• Home
  • Politik
  • Deutschland
  • Innenpolitik
  • Gr├╝nen-Chef Robert Habeck ├╝ber Heimat: Utopische Kraft


Interview
Unsere Interview-Regel

Der Gespr├Ąchspartner muss auf jede unserer Fragen antworten. Anschlie├čend bekommt er seine Antworten vorgelegt und kann sie autorisieren.

"So ist ein Heimatministerium l├Ącherlicher Bullshit"

Ein Interview von Jonas Schaible

25.03.2018Lesedauer: 8 Min.
Gr├╝nen-Chef Robert Habeck: Sch├Ątzt die utopische Kraft von Heimat.
Gr├╝nen-Chef Robert Habeck: Sch├Ątzt die utopische Kraft von Heimat. (Quelle: Soeren Stache/dpa)
Facebook LogoTwitter LogoPinterest LogoWhatsApp Logo
Schlagzeilen
AlleAlle anzeigen

Symbolbild f├╝r einen TextUS-Schauspielerin in Fluss ertrunkenSymbolbild f├╝r einen TextJunge erschie├čt einj├Ąhriges M├ĄdchenSymbolbild f├╝r einen TextDeshalb will Lewandowski zu BarcaSymbolbild f├╝r einen TextLeiche bei Kraftwerk gefundenSymbolbild f├╝r einen TextSo denkt Lahm ├╝ber G├Âtze und Man├ęSymbolbild f├╝r einen TextTexas: 46 Tote in Lastwagen entdeckt Symbolbild f├╝r einen TextAirline verliert Tasche von Tennis-ProfiSymbolbild f├╝r einen TextGelbe Giftwolke t├Âtet zw├Âlf MenschenSymbolbild f├╝r einen TextKehrt Johnny Depp in Kultrolle zur├╝ck?Symbolbild f├╝r einen TextHut-Panne bei K├Ânigin M├íximaSymbolbild f├╝r einen TextARD-Serienstar wird ersetztSymbolbild f├╝r einen Watson TeaserInfluencerin l├╝gt dreist in die KameraSymbolbild f├╝r einen TextJetzt testen: Was f├╝r ein Herrscher sind Sie?

Gr├╝nen-Chef Robert Habeck m├Âchte Geborgenheit und Vertrauen schaffen. Mit einem Abteilungsleiter Heimat im Innenministerium sei das nicht zu erreichen, sagt er im Interview. Und macht Vorschl├Ąge, wie es gehen soll.

Der neue Heimatminister Horst Seehofer hat gleich zu Beginn mit einem Interview f├╝r Aufregung gesorgt, in dem er sagte, der Islam geh├Âre nicht zu Deutschland. Viele Linke sahen ihre schlimmsten Bef├╝rchtungen best├Ątigt: Heimat zu betonen, glauben sie, f├╝hre zu Deutscht├╝melei und Ausgrenzung.

Andere halten es f├╝r richtig, ja sogar f├╝r wertvoll, ├╝ber Heimat zu sprechen. Im Interview mit t-online.de hat bereits Th├╝ringens linker Ministerpr├Ąsident Bodo Ramelow erkl├Ąrt, er wolle sich Heimat "von keinem Nazi wegnehmen" lassen.

Jetzt erz├Ąhlt Robert Habeck, wieso er ein Heimatministerium allein f├╝r "l├Ącherlichen Bullshit" h├Ąlt, aber trotzdem f├╝r "Heimat" k├Ąmpft. Und er macht konkrete Vorschl├Ąge f├╝r einen linken Konservatismus, der die Verunsicherung vieler Menschen lindern soll.

Herr Habeck, seit dem Herbst ist "Heimat" ein gro├čes Thema. Ich m├Âchte verstehen, was die politische Linke mit "Heimat" anfangen kann. Eine Bemerkung vorneweg: Ich will dem Begriff auf den Zahn f├╝hlen, nicht Ihnen. Ich bin darauf angewiesen, dass Sie mitmachen. Einverstanden?

