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Auftritt Erdogans: Kölner Oberbürgermeister fürchtet Zusammenstöße

Auftritt Erdogans  

Kölner Oberbürgermeister fürchtet Zusammenstöße

24.05.2014, 11:12 Uhr | AFP

Auftritt Erdogans: Kölner Oberbürgermeister fürchtet Zusammenstöße. Recep Tayyip Erdogan soll am Nachmittag eine Rede in Köln halten. (Quelle: Reuters)

Recep Tayyip Erdogan soll am Nachmittag eine Rede in Köln halten. (Quelle: Reuters)

Kurz vor dem Auftritt des türkischen Ministerpräsidenten Recep Tayyip Erdogan hat Kölns Oberbürgermeister Jürgen Roters (SPD) scharfe Kritik an dem konservativen Regierungschef geübt.

Die Auslandsreise sei "schon eine gewisse Provokation nach dem schweren Grubenunglück und vor dem Hintergrund von gewalttätigen Auseinandersetzungen in der Türkei", sagte Roters dem Radiosender WDR 5.

Angesichts der Spannungen in der Türkei fürchtet Roters auch in Köln Zusammenstöße zwischen Erdogans Gegnern und Anhängern. "Bislang haben wir ein sehr friedliches Miteinander gehabt, auch wenn unterschiedliche Positionen da waren. Sie werden jetzt emotionalisiert", sagte der SPD-Politiker in der WDR-Sendung "Morgenecho".

Zugleich rief er die Besucher des Erdogan-Auftritts in der Lanxess-Arena sowie die Erdogan-Kritiker zur Zurückhaltung auf: "Zeigen wir in Köln, dass wir - auch wenn wir unterschiedlicher Auffassung sind - friedlich miteinander umgehen. Und dass wir uns solche Dinge auch leisten können, weil wir eine starke Demokratie sind."

Demonstranten versammeln sich

In der Kölner Innenstadt haben sich unterdessen die ersten hundert Demonstranten gegen den Auftritt versammelt. Viele kauften T-Shirts mit der Aufschrift "Überall Taksim - überall Widerstand", womit sie auf die Proteste gegen die islamisch-konservative Regierung der Türkei auf dem Taksim-Platz in Istanbul anspielten.

Andere trugen gelbe Sicherheitshelme mit dem Aufdruck "Soma". Bei dem verheerenden Grubenunglück von Soma waren nach offiziellen Angaben 301 Bergleute ums Leben gekommen.

Zu der Gegenkundgebung hat die Alevitische Gemeinde aufgerufen. Die Demonstranten wollen am Nachmittag durch die Kölner Innenstadt ziehen. Auf der anderen Rheinseite wird Erdogan dann von etwa 15.000 Anhängern in der Lanxess-Arena erwartet.

Gründungsjubiläum als Anlass

Offizieller Anlass für Erdogans Rede am Nachmittag ist das zehnjährige Gründungsjubiläum der Union Europäisch-Türkischer Demokraten (UETD), die Erdogans Regierungspartei AKP unterstützt.

Beobachter sind sich aber sicher, dass Erdogan vor der türkischen Präsidentschaftswahl im August in Köln um die Stimmen der rund 1,5 Millionen türkischen Wähler in Deutschland kämpfen will. Erdogan gilt als Favorit für die Wahl, auch wenn er seine Kandidatur noch nicht offiziell erklärt hat.

An dem Termin gab es schon von anderen deutschen Politikern heftige Kritik. Sie fürchten, dass sich der islamisch-konservative Regierungschef einen Tag vor der Europawahl in Deutschland in den Europawahlkampf einmischen könnte.

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