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Karl-Theodor zu Guttenberg kritisiert Afghanistan-Einsatz

Kritik an Afghanistan-Strategie  

Zu Guttenberg: "Wir haben fürchterlich herumgeeiert"

08.10.2013, 21:45 Uhr | dpa, t-online.de

Karl-Theodor zu Guttenberg kritisiert Afghanistan-Einsatz. Karl-Theodor zu Guttenberg (Quelle: dpa)

Karl-Theodor zu Guttenberg sprach 2009 erstmals vom "Krieg" am Hindukusch. (Quelle: dpa)

Seit mehr als zehn Jahren ist die Bundeswehr am Hindukusch im Einsatz, doch in der Öffentlichkeit war der Krieg in Afghanistan zuletzt kaum noch von Interesse. In einer aktuellen ZDF-Dokumentation gesteht Ex-Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg, dass man den Einsatz in den ersten Jahren seiner Amtszeit verharmlost habe.

"Wir haben fürchterlich herumgeeiert mit den Realitäten. Man sprach von Stabilisierungseinsätzen und hat hübsche Bilder gezeigt, aber das hatte nichts mit der Wirklichkeit zu tun", so Guttenberg.

Ex-Minister kritisiert Umgang mit Soldaten

Auch der Umgang mit deutschen Soldaten in der Heimat trifft beim 41-Jährigen einen wunden Nerv. In ihrer Heimat würden die meisten Frontkämpfer nur wenig Anerkennung bekommen. Aus diesem Grund seien die meisten Soldaten verbittert, wenn sie in ihr Heimatland zurückkehren: "Da reicht es nicht, davon zu sprechen, dass die Soldaten nach Aufmerksamkeit gieren. Dieses Gefühl ist nachvollziehbar und es ist eine Frage der Verantwortlichen und der Gesellschaft."

Aktuell besteht der Alltag der Wehrpflichtigen in Afghanistan aus Häuserkämpfen und Sprengfallen. Bis Ende des Jahres will die Bundeswehr nach mehr als einem Jahrzehnt Kampfeinsatz ihre Truppen aus Afghanistan abziehen. Zuletzt übergaben Bundesverteidigungsminister Thomas de Maiziere (CDU) und Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) ein Feldlager der Bundeswehr in Kundus an die afghanischen Sicherheitskräfte.

Soldaten ziehen aus Kundus ab

Bis Monatsende werden alle der derzeit noch 900 deutschen Soldaten die Provinz im Nordosten Afghanistans verlassen haben. Sie werden ins letzte Bundeswehr-Feldlager in Afghanistan verlegt, ins Camp Marmal in Masar-i-Scharif.

Für viele Deutsche ist Kundus nicht nur ein Synonym für den Afghanistan-Einsatz insgesamt, sondern auch für Krieg. Hier lieferten sich deutsche Soldaten am Karfreitag 2010 die schwersten Gefechte seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs. Nirgendwo in Afghanistan fielen mehr Deutsche als in dieser Region.

Nato-Einsatz soll 2014 beendet sein

Der Nato-Kampfeinsatz am Hindukusch soll spätestens 2014 beendet werden. Die Menschen in Kundus verunsichert der Abzug der Bundeswehr trotzdem zutiefst. Sie erzählen, in den Dörfern prahlten die Taliban damit, dass sie die Deutschen geschlagen hätten.

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