Robert Habeck: Einverstanden.

Warum reden wir seit dem Herbst vermehrt ├╝ber Heimat?

Pr├Ąziser w├Ąre zu sagen, seitdem ist Heimat in die vorderste Reihe der politischen Berichterstattung eingezogen. Das hat mit der Bundestagswahl zu tun, die Fragen nach Halt, Orientierung und der Instabilit├Ąt des Parteiensystems aufgeworfen hat. Offenbar gibt es eine Sehnsucht: ├ťber Heimat reden immer die, die Halt suchen. Ein Teil der Menschen hat als Reaktion auf dieses Heimweh rechtsradikal gew├Ąhlt.

ANZEIGEN
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Meistgelesen
Und pl├Âtzlich ist Putin nicht mehr isoliert
Indiens Premier Modi und Frankreichs Pr├Ąsident Macron beim G7-Gipfel: Andere Sicht auf Russlands Krieg.


Das ist auch meine Beobachtung. Ausl├Âser war vor allem das AfD-Ergebnis.

Die AfD hat die politische Landschaft in Unruhe versetzt. Aber ihr Erfolg ist selbst nur Symptom eines Zustands.

N├Ąmlich welchen Zustands?

Das Vertrauen, dass die Politik die Probleme l├Âsen kann, ist br├╝chig geworden. Es gibt ein Gef├╝hl, dass die Politik den Krisen der Zeit atemlos hinterherl├Ąuft. Die Suche nach Antworten endet bei den Rechts- und teilweise Linksnationalisten dann in einer puren Fiktion, n├Ąmlich in einem "Fr├╝her war alles besser".

Ein verbreiteter Befund der vergangenen Monate lautet, dass der Unterschied zwischen Stadt und Land wieder sichtbar wurde. Das Land w├Ąhlte Trump, den Brexit, Norbert Hofer. Haben wir es mit einem Stadt-Land-Konflikt zu tun, in dem "Heimat" ein Zugest├Ąndnis an das Land sein soll?

Das Gef├╝hl der Heimatlosigkeit hat nicht nur mit den Lebensbedingungen im l├Ąndlichen Raum zu tun. Die Frage, ob der Bus noch f├Ąhrt, stellt man sich in Gelsenkirchen-Ost genauso. Neben Alltagsproblemen geht es um fehlende Anerkennung. Der Mittlere Westen hat vor allem Trump gew├Ąhlt, weil schon die Sprache diskreditierend war. Da war die Rede vom "Rust Belt" und dem "Fly-over Country".

Trump-Unterst├╝tzer in Geneva, Ohio: Im so genannten "Rust Belt" hat Trump engagierte Anh├Ąnger.
Trump-Unterst├╝tzer in Geneva, Ohio: Im so genannten "Rust Belt" hat Trump engagierte Anh├Ąnger. (Quelle: Jeff Swensen/Getty Images)

Also Gegenden jenseits der urbanen Zentren, die vor sich hinrosten, ├╝ber die man auf dem Weg von Metropole zu Metropole hinweg fliegt, weil dort nichts ist.

Genau. Warum ist die AfD in Teilen Ostdeutschlands so stark? Weil es bisher nicht gelungen ist, zu sagen, wir sehen eure Probleme und eure Lebensleistung. Die Wende f├╝hrte bei vielen zu krassen Br├╝chen im eigenen Leben und der direkten Umgebung. Was bei den Leuten ankam, war: Ihr seid nichts wert. ├ähnliche Erfahrungen haben ├╝brigens auch Menschen im Ruhrgebiet gemacht. Es ist eben nicht alles gut, nur weil die B├╝rgersteige vern├╝nftig gepflastert sind. Die Verunsicherung geht viel tiefer, die hat etwas mit technischen Entwicklungen und politischen Systemen zu tun, die sich v├Âllig neu formatieren,

Was genau meinen Sie?

