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Guttenberg lehnt Panzereinsatz in Afghanistan ab

Guttenberg lehnt Panzereinsatz in Afghanistan ab

12.04.2010, 10:05 Uhr | dpa, dpa

Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg lehnt einen Einsatz von Kampfpanzern und Hubschraubern in Afghanistan ab. Vor allem die Panzer seien aufgrund ihrer Größe und ihres Gewichts nicht für den Einsatz dort geeignet. Guttenberg wies damit Vorwürfe zurück, die Bundeswehr sei in Afghanistan nur mangelhaft ausgerüstet.

Statt Panzern will die Bundeswehr in diesem Jahr 150 bis 200 weitere gepanzerte Fahrzeuge nach Afghanistan verlegen. Damit solle der Schutz der Soldaten dort besser gewährleistet werden, sagte Guttenberg in der ARD zu Forderungen, die nach dem tödlichen Gefecht bei Kundus am Karfreitag aufgekommen waren. Mit Blick auf den Verschleiß und Reparaturbedarf des Materials fügte er hinzu: "Wir müssen immer optimieren. Das ist auch ein ständiger Prozess."

"Panzer brechen an Brücken ein"

Die Forderung des designierten Wehrbeauftragten Hellmut Königshaus (FDP) nach Einsatz des Kampfpanzers "Leopard 2" lehnte der Verteidigungsminister mit deutlichen Worten ab: "Der "Leopard" macht zumindest um Kundus herum nach unserer jetzigen Einschätzung alles andere als Sinn." Der Panzer würde "an der ersten Brücke nach Kundus einbrechen" und sei in Afghanistan "ein wenig hilfreicher Panzer", sagte er. Andere hätten gesagt, bei dem Gefecht am Karfreitag hätten Hubschrauber eingesetzt werden sollen. "Hätten wir Hubschrauber eingesetzt, wären nach heutigem Sachstand auch unsere Soldaten vor Ort gefährdet gewesen, weil sie in unmittelbarem Feindkontakt waren", sagte Guttenberg.

"Bemerkenswert irrational"

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte die Forderung zuvor bereits als Ausdruck von Inkompetenz bewertet. Auch Guttenberg bezeichnete die Kritik an der Ausrüstung als "bemerkenswert irrational". Allerdings müsse die Ausrüstung der Bundeswehr ständig an die Gegebenheiten in Afghanistan angepasst werden. Er werde in Berlin das an Ausrüstung fordern, "was meine Militärs mir sagen, was wir brauchen", sagte Guttenberg. "Und dafür müssen dann aber auch die Haushaltsmittel zur Verfügung gestellt werden. Und wenn das offenbar jetzt gerne gemacht wird, bin ich umso lieber dazu bereit, das auch noch mit mehr Schubkraft zu versehen."

Lob für Unterstützung der Amerikaner

In der ARD sagte Guttenberg, das nordafghanische Kundus sei eine der Regionen in Afghanistan, "wo wir uns in den letzten Wochen zunehmend Sorgen machen mussten". Er sei daher dankbar, "dass beispielsweise die Amerikaner uns dort jetzt sehr viel mehr unterstützen und beispielsweise auch das an Gerät zur Verfügung stellen, was wir möglicherweise selbst nicht haben".

Anschläge nehmen zu

In Kundus haben die Anschläge der Aufständischen seit Anfang vergangenen Jahres deutlich zugenommen. Bei den bislang schwersten Gefechten der Bundeswehr in Afghanistan waren am Karfreitag in der Region Kundus drei deutsche Soldaten getötet und acht weitere zum Teil schwer verletzt worden. Seit Beginn des Einsatzes vor acht Jahren kamen in Afghanistan 39 Bundeswehrsoldaten ums Leben.

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