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Atomkraftwerke sollen weiterlaufen

Sieg für Atomlobby  

Atomkraftwerke sollen weiterlaufen

12.02.2010, 19:14 Uhr | AFP, dapd

Atomkraftwerk Biblis: Alle Uraltmeiler sollen vorerst weiterlaufen (Foto: imago)Atomkraftwerk Biblis: Alle Uraltmeiler sollen vorerst weiterlaufen (Foto: imago) Alle 17 deutschen Atomkraftwerke sollen zunächst weiterlaufen. Darauf habe sich die Regierung bei einem Treffen mit den Energieversorgern im Kanzleramt festgelegt, berichtet das Magazin "Der Spiegel". Diese Regelung soll gelten, bis sich die schwarz-gelbe Koalition auf ein neues Energiekonzept verständigt hat. Dieses dürfte bis Oktober vorliegen.

Über das Vorhaben der Regierung, die Atomlaufzeiten generell zu verlängern, werde erst nach der Wahl in Nordrhein-Westfalen im Mai entschieden werden. Laut "Spiegel" sollen auch die Uraltmeiler Neckarwestheim 1 und Biblis A, die nach dem rot-grünen Atomkonsens bald abgeschaltet werden müssten, mindestens bis Herbst weiterbetrieben werden.



Biblis A soll noch lange Strom liefern

Um die Kraftwerke weiterlaufen zu lassen, sollen nicht verbrauchte Stromkontingente von anderen Anlagen auf die Reaktoren Neckarwestheim und Biblis übertragen werden. Bei Biblis A, das eigentlich im Sommer vom Netz gehen sollte, kann sich die hessische Umweltministerin Silke Lautenschläger sogar vorstellen, dass das Kraftwerk noch mindestens zehn Jahre lang Strom liefert. "Das ist vorstellbar", sagte die CDU-Politikerin der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung". Voraussetzung sei allerdings, dass der älteste noch genutzte Atomreaktor Deutschlands künftigen verschärften Sicherheitsstandards genüge.

Brüderle gegen unbefristete Laufzeiten

Eine unbefristete Verlängerung der Laufzeiten auch sicherer Kernkraftwerke lehnt Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) jedoch ab. "Wir brauchen einen Endzeitpunkt, denn unser Ziel ist, mit den Kernkraftwerken als Brückentechnologie so schnell wie möglich in das Zeitalter der regenerativen Energien zu gelangen", sagte Brüderle der in Düsseldorf erscheinenden "Rheinischen Post".

Proteste in Gronau

Wie Lautenschläger betonte auch der FDP-Politiker, dass mehr als 50 Prozent der Zusatzgewinne dem Staat zur Verfügung gestellt werden müssten. "Wichtig ist, dass die Konzerne mindestens die Hälfte der Zusatzgewinne abgeben müssen, die dann für die erneuerbaren Energien verwendet werden", wird er zitiert. Derweil demonstrierten Atomkraftgegner im münsterländischen Gronau für ein Festhalten am Atomausstieg. "Atomausstieg schützt!" projizierten die Aktivisten auf die Urananreicherungsanlage. Ein Arbeiter war am vergangenen Donnerstag beim Hantieren mit einem Uranbehälter verstrahlt worden.

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