Zum einen ist die alte globale Ordnung zusammengebrochen. In Syrien k├Ąmpfen Nato-Partner gegeneinander. Iran und Israel gehen aufeinander los und keiner scheint einen Plan zu haben. Russland bricht auf der Krim und in Syrien V├Âlkerrecht, und wird trotzdem von Deutschland mit dem Bau der russischen Gas-Pipeline hierher hofiert. Die Lage heute ist viel un├╝bersichtlicher als im Kalten Krieg.

Zivilisten in einer zerst├Ârten Stra├če im syrischen Ost-Ghuta: Die Unsicherheit der Welt erzeuge Sehnsucht nach einem Ort, an dem sich alle Widerspr├╝che aufl├Âsen, sagt Robert Habeck.
Zivilisten in einer zerst├Ârten Stra├če im syrischen Ost-Ghuta: Die Unsicherheit der Welt erzeuge Sehnsucht nach einem Ort, an dem sich alle Widerspr├╝che aufl├Âsen, sagt Robert Habeck. (Quelle: Anas Alkharboutli/dpa)

Ich habe den Eindruck, dass aus der Tatsache, dass der Weltenbrand ausblieb, unzul├Ąssig gefolgert wird, dass im Kalten Krieg alles stabil war. Wird da nicht viel nachtr├Ąglich verkl├Ąrt?

Der Kalte Krieg mit seinem Wettr├╝sten ist zum Gl├╝ck ├╝berwunden. Aber es ist nicht gelungen, aus den Hoffnungsjahren nach der Wende eine stabile neue Ordnung herzustellen. Daher kommt diese ganz gro├če Unruhe.

Sie wollten noch ein Beispiel f├╝r technische Entwicklungen geben, die Menschen verunsichern.

Es fehlt fast die Sprache, um das zu beschreiben, aber wenn ich mir ├╝ber Google Maps einen Weg anzeigen lassen, werden meine Daten Teil eines ├Âkonomischen Szenarios: Welche Wege gehe ich? In welche Schaufenster gucke ich? Man kann ├╝ber die biometrische Erfassung meiner Facebook-Freunde ausmessen, welche Gesichtstypen ich mag und mir vorschlagen, wen ich kennenlernen sollte. Da wird das Privateste manipulierbar. Das sp├╝ren die Menschen.

Das klingt einerseits plausibel ÔÇô andererseits aber arg nach Psychoanalyse. Ich w├╝rde behaupten, dass solche Beeinflussung durch neue Technik den meisten Menschen nicht sehr bewusst ist.

Ich erkenne schon ein Unbehagen bei der Vermessung des Privatesten ÔÇô nur ist die Verlockung durch die Angebote der Netzwelt zu gro├č. Aber klar, aber wenn wir ├╝ber Heimat reden, reden wir immer ├╝ber Psychologie. Der Begriff ist eine Projektion. Schon die Vertreibung aus dem Paradies im Alten Testament ist das Urbild f├╝r die Sehnsucht nach einem Ort, der Gl├╝cksseligkeit verspricht.

Habeck bei einer Wattwanderung zwischen den Inseln Amrum und F├Âhr: Als Umweltminister in Schleswig-Holstein geh├Ârte die Pose am Strand dazu.
Habeck bei einer Wattwanderung zwischen den Inseln Amrum und F├Âhr: Als Umweltminister in Schleswig-Holstein geh├Ârte die Pose am Strand dazu. (Quelle: dpa)

Den gibt es aber nicht.

Nein. Aber die Sehnsucht danach wird in Exilmomenten dringend. Das Konzept Heimat ist in der deutschen Romantik entstanden. Da gab es auf einmal Industrie, Kohleminen und Eisenbergbau, Stromtrassen und Schienenfabriken ÔÇô und Landflucht. Also haben deutsche Dichter die Landschaft ├╝berh├Âht.

