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Helmut Schmidt kritisiert Ablösung von "Gorch-Fock"-Kapitän

Schmidt kritisiert Ablösung von "Gorch-Fock"-Kapitän

26.01.2011, 17:45 Uhr | dpa, dapd

Der Altkanzler Helmut Schmidt hat die Ablösung des "Gorch-Fock"-Kapitäns Norbert Schatz kritisiert. An die Adresse von Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) sagte der Sozialdemokrat der "Zeit", deren Herausgeber er ist: "Um einen Rat gebeten, würde ich sagen: Sorge dafür, dass die Vorschriften eingehalten werden. Zu den Regeln gehört beispielsweise auch, dass über niemandem der Stab gebrochen wird, ehe er angehört wurde."

Guttenberg soll dieser Darstellung allerdings in der Sitzung der Unionsfraktion widersprochen haben. So sei Schatz vor seiner Ablösung am vergangenen Freitag von Marine-Inspekteur Axel Schimpf angehört worden.

Ratschläge vom Altkanzler

Schmidt betonte, sein Ratschlag beziehe sich nicht nur auf den Umgang mit Schatz, sondern auch auf die Entlassung von Staatssekretär Peter Wichert und Generalinspekteur Wolfgang Schneiderhan. Beide waren kurz nach dem Amtsantritt von Guttenberg Ende 2009 entlassen worden, weil sich der Minister von ihnen nicht hinreichend über die Kundus-Affäre informiert gefühlt hatte.

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Schmidt äußerte sich kritisch über die Neuausrichtung der Bundeswehr und die Abschaffung der Wehrpflicht. Er hielte es für einen Fehler, die Bundeswehr vorwiegend mit Blick auf den Einsatz auf fremden Kontinenten zu strukturieren. "Es sollte nicht die wichtigste Aufgabe unserer Bundeswehr sein, sich jederzeit abrufbar für fremde Kriege verfügbar zu halten."

Abschaffung der Wehrpflicht scharf kritisiert

Die Abschaffung der Wehrpflicht könne langfristig zu Kastendenken führen. Die Vorstellung einer Armee als eine Art besondere Schicksalsgemeinschaft wäre lebensgefährlich für die Demokratie.

Das Verteidigungsministerium hat indes einen Bericht über eine angeblich abschätzige Äußerung des abgesetzten "Gorch-Fock"-Kapitäns Schatz über Kadetten als falsch bezeichnet. Die "Leipziger Volkszeitung" hatte geschrieben, Schatz habe im Telefonat mit Marine-Inspekteur Axel Schimpf eingeräumt, Offiziersanwärter an Deck nach dem Todessturz einer Kadettin im November 2010 als "minderwertiges Menschenmaterial" bezeichnet zu haben.

"Diese Meldung ist nicht zutreffend", sagte ein Ministeriumssprecher. Schimpf habe mit dem Kapitän in der vergangenen Woche mehrfach telefoniert. Details nannte das Ministerium nicht.

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