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Klarstellung: Grüne fordern kein Luftballon-Verbot

Nach Aufregung  

Klarstellung: Grüne fordern kein Luftballon-Verbot

13.09.2019, 17:40 Uhr | dpa

Klarstellung: Grüne fordern kein Luftballon-Verbot. Ballonverkäufer in der Hannoveraner Innenstadt: Niedersachsens Grünen-Chefin Kura hat klargestellt, dass sie kein grundsätzliches Verbot von Luftballons verlangt.

Ballonverkäufer in der Hannoveraner Innenstadt: Niedersachsens Grünen-Chefin Kura hat klargestellt, dass sie kein grundsätzliches Verbot von Luftballons verlangt. Foto: Raphael Knipping. (Quelle: dpa)

Niedersachsens Grünen-Chefin hat eine Debatte über die Umweltgefahren von Ballons angestoßen, und die politische Konkurrenz geht in die Luft.

Die Grünen in Niedersachsen befürworten einen Verzicht auf das Steigenlassen gasgefüllter Luftballons. Die Landespartei-Chefin Anne Kura stellte zugleich klar, dass sie kein grundsätzliches Verbot verlangt. "Wir fordern kein generelles Luftballonverbot. Luftballons auf Kindergeburtstagen im Wohnzimmer sind völlig okay und machen Spaß", sagte Kura.

Konkurrenz spricht von Verbotspolitik

"Mir geht es tatsächlich darum, dass, wenn man gasgefüllte Luftballons steigen lässt, die auf jeden Fall in der Natur landen und dann von Vögeln gefressen werden, die daran qualvoll verenden", so Kura. Andere Parteien warfen den Grünen eine Verbotspolitik vor. Zuvor hatte die "Neue Osnabrücker Zeitung" berichtet.

Den Anstoß für die Diskussionen lieferte ein Beschluss in Gütersloh, auf den Kura von der "Neuen Osnabrücker Zeitung" angesprochen wurde: Die Stadt in Nordrhein-Westfalen hatte Anfang September entschieden, bei städtischen Veranstaltungen künftig auf den Aufstieg gasgefüllter Luftballons zu verzichten. "Das ist aus meiner Sicht eine lohnende Initiative", sagte Kura. Ein Ballonverbot sei das aber nicht.

Auch CDU stimmte zu

Der Gütersloher Beschluss sieht auch vor, dass der Ballonaufstieg in Genehmigungen zur Überlassung öffentlicher Flächen untersagt wird. In Einzelfällen, die auf höherrangigem Recht beruhen, etwa bei Demonstrationen, könne der Aufstieg von Ballons aber nicht verhindert werden, heißt es. Verabschiedet wurde der Beschluss in Gütersloh einstimmig, auch mit sechs Stimmen der CDU.

Niederländische Kommunen gehen voran

Auf EU-Ebene war ein Verbot von Luftballons im vergangenen Jahr diskutiert, dann aber verworfen worden. Von 2021 an sollen zwar Produkte mit Einmal-Plastik, für die es Alternativen gibt, vom europäischen Markt verschwinden, dazu gehören Plastikteller, Strohhalme und auch Luftballonstäbe, nicht aber die Ballons selbst.

Anders sieht es in den Niederlanden aus: Dort gab es im Frühjahr 2019 schon in 17 Prozent der Kommunen ein Verbot, Luftballons steigen zu lassen. Mehrere Parteien im Parlament in Den Haag wollen sich für weitere Verbote einsetzen, denn sie sind besorgt über Schäden durch Ballonreste in der Nordsee. Kura sieht das Nachbarland als Vorbild: "Dadurch ist das Bewusstsein dafür gestiegen, dass man mit einem Luftballon im Prinzip Müll in die Natur steigen lässt", sagte sie.

Die Küste ist der Grünen-Politikerin zufolge von dem Problem besonders betroffen. In der Tat stellten Forscher der australischen Universität Tasmanien im Frühjahr fest, dass fast jeder fünfte Seevogel, der Ballonteile verschluckt, daran stirbt.

"Ballons oder Ballonteile sind der tödlichste Müll im Meer", sagte Lauren Roman von der Uni damals. Ballons verstopften den Magen-Darm-Trakt der Vögel, weil sie nicht so leicht durchrutschten, schrieben die Forscher im Fachmagazin "Scientific Reports". "Auch in der Nordsee werden immer wieder Vögel gefunden mit Plastikmüll im Magen", sagte Kura.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

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