Sp├Ąter wurde "Heimat" zu einem wichtigen Begriff des Nationalsozialismus ÔÇô und ist es unter Neo-Nazis bis heute.

Loading...
Loading...
Loading...

Ja, der Begriff wurde so verhunzt und wird es noch heute. Man schreibt Heimat in Fraktur auf die Bomberjacke und jagt Ausl├Ąnder mit Baseballschl├Ągern. Das ist unertr├Ąglich. Aber im Kern geht es um den Traum von einer besseren Welt. Ich glaube nicht, dass das nur in Medien stattfindet, sondern dass das eine Tiefenstr├Âmung in der Gesellschaft ist.

Habeck vor Helgoland: Den Begriff "Heimat" m├Âchte er nicht den Rechten ├╝berlassen
Habeck vor Helgoland: Den Begriff "Heimat" m├Âchte er nicht den Rechten ├╝berlassen (Quelle: Carsten Rehder/dpa)

Sie haben zwei M├Âglichkeiten: Entweder dieses Gef├╝hl in andere Begriffe zu packen. Oder sich den Begriff "Heimat" anzueignen. Sie pl├Ądieren f├╝r zweiteres. Warum?

Wenn wir Begriffe aufgeben, nur weil andere sie benutzen, dann verlieren wir die M├Âglichkeit, Wirklichkeit zu beschreiben. Die Auseinandersetzung um die Bedeutung von Begriffen ist der Kern von Politik. Wenn man nicht engagiert um Deutungshoheit k├Ąmpft, gibt man Begriffe auf ÔÇô und damit Politik.

Ich glaube, es gibt ein Problem jenseits der historischen Beikl├Ąnge. Heimat ist etwas Individuelles, oder?

Heimat hat etwas mit meiner Kindheit zu tun, Heimat ist Geborgenheit oder Liebe: Also, ja, Heimat ist etwas Individuelles.

Heimat ist au├čerdem unver├Ąnderlich. Sonst g├Ąbe es nicht das eigene Wort "Wahl-Heimat" in Abgrenzung zur eigentlichen Heimat. Was aber soll Politik mit einem Konzept, das nicht verf├╝gbar ist f├╝r gesellschaftliche Gestaltung?

In einem sehr engen Sinne ist Heimat nicht verf├╝gbar. Zu sagen, mit einem Abteilungsleiter Heimat im Innenministerium ist das Problem gel├Âst, verballhornt die ernste Diskussion. So ist ein Heimatministerium l├Ącherlicher Bullshit.

Der heutige Innen- und Heimatminister Horst Seehofer mit Sternsingern in der M├╝nchner Staatskanzlei 2015: Kann Politik ├╝berhaupt ├╝ber Heimat verf├╝gen?
Der heutige Innen- und Heimatminister Horst Seehofer mit Sternsingern in der M├╝nchner Staatskanzlei 2015: Kann Politik ├╝berhaupt ├╝ber Heimat verf├╝gen? (Quelle: Tobias Hase/dpa)

Und trotzdem wollen Sie am Heimatbegriff festhalten?

Ja, denn Politik ist nicht nur, was im Amtsblatt steht, sondern auch die gesellschaftsphilosophische Auseinandersetzung mit der Welt.

Man k├Ânnte trotzdem andere Begriffe probieren, die weniger negativ konnotiert sind und weniger widerspr├╝chlich. "Zuhause" zum Beispiel. Warum h├Ąngen Sie so am Begriff "Heimat"?

Weil er ein utopisches Potential hat. Utopie hei├čt ja Nicht-Ort, und Heimat ist eine Utopie. Einige w├╝rden sagen, das ist ein Widerspruch. Aber gerade darin liegt auch der Reiz. Ich k├Ąmpfe f├╝r diesen Begriff, weil der Politik das Utopische fehlt. Es gibt ein Heimweh nach einer Politik, die mehr ist als das Durchwursteln durch das Tagesgesch├Ąft.

