Beruf ist zu unattraktiv
Der Philologenverband sieht eine "nachhaltige Gefährdung der Bildungsqualität“. Zwar sei die Lage in den Bundesländern sehr unterschiedlich, räumte der Verband ein. Insgesamt befänden sich Deutschlands Schulen aber in "der größten Lehrerversorgungskrise" seit mehr als 30 Jahren. Schuld an der Entwicklung seien zwei Gründe: Zum einen rolle eine Pensionierungswelle, zum anderen gebe es wegen der Unattraktivität des Berufes zu wenig Lehramtsabsolventen, sagte der Verbandsvorsitzende Heinz-Peter Meidinger der Zeitung. Nach seinen Worten wird sich daran auch in den nächsten fünf bis zehn Jahren nichts ändern: "Der Lehrermangel wird dramatisch."

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Mathematik- und Physiklehrer fehlen
"Geradezu dramatisch bis katastrophal" bezeichne der Verband die Lage in den Fächern Mathematik, Physik, aber auch Latein und Religion. In diesen Fächern werde mittlerweile in einer Reihe von Bundesländern der im Stundenplan vorgeschriebene Unterricht nicht vollständig oder durch nicht entsprechend ausgebildete Lehrkräfte erteilt. In Bayern, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen, aber teilweise auch in Hessen, Rheinland-Pfalz und Niedersachsen habe sich der Lehrermangel dem Verband zufolge an den weiterführenden Schulen auf fast alle Fächer ausgeweitet. "Besonders dramatisch“ sei es an den beruflichen Schulen und an Hauptschulen. Inzwischen suchten aber auch viele Gymnasien, Real- und Grundschulen händeringend neue Lehrer.

Hohe Quote an Quereinsteigern
Der Verband beklagte zudem "die massiv ansteigende Quote an Quereinsteigern“ in den Lehrerberuf. Mehr als ein Viertel der Vertretungslehrer hätten keinen Universitätsabschluss mehr. In Bayern gehörten Förster, Diplomübersetzer, Ingenieure und Beamte von aufgelösten Wasserwirtschaftsämtern an fast allen weiterführenden Schulen zum Alltag.

Köhler-Rede "Nicht auf der Höhe der Zeit"

Köhler mahnte mehr Geld an
Bundespräsident Horst Köhler hatte vor kurzem deutlich höhere Ausgaben für das deutsche Bildungssystem gefordert. Nur jeder zehnte Euro, den die öffentliche Hand ausgebe, fließe ins Bildungssystem. Damit liege Deutschland unter dem Durchschnitt der OECD-Länder. Zum Zustand des Bildungswesens sagte der Bundespräsident: "Der Befund ist beschämend."


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