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Greenpeace: Atomausstieg macht Strom nicht knapp und teurer

Greenpeace widerspricht Energiebranche und Union  

Atomausstieg macht Strom nicht knapp und teurer

17.09.2008, 20:39 Uhr | dpa

Greenpeace-Aktivisten projizieren ein Symbol für Radioaktivität auf einen Kühlturm des hessischen Atomkraftwerks Biblis (Quelle: ddp) Das Horrorszenario für den kleinen Mann malen Energiebranche und konservative Politiker gern an die Wand: Bleibt Deutschland beim Atomausstieg und baut keine neuen Kohlekraftwerke, wird der Strom knapp und noch teurer. Stimmt nicht, sagt jetzt Greenpeace und stützt sich auf eine neue Studie, die das Gegenteil ergibt.

Bei einem Ausstieg aus der Atomenergie und dem Verzicht auf neue Kohlekraftwerke wird es nach Berechnungen der Umweltorganisation nicht zu einer preistreibenden Stromlücke kommen. Die Versorgung mit Strom sei durch verstärkte Einsparungen sowie den Ausbau erneuerbarer Energien gewährleistet, sagte Greenpeace-Experte Roland Hipp am Mittwoch bei Vorstellung der "EUtech-Studie" (PDF-Datei zum Herunterladen) in Berlin. Gegenteilige Behauptungen der Energiekonzerne, von CDU und CSU sowie der staatlich kontrollierten Deutschen Energie-Agentur Dena seien "gezielt gestreute Märchen" und Wahlkampfpropaganda.

Animierte Grafik Atomkraftwerke in Deutschland
Renaissance der Atomkraft Europäische Länder im Vergleich

"Sprachrohr" der Konzerne?

Hipp warf der Dena darüber hinaus vor, zu einem "Sprachrohr" von Konzerninteressen geworden zu sein. Die Grünen schlossen sich dieser Kritik an. Dena-Chef Stephan Kohler verteidigte dagegen seine vielbeachtete Expertise (PDF-Datei zum Herunterladen) aus dem Frühjahr 2008. Die Dena hatte darin dargelegt, Deutschland drohe im Jahr 2020 eine Stromlücke von 12.000 Megawatt. Das entspräche der Leistung von 15 Großkraftwerken, sagte Hipp. Der neuen Greenpeace-Studie zufolge sei dagegen mit einer Überkapazität von etwa zwölf Großkraftwerken zu rechnen.

Hintergründe zum Klimawandel (Montage: T-Online)Hintergründe zum Klimawandel (Montage: T-Online)

Greenpeace: Falsch berechnet

Greenpeace hält der Dena vor, sie habe "die tatsächlichen Energiekapazitäten so berechnet, dass sie eine Stromlücke konstruieren konnte". Für 2020 gehe sie von zu hohem Strombedarf aus, der nicht den Regierungszielen entspricht. Zugleich nehme sie eine deutlich geringere Leistung von Öko-Energien oder klimafreundlicheren Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlagen an als andere Studien. Greenpeace warnte vor "weiteren falschen Behauptungen von Wahlkämpfern und der Energiewirtschaft. Diese wollen mit Hinweis auf die angebliche Stromlücke vor allem verlängerte Laufzeiten für Atomkraftwerke und eine viel zu hohe Zahl klimaschädlicher Kohlekraftwerke durchsetzen".

"Unser Ergebnis steht fest"

"Die Kraftwerksanalyse der Dena beruht auf den Vorgaben des Klimaprogramms der Bundesregierung", erwiderte Dena-Chef Kohler. "Unser Ergebnis steht fest: Um die Versorgungssicherheit in Deutschland zu bezahlbaren Strompreisen zu gewährleisten, müssen neue effiziente Kohle- und Erdgaskraftwerke gebaut werden. Dann kann Deutschland auch seine Klimaziele erreichen."

Auch Grüne sagen: Gefälligkeitsgutachten

Der vergleichsweise pessimistischen Sicht der Studie hatte bereits im Frühjahr das Bundesumweltministerium widersprochen. Die Vizechefin der Grünen-Bundestagsfraktion, Bärbel Höhn, erklärte jetzt, die Energiekonzerne E.ON und RWE hätten für das Dena-Gutachten damals den "absolut überhöhten Preis" von 100.000 Euro bezahlt. Heraus gekommen sei ein Gefälligkeitsgutachten, das die öffentliche Debatte über Versorgungsengpässe "grob manipuliert hat". Die halbstaatliche Gesellschaft Dena - der Bundeswirtschaftsminister Michael Glos (CSU) im Aufsichtsrat vorsitzt - sei hinsichtlich ihrer Finanzierung absolut intransparent.

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