Wie finden Sie diesen Vorschlag: Heimat ist dort, wo man die Besteckschublade einr├Ąumen und die Abk├╝rzung zum Badesee nehmen kann. Abstrakter: In der Heimat kennt man sich aus, ist handlungsf├Ąhig und von der eigenen Selbstwirksamkeit ├╝berzeugt.

Beliebteste Videos
1
Mindestens zw├Âlf Menschen sterben in giftiger Gaswolke
Symbolbild f├╝r ein Video

Alle VideosPfeil nach rechts

Wenn es in die Zukunft gerichtet ist, bin ich dabei. Heimat w├Ąre dann das Zukunftsversprechen, dass wir wieder die Abk├╝rzung zum Badesee nehmen k├Ânnen. Dass wir uns handlungsf├Ąhig f├╝hlen.

Habeck und Annalena Baerbock nach ihrer Wahl zu Parteivorsitzenden: Seit Ende Januar 2018 f├╝hren beide die Partei.
Habeck und Annalena Baerbock nach ihrer Wahl zu Parteivorsitzenden: Seit Ende Januar 2018 f├╝hren beide die Partei. (Quelle: Bernd von Jutrczenka/dpa)

Bleibt die gro├če Frage: Was kann Politik tun, um da hin zu kommen?

Die Abk├╝rzung zum Badesee steht ja f├╝r Vertrauen und das hat viel mit Beziehungen zu tun. Der Umgang von Menschen mit Menschen darf nicht der Ort gro├čen Stresses sein. Wir haben ein riesiges Problem, wenn eine Pflegerin f├╝r einen Patienten nur zweieinhalb Minuten hat; wenn Lehrerinnen sich nicht um alle Kinder k├╝mmern k├Ânnen; wenn Freundschaften handelbare Ware werden.

So ist es oft aber. Was also tun?

Wir m├╝ssen wegkommen von der Idee, dass nur wertvoll ist, was einen Preis hat. Die Aufgabe ist, postmaterielle G├╝ter in politische Konzepte zu ├╝bersetzen.

Konkret!

Menschen sind nicht nur Marktteilnehmer, sie haben einen Anspruch auf Teilhabe am Gl├╝ck. Alle sollen flei├čig sein, wieso nicht; aber wir m├╝ssen uns ein Sozialsystem jenseits von Hartz IV ├╝berlegen, das die W├╝rde von Menschen nicht davon abh├Ąngig macht, wie erfolgreich sie im Berufsleben sind. Wir brauchen mindestens Garantiesysteme in Phasen, in denen Menschen nicht im Wettbewerb zur Erwerbsarbeit stehen: im Alter, Kinderzeiten, Bildungszeiten. Aber die Zeit verlangt mehr: Ganze Branchen brechen pl├Âtzlich weg, Lebenswege werden fragiler. Daher werden wir auch dar├╝ber diskutieren, ob es nicht eine Garantiesicherung f├╝r Erwachsene braucht, die dann bei der Steuer als zus├Ątzliches Einkommen versteuert wird.

Und in der Arbeitswelt selbst?

Arbeit ist f├╝r die allermeisten Menschen nicht nur eine Frage von Geldverdienen, sondern auch vom Platz in der Welt. Deshalb m├╝ssen die L├Âhne faktisch steigen. Zudem sollten wir Arbeit von den hohen Kosten entlasten. Im Gegenzug sollten wir das, was der Umwelt schadet wie CO2, Plastik, Pestizide besteuern. Damit w├╝rde auch die Arbeit von Menschen mit Menschen attraktiver.

Warum w├╝rde sie das?

Wenn Arbeitskraft billiger w├Ąre, ohne dass die Menschen weniger verdienen und weniger soziale Sicherheit haben, k├Ânnte man mehr Pfleger einstellen und ihnen mehr Zeit geben.

