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Bundeswehr schickt psychisch vorbelastete deutsche Soldaten in Auslandseinsatz

Alarmierende Studie  

Deutsche Soldaten häufig psychisch vorbelastet

26.11.2013, 13:33 Uhr | dpa, t-online.de

Bundeswehr schickt psychisch vorbelastete deutsche Soldaten in Auslandseinsatz. Bundeswehr-Studie TU Dresden (Quelle: dpa)

Die TU Dresden hat in einer Studie die psychischen Erkrankungen von Bundeswehr-Soldaten untersucht (Quelle: dpa)

Jeder fünfte deutsche Soldat geht bereits mit einer psychischen Störung in den Auslandseinsatz. Das berichtet die "Süddeutsche Zeitung" (SZ) und beruft sich auf eine Studie der Technischen Universität Dresden, die vom Bundestag in Auftrag gegeben wurde.

Demnach handelt es sich um "manifeste, aber zumeist nicht erkannte" Störungen, beispielsweise Depressionen. Der Wehrbeauftragte des Bundestags, Hellmut Königshaus, sagte der Zeitung, die Bundeswehr sei nun gefordert, endlich effektive Früherkennungsverfahren zu etablieren. "Nur psychisch gesunde Soldatinnen und Soldaten dürfen in die Einsätze gehen."

Die Zahl der Bundeswehrsoldaten, die mit traumatischen Störungen aus Auslandseinsätzen zurückkommen, ist der Studie zufolge größer als bisher angenommen. Die sogenannte Dunkelzifferstudie zeige, dass nur etwa jeder fünfte Betroffene professionelle Hilfe suche, berichtet die Zeitung "Die Welt". Das könne aus Scham oder Angst vor beruflichen Nachteilen geschene. Nur etwa 20 Prozent der psychischen Krankheiten würden überhaupt erkannt und behandelt, heiße es in der Untersuchung.

"Viele Betroffene haben Angst"

Unerkannt vorbelastete Soldaten hätten zudem ein vier- bis sechsfach höheres Risiko, mit einer neuen psychischen Erkrankung aus dem Einsatz zurückzukehren, sagte Witten der SZ. Deshalb werden in der Studie verbesserte Diagnoseverfahren gefordert, "um bereits vor dem Einsatz bestehende psychische Störungen zu erkennen".

Die Bundeswehr biete Soldaten mit posttraumatischen Belastungsstörungen schon diverse Möglichkeiten der Behandlung an, sagte Studienleiter Hans-Ulrich Wittchen von der TU Dresden der Zeitung. "Viele Betroffene haben aber Angst vor dem Gang zum Psychiater oder Psychotherapeuten, vielleicht befürchten sie auch negative Folgen für die Karriere."

621 Soldaten befragt

Der Anteil von 20 Prozent vorbelasteten Soldaten liegt allerdings unter dem Bundesdurchschnitt: Laut Robert-Koch-Institut leider jeder dritte Bundesbürger an mindestens einer psychischen Störung.

Die Studie wurde auch vom Psychotraumazentrum der Bundeswehr in Berlin mitgetragen. In einer ersten Analyse waren mehr als 2500 Bundeswehrsoldaten waren dafür vertraulich untersucht worden. Nun hat die TU Dresden 621 Soldaten der ISAF-Schutztruppe vor dem Einsatz in Afghanistan und etwa ein Jahr nach der Rückkehr befragt.

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