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Niedersachsen: Agrarministerin Astrid Grotelüschen zurückgetreten

Grotelüschen erklärt Rücktritt

17.12.2010, 15:22 Uhr | dapd, dpa

Niedersachsen: Agrarministerin Astrid Grotelüschen zurückgetreten. Massiv unter Druck: Grotelüschen reagiert auf die anhaltende Kritik an ihrer Person (Foto: dpa)

Massiv unter Druck: Grotelüschen reagiert auf die anhaltende Kritik an ihrer Person (Foto: dpa) (Quelle: dpa)

Niedersachsens schwer unter Druck geratene Agrarministerin Astrid Grotelüschen (CDU) ist nach rund acht Monaten im Amt zurückgetreten. Ministerpräsident David McAllister präsentierte in der CDU-Landtagsfraktion bereits einen Nachfolger - den früheren Staatssekretär im Bundesagrarministerium, Gert Lindemann.

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Der 63-jährige Agrar-Fachmann erhielt von den Abgeordneten in der Sondersitzung im Landtag in Hannover viel Applaus. "Gert Lindemann bringt für die wichtige Aufgabe des niedersächsischen Landwirtschaftsministers alle notwendigen Voraussetzungen und Qualifikationen mit", erklärte McAllister. Die CDU-Parlamentarier reagierten erleichtert auf den Ministerwechsel. Grotelüschen war wegen andauernder Vorwürfe um Tierschutz-Mängel und Billiglöhne in der Geflügelbranche zur Belastung für die schwarz-gelbe Landesregierung geworden. Die Opposition bewertete den Rücktritt als überfällig.

"Zu sehr Lobbyistin"

Auch die CDU-Landtagsabgeordneten waren sich weitgehend einig, dass ein Wechsel an der Spitze des Agrarressorts unausweichlich geworden war. Zugleich bezeichneten sie den Rücktritt aber als "menschlich bitter". Grotelüschen war als Abgeordneten-Neuling im Bundestag nach nur wenigen Monaten in die Landesregierung aufgestiegen. Ex-Ministerpräsident Christian Wulff hatte die 46-Jährige berufen.

McAllister bezeichnete den Rücktritt als ihre persönliche Entscheidung. Grotelüschen habe ihr Amt niedergelegt, weil sie ihre Familie schützen und möglichen Schaden für das Ansehen des Agrarlandes Niedersachsen abwenden wolle, sagte McAllister im Landtag.

Grotelüschens Familie besitzt eine der größten Mastkükenbrütereien in Deutschland. Tierschützer und die Opposition beklagten immer wieder, Grotelüschen sei im Regierungsamt noch zu sehr Lobbyistin und verharmlose die Probleme der Massentierhaltung. Eine Studie zu Missständen in der Hähnchenmast im Auftrag des Ministeriums hatte die Debatte weiter angeheizt. Auch die Ankündigung der Ministerin am Anfang dieser Woche, eine Arbeitsgruppe zum Tierwohl einzusetzen, kam vielen zu spät.

"Respektlos und zutiefst verletzend"

Es sei wichtig, dass jetzt wieder Ruhe einkehre, sagte Sozialministerin Aygül Özkan. McAllister habe in dieser Lage Konsequenzen ziehen müssen, erklärte Grotelüschens Vorgänger, Hans-Heinrich Ehlen. "Wir bekommen wieder einen Top-Fachmann", hieß es in der CDU-Landtagsfraktion. Kultusminister Bernd Althusmann bezeichnete Lindemann als "honorigen und kenntnisreichen Politiker". Grotelüschen selbst war nicht zur Fraktions- Sondersitzung erschienen.

CDU-Fraktionschef Björn Thümler reagierte mit Kritik an der Opposition, der es "um ein inszeniertes Kesseltreiben gegen eine hervorragend arbeitende Landesregierung" gegangen sei. "Der Umgang mit Astrid Grotelüschen durch die Opposition war respektlos und menschlich zutiefst verletzend. Ich kann gut nachvollziehen, dass die damit einhergehende Belastung, der die gesamte Familie Grotelüschen mittlerweile ausgesetzt ist, unerträglich wurde."

Thümler würdigte den neuen Agrarminister Lindemann als profunden Kenner der deutschen und europäischen Agrarpolitik. Er genieße auch bei Landwirtschafts- und Tierschutzverbänden ein hohes Ansehen.


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