Man k├Ânnte als Dienstleister auch einfach Geld sparen.

Das l├Ąsst sich regulieren. Im Bundesrat haben wir zum Beispiel gerade eine Personaluntergrenze f├╝r Pflege gefordert, damit so etwas nicht passiert. Eine andere Idee: Mobilit├Ąt muss nicht kostenlos sein, aber so g├╝nstig, dass sie sich jeder leisten kann. Da l├Âst sich dann der Wunsch nach der Vertrautheit im Umgang mit Wegen ganz unmittelbar ein.

Habeck und der baden-w├╝rttembergische Ministerpr├Ąsident Winfried Kretschmann 2012 im Wattenmeer: Wie Kretschmann scheut auch Habeck das Konservative nicht.
Habeck und der baden-w├╝rttembergische Ministerpr├Ąsident Winfried Kretschmann 2012 im Wattenmeer: Wie Kretschmann scheut auch Habeck das Konservative nicht. (Quelle: Bodo Marks/dpa)

Klingt alles erstaunlich links, nur jetzt mit dem Label Heimat.

Es geht darum, wieder Geborgenheit und Vertrauen zu schaffen, Familie, Gl├╝ck, Liebe und Freundschaft Raum zu geben. Ich will, dass es in der Gesellschaft wieder fairer zugeht, ├Âffentliche G├╝ter und Kapital f├╝r die Menschen da sind, nicht umgekehrt. Das k├Ânnte man einen linken Konservatismus nennen. Jedenfalls ist es eine echte Antwort auf Verunsicherung

Nun zeigen alle Studien, dass Gr├╝ne und AfD voneinander so weit entfernt sind wie keine anderen Parteien. AfD-Sympathisanten w├╝rden sich eher die Hand abhacken, als gr├╝n zu w├Ąhlen. Was also erreichen Sie mit Ihrer Heimatpolitik?

Uns geht es darum, ein politisches Angebot f├╝r die Breite der Gesellschaft zu machen. Stramme Rechtsnationalisten werde ich damit sicher nicht erreichen. Aber wenn es gelingt, bei Verunsicherten wieder etwas mehr Vertrauen herzustellen in unsere Demokratie, dann ist schon viel gewonnen. Das ist ein Riesenaufgabe, aber genau die, die ansteht. Gerade wenn man sieht, wie eruptiv die Politik geworden ist.

Eruptiv? So eine Gro├čthese m├╝ssen Sie belegen.

Nehmen wir den Hype um die Piraten, das Auf und Ab von Martin Schulz und den Absturz der SPD. Trotzdem m├╝ssen wir versuchen, das Heft des Handelns in die Hand zu nehmen, auch wenn das vielleicht nicht beim ersten Versuch gelingt. Wir m├╝ssen versuchen, ein Feuer f├╝r eine progressive links-liberale Bewegung zu entfachen. Und es am Laufen zu halten.

Herr Habeck, wir danken f├╝r das Gespr├Ąch.

Facebook LogoTwitter LogoPinterest LogoWhatsApp Logo
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...

ShoppingANZEIGEN

Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
  • Tim Kummert
Von Tim Kummert
AfDAmrumAnnalena BaerbockBodo RamelowBrexitDeutschlandF├ÂhrGelsenkirchenHelgolandHorst SeehoferIranRobert HabeckSyrienWinfried Kretschmann
Politiker

t-online - Nachrichten f├╝r Deutschland
t-online folgen
FacebookTwitterInstagram

Das Unternehmen
Str├Âer Digital PublishingJobs & KarrierePresseWerbenKontaktImpressumDatenschutzhinweiseDatenschutzhinweise (PUR)Jugendschutz



Telekom
Telekom Produkte & Services
KundencenterFreemailSicherheitspaketVertragsverl├Ąngerung FestnetzVertragsverl├Ąngerung MobilfunkHilfeFrag Magenta


TelekomCo2 Neutrale Website