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"Mabyrit Illner" zur US-Wahl 2016: Trump-Wähler sorgt für Gelächter

"Wir bezahlen für eure Verteidigung!“  

Trump-Wähler sorgt für ungläubiges Gelächter bei "Mabyrit Illner"

04.11.2016, 10:02 Uhr | Nico Damm, t-online.de

"Mabyrit Illner" zur US-Wahl 2016: Trump-Wähler sorgt für Gelächter . US-Wahl: In der ZDF Talkshow Maybrit Illner sorgte Trump-Wähler Nicholas Smith für Gelächter. (Quelle: Imago/Müller/Stauffenberg)

US-Wahl: In der ZDF Talkshow Maybrit Illner sorgte Trump-Wähler Nicholas Smith für Gelächter. (Quelle: Imago/Müller/Stauffenberg)

Maybrit Illners Gäste diskutierten über die bevorstehende Präsidentschaftswahl in den USA. Das Thema: "Sex, Lügen, E-Mails - Schlammschlacht ums Weiße Haus".

Es war der gefühlt hundertste Versuch, die Amerikaner und ihre politische Kultur zu verstehen. Dabei ging es natürlich auch um die alles entscheidende Frage: Wer wird das äußerst knappe Rennen gewinnen? Und was wären die Folgen für Deutschland und Europa durch einen Erfolg von Clinton oder Trump? Wie fast immer drehte sich letztlich dann aber doch wieder fast alles um das "Phänomen Donald Trump" und die Ergründung seines Erfolgs trotz der zahlreichen Fehltritte. Das Erfrischende: Es saß mit Lambsdorff nur ein einziger Politiker am Tisch. Das hieß: Jeder durfte ausreden, jeder war höflich. 

Die Gäste:

  • Alexander Graf Lambsdorff, stellvertretender Präsident des Europäischen Parlamentes
  • Claus Kleber, "heute journal"-Moderator
  • Deborah Feldman, US-amerikanische Autorin
  • Nicholas Smith, Trump-Wähler
  • Paulina Unfried, Schülerin
  • Andrew B. Denison, US-amerikanischer Politologe

Der Frontverlauf: 

Da bei der Auswahl des Gäste mehr auf Experten und repräsentativ ausgewählte Amerikaner als auf Vertreter einer bestimmten politischen Richtung gesetzt wurde, hatte der Abend etwas von einer lockeren Gesprächsrunde mit Fachleuten. Eine Uneinigkeit gab es aber: Denison fiel als vehementer Verteidiger von Clinton auf, die ansonsten viel Kritik erntete. "Obama ist beliebt und unterstützt sie. Sie hat ein gutes Netzwerk", sagte Denison. Feldman widersprach: "Sie unterschätzen die Leute, die das System hassen." Clintons größter Fehler sei gewesen, diesen Menschen aufzuzeigen, dass gerade er mit seinen vielen Milliarden das Establishment sei. 

Warum Trump so viel Erfolg hat: 

Von einem "Dieter Bohlen als Kanzlerkandidat" sprach Illner – was Lambsdorff als "gutes Bild" bezeichnete. Populismus sei aber kein ureigenes amerikanisches Problem. Mit Boris Johnson, Marie Le Pen, der AfD und anderen habe man ihn auch in Europa. "Vielleicht ist das ein Ausdruck einer Demokratiekrise." Er sehe aber auch große ökonomische Probleme. "42 Millionen Amerikaner bekommen Essensmarken."

Smith, bekennender Trump-Anhänger, sah eine "offene Drehtür zwischen Lobbyismus und Elite-Politikern". Trump habe vor, dies durch eine Sperrfrist zu ändern. Trump stehe schlicht "für Hoffnung".

Doch nicht nur bei den abgehängten rechtskonservativen Republikanern auf dem Land habe er Chancen, sondern durchaus bei den Linken: "Bill Clinton hat den Glass-Steagle-Act abgeschafft und damit die Finanzkrise ermöglicht", erinnerte Feldman. Das Gesetz schrieb die Trennung zwischen dem Einlagen- und Kreditgeschäft und dem Wertpapiergeschäft vor. Auch Kleber nannte das ein "sehr wichtiges Argument gegen Clinton". Clinton gilt zudem als außenpolitische Hardlinerin.

Was für Clinton spricht:

Für Claus Kleber ist Clinton "viel professioneller" im Wahlkampf. "Trump geht in Staaten, wo er null Chancen hat." Zum Beispiel spreche er in Wisconsin, wo er als Republikaner eigentlich nichts gewinnen könne.

Letztlich, so hoffte Kleber, müsste Trump auch einmal die Folgen seiner ständigen rhetorischen Fehltritte ausbaden. Die "New York Times" habe eine Liste mit 282 Gruppen veröffentlicht, die er angeblich beleidigt habe.

"Ich wusste gar nicht, dass es so viele gibt." Außenpolitisch solle man auf Clinton hoffen, sagte Kleber. "Das ist nicht die Zeit für Berufsanfänger." Auch Lambsdorff nannte die Welt einen "gefährlichen Ort", wo er lieber die erfahrene Clinton am Ruder hätte.

Warum der Wahlkampf ziemlich traurig ist: 

Nicht nur die Schlammschlacht an sich, auch die Wahl zwischen zwei höchst umstrittenen Kandidaten verurteilten die Gäste unisono. "Hillary wäre die unbeliebteste Kandidatin in der Geschichte", sagte Kleber – gäbe es den unbeliebteren Trump nicht. Die Redaktion hatte gut herausgearbeitet, dass beide Kandidaten aus demselben Establishment der Ostküste kamen: Die Clintons und Trump kannten sich, trafen sich auf Partys. Feldman überraschte die Freundschaft nicht: Hillary gehe eben dort hin, wo das Geld sei, und "da kommt das Geld her".

Der Lacher des Abends: 

Für den sorgte US-Amerikaner Smith mit seiner Antwort auf die Frage, wie das Verhältnis von Deutschland mit einem Präsidenten Trump sein könne.

Die Zusammenarbeit ginge schon weiter, sagte Smith. Aber: "Ihr habt kostenlose Universitäten, schöne Züge. Das habt ihr, weil wir für eure Verteidigung bezahlen!“ Sprich: Trump würde Deutschland drängen, mehr für Rüstung auszugeben. Was folgte, war leicht ungläubiges Gelächter im Studio.

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