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Medienbericht: Innenminister Seehofer will die "Rote Hilfe" verbieten


Medienbericht: Seehofer will "Rote Hilfe" verbieten

Von Helena Serbent

Aktualisiert am 30.11.2018Lesedauer: 2 Min.
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Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) will wohl die "Rote Hilfe" verbieten.Vergrâßern des Bildes
Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) will wohl die "Rote Hilfe" verbieten. (Quelle: Christian Schroedter/imago-images-bilder)

Innenminister Horst Seehofer will die linke Rechtsbeistandsorganisation "Rote Hilfe e.V." verbieten. Die Gruppe war seit Jahren im Fokus des Verfassungsschutzes.

Der deutsche Innenminister Horst Seehofer will laut Medienberichten die β€žRote Hilfe e.V.β€œ (RH), eine linke Organisation fΓΌr Rechtsbeistand und Anwaltshilfe, verbieten. Das geht aus einem Bericht des Magazins Focus hervor.

Hintergrund dΓΌrfte die Beobachtung der Gruppe durch den Verfassungsschutz sein. Auf Nachfrage von t-online.de verwies das Bundesinnenministerium auf den Bericht der BehΓΆrde von 2017. Darin ist die RH unter dem Punkt Linksextremismus gelistet.

Der Verfassungsschutz schreibt, die RH versuche durch Publikationen, VortrΓ€ge, Demonstrationen die Sicherheits- und JustizbehΓΆrden sowie die rechtsstaatliche Demokratie zu diskreditieren. "Dazu organisiert sie unter anderem Informations- und Diskussionsveranstaltungen zu Themenfeldern wie 'staatliche Repression' und fordert dazu auf, grundsΓ€tzlich die Zusammenarbeit mit Sicherheits- und StrafverfolgungsbehΓΆrden bei der AufklΓ€rung von Straftaten zu verweigern." Inhaftierte wΓΌrden zum WeiterkΓ€mpfen angestiftet, so der Bericht.

BMI will sich nicht Àußern

Ein Sprecher des Bundesinnenministeriums teilte zugleich mit: "Zu etwaigen Verbotsüberlegungen Àußert sich das BMI generell nicht, unabhÀngig davon, ob hierzu im Einzelfall überhaupt Anlass besteht."

Kritik am Vorgehen des Bundesministeriums kam von der Linken-Bundestagsabgeordneten Ulla Jelpke. Auf ihrer Homepage forderte sie, als Mitglied des Vereins: "Finger weg von der Roten Hilfe!" DIE RH leiste wertvolle Unterstützung für linke Aktivistinnen und Aktivisten. Wer sich gegen Nazis, repressive Flüchtlingspolitik, Überwachung oder Militarisierung engagiere und deswegen staatliche Repression erleide, finde bei der Roten Hilfe Unterstützung, so Jelpke weiter.

Der eingetragene Verein unterstΓΌtzt seit 1970 linke Aktivistinnen und Aktivisten bei Strafverfolgung und Festnahmen durch Rechtsbeistand und engagiert sich fΓΌr deren Freilassung. Die RH sieht sich, laut ihrer Homepage, als ΓΌberparteiliche Organisation fΓΌr die "gesamte Linke".

Bundesregierung: RH ist mit dem Grundgesetz unvereinbar

Die Bundesregierung sieht in der RH linksextremistische Bestrebungen mit verfassungsfeindlichen Zielen. In einer Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Linken-Bundestagsfraktion schreibt heißt es: "Indem die RH ihre Kritik an der bestehenden verfassungsgemÀßen Ordnung mit der moralischen, ideologischen und finanziellen UnterstΓΌtzung von Personen verknΓΌpft, die sich durch die Begehung bestimmter Straftaten aktiv gegen die bestehende Verfassungsordnung wenden, geht sie ΓΌber den Bereich einer zulΓ€ssigen Verfassungskritik hinaus.β€œ

  • BefΓΌrworter im Westen: Rufe nach AfD-Überwachung durch Verfassungsschutz
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  • Zeitung: Mehr Salafisten und ReichsbΓΌrger in Berlin

Mit SolidaritΓ€tsbekunden zu etwa den flΓΌchtigen Mitgliedern der "Roten Armee Fraktion" (RAF) zeige die RH ihre Bereitschaft zur aktiven Umgestaltung der bestehenden Verfassungsordnung, hin zu einer mit dem Grundgesetz unvereinbaren sozialistisch-kommunistischen Staatsordnung, so die Bundesregierung weiter.

In den Parteien GrΓΌne, Linke und SPD findet die RH zu Teilen jedoch Zuspruch. 2007 geriet die damalige Juso-Chefin Franziska Drohsel wegen ihrer Mitgliedschaft in der "Roten Hilfe" in die Kritik. Drohsel trat daraufhin aus der Organisation aus.

Im gleichen Jahr hatten sich Politiker der Linken, darunter Katja Kipping, mit der RH solidarisiert. 2013 wurde die RH-Mitgliedschaft von Sina Doughan, der damaligen Sprecherin der GrΓΌnen Jugend, bekannt.

Verwendete Quellen
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