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Witwenrente: Union will Versorgung für junge Witwen kürzen

Finanzen  

Union will Rente für junge Witwen kürzen

09.08.2006, 16:11 Uhr | dpa

Witwen drohen bei der Hinterbliebenenversorgung langfristig deutliche Einschnitte. Die Union will das Mindestalter für den Erhalt der vollen Witwenrente von derzeit 45 auf 50 oder 52 Jahren anheben. Widerstand dagegen zeichnet sich bei der SPD ab: Eine derart deutliche Anhebung sei mit den Sozialdemokraten nicht zu machen, hieß es am Mittwoch aus Expertenkreisen der SPD-Fraktion.

Allgemeinwissen Politik

5,4 Millionen Rente für Hinterbliebene
Am 31. Dezember 2005 bezogen nach Auskunft der Rentenversicherer rund 115.000 Hinterbliebene im Alter zwischen 45 und 50 Jahren die so genannte große Witwen- oder Witwerrente. In der Altersgruppe von 45 bis 52 Jahren gab es zuletzt 172.163 Bezieher. Insgesamt werden derzeit gut 5,4 Millionen Renten an Hinterbliebene bezahlt.

Mindestalter auf 50 anheben
"Es ist in diesem Jahrhundert nicht mehr vermittelbar, dass Frauen mit 45 Jahren Anspruch auf die volle Witwenrente haben", sagte Peter Weiß, Rentenexperte der Unions-Bundestagsfraktion, dem "Handelsblatt". Er plädierte dafür, das Mindestalter schrittweise auf 50 oder 52 Jahre anzuheben. Mit dem eingesparten Geld könnten Ausnahmen für Erwerbsgeminderte von der Rente mit 67 bezahlt werden.



In Rente erst mit 67
Die Koalition will von 2012 bis 2029 das gesetzliche Rentenalter von 65 auf 67 Jahre heraufsetzen. Anfang Dezember soll der Gesetzesentwurf in den Bundestag gehen. Zahlreiche Details zu möglichen Ausnahmeregelungen für langjährig Versicherte und Invaliden sind jedoch noch offen.

SPD: Witwenrente ab 47 Jahren
Aus Kreisen der SPD-Fraktion hieß es dazu, mit dem Einstieg in die Rente mit 67 sei eine Reihe von Anpassungsänderungen verbunden. Dabei könne man auch über eine Anhebung des Mindestalters bei Witwenrenten - etwa von 45 auf 47 Jahre - nachdenken. Eine Grenze von 50 oder 52 Jahren sei aber "unangemessen", hieß es.


60 Prozent der Rente
Bislang haben Hinterbliebene, die ein minderjähriges Kind erziehen oder über 45 Jahre alt sind, Anspruch auf 55 bis 60 Prozent der Rente des Verstorbenen. Das wird die "große Witwenrente" genannt. Weiß ist überzeugt, dass die von einer Änderung betroffenen jüngeren Frauen eine Heraufsetzung des Mindestalters "akzeptieren" würden. Wer bereits eine Witwenrente erhält, wäre von der Änderung nicht betroffen.

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