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Wehrpflicht: Ende einer Ära - Die letzten Wehrpflichtigen rücken ein

Die letzten Wehrpflichtigen rücken ein

03.01.2011, 19:08 Uhr | dpa

Wehrpflicht: Ende einer Ära - Die letzten Wehrpflichtigen rücken ein. Die Wehrpflicht wird ausgesetzt -  künftig sollen nur noch Freiwillige zu Soldaten ausgebildet werden (Foto: imago)

Die Wehrpflicht wird ausgesetzt - künftig sollen nur noch Freiwillige zu Soldaten ausgebildet werden (Foto: imago)

Bund oder Zivildienst? Das war jahrzehntelang die Frage für junge deutsche Männer. Heute werden nach über 50 Jahren letztmals junge Männer auch gegen ihren Willen zur Bundeswehr eingezogen. Rund 12.000 Wehrpflichtige müssen nach Angaben des Verteidigungsministeriums ihren Grundwehrdienst antreten.

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Bereits beim zweiten Einberufungstermin des Jahres 2011 am 1. März werden nur noch Freiwillige genommen. Eine noch frühere Aussetzung war nicht möglich. Für den 3. Januar waren die mehr als 12.000 Einberufungsbescheide bereits verschickt, als das Kabinett seine Entscheidung zum Aussetzen der Wehrpflicht traf. Gesetzlich hätte die Bundeswehr bis zum 1. Juli die Möglichkeit, junge Männer auch gegen ihren Willen einzuziehen - dann ist die Wehrpflicht ausgesetzt.

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Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) rechnet künftig mit 7000 bis 15.000 Freiwilligen im Jahr. Derzeit gibt es rund 28.500 Grundwehrdienstleistende und 23.300 freiwillig länger Dienende. Die Bundeswehr soll künftig 170.000 Berufs- und Zeitsoldaten haben. Derzeit dienen noch etwa 240.000 Deutsche.

Militärdienst löst Wehrdienst ab

Es wird aber einen Ersatz für den bisherigen Wehrdienst geben: Der freiwillige Militärdienst soll zwölf bis 23 Monate dauern und bis zu 15.000 Männern und Frauen offen stehen soll. Die ersten sechs Monate sind Probezeit. Die Vergütung wird voraussichtlich zwischen knapp 800 und 1100 Euro netto im Monat liegen. Hinzu kommen Sachleistungen, beispielsweise für Unterkunft und Verpflegung, im Wert von etwa 265 Euro.

Die Wehrpflicht wird nicht aus dem Grundgesetz gestrichen. In Artikel 12a der Verfassung heißt es weite: "Männer können vom vollendeten achtzehnten Lebensjahr an zum Dienst in den Streitkräften, im Bundesgrenzschutz oder in einem Zivilschutzverband verpflichtet werden." Damit kann die Wehrpflicht jederzeit wieder eingeführt werden, wenn es die Sicherheitslage erfordert. Der Aufwand wäre aber immens, und politisch wäre ein solcher Schritt nur sehr schwer vermittelbar. Kein Land, das die Wehrpflicht in den vergangenen Jahrzehnten ausgesetzt hat, hat sie wieder eingeführt.

Lücken durch Zivildienstleistende

Der Zivildienst ist an die Wehrpflicht gekoppelt und fällt damit ebenfalls weg. Die Bundesregierung will die Lücken etwa bei der Pflege alter und kranker Menschen durch einen Bundesfreiwilligendienst schließen. 35.000 Stellen pro Jahr sollen Männern uns Frauen jeden Alters offen stehen. Der Einsatz soll in der Regel zwölf, mindestens aber sechs und höchstens 24 Monate dauern. Das Freiwillige Soziale Jahr und das Freiwillige Ökologische Jahr sollen durch den neuen Dienst ergänzt werden.

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