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Atomkraftgegner protestieren im Wendland

Castortransport nach Gorleben  

Atomkraftgegner protestieren im Wendland

08.11.2008, 20:16 Uhr | dpa

Rund 15.000 Menschen protestieren in Gorleben, mehr als doppelt so viele wie beim letzten Castortransport (Foto: ddp) Bei einer der größten Anti-Atom-Demonstrationen seit Jahren haben am Samstag rund 15.000 Menschen gegen den Atommüll-Transport ins niedersächsische Gorleben demonstriert. Wegen einer Gleisblockade in der Südpfalz verzögerte sich die Ankunft des Atommüllzuges aus Frankreich in Deutschland.

Drei Demonstranten - zwei Männer und eine Frau - hatten sich auf den Gleisen angekettet, sagte ein Sprecher der Bundespolizei in der Nähe des Ortes Berg. Am frühen Abend gelang es den Beamten, einen Demonstranten von den Gleisen zu entfernen.

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"Stärkste Mobilisierung seit Jahren"

In Gorleben kamen nach Angaben der Polizei rund 14.500 Menschen zu einer Protestkundgebung zusammen. Die Anti-Atom-Initiative "X- tausendmal quer" sprach von 16.000 Demonstranten. Der Ansturm sei so groß gewesen wie zuletzt 2001, hieß es. Angeheizt wird der Protest durch den politischen Streit um längere Laufzeiten für Atomkraftwerke und wegen der Pannen in dem einsturzgefährdeten Atommülllager Asse bei Wolfenbüttel. "Das ist die stärkste Mobilisierung seit Jahren", teilten die Atomkraftgegner mit. Die Demonstration in Gorleben mit Musik und rund 350 Traktoren wurde von einem großen Polizeiaufgebot begleitet und blieb zunächst friedlich.

Prominente Grüne demonstrieren mit

Vor dem Zwischenlager in Gorleben versammelten sich Demonstranten zu einer Sitzblockade. Darunter war auch Grünen-Chefin Claudia Roth. Sie sagte, der Protest gehe weit über die Region hinaus und sei ein breite gesellschaftliche Bewegung. "Das ist ein deutliches Signal an die Bundesregierung, dass es darum geht, am Atomausstieg festzuhalten." Auch die Bundestags-Fraktionsvorsitzende der Grünen, Renate Künast, der designierte Parteichef Cem Özdemir und andere Politiker kamen ins Wendland.

Protestierer ketten sich an Gleise

Die Ankunft des Atommüll-Transports aus Frankreich, die seit etwa 14 Uhr in Wörth erwartet worden war, verzögerte sich wegen der Gleisblockade bei Berg im Kreis Germersheim für mehrere Stunden. Nach Darstellung der Atomkraftgegner hatten sich die Demonstranten mit den Armen in einem unter den Bahnschwellen im Gleisbett versteckten Betonblock angekettet. Die Einsatzkräfte arbeiteten mit Bohrern und Meißeln an dem Betonblock. Ein Polizeisprecher sagte, er gehe davon aus, dass der Zug noch am Samstag weiterfahren könne.

Ankunft in Gorleben am Sonntag

In Wörth in Rheinland-Pfalz werden normalerweise die französischen Lokomotiven gegen deutsche getauscht. Der Atommüll-Transport war am Freitagabend in Frankreich gestartet und wird am Sonntag im Wendland in Niedersachsen erwartet.

"Kleine Gruppen suchen Konfrontation"

Die Polizei im Wendland stellte sich auch auf gewaltsame Aktionen ein. Am Freitagabend hatten Einsatzkräfte bei Dannenberg eine Sitzblockade auf einer Bundesstraße aufgehoben und einige Atomkraftgegner vorläufig in Gewahrsam genommen. Es flogen Flaschen und Knallkörper. "Es gibt kleine Gruppen, die die Konfrontation mit der Polizei suchen", sagte ein Polizeisprecher.

Brände an Signalanlagen

In der Nacht zum Samstag legten Unbekannte in Brandenburg drei Brände an Signalanlagen der Bahn. Einen Zusammenhang mit dem Atommülltransport schloss die Bundespolizei nicht aus. Hinweise auf die Täter gab es zunächst aber nicht. Es kam zu Verspätungen im Bahnverkehr.

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