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Bundeswehr soll in Israel Tunnelkampf lernen

Neue Bedrohungsszenarien  

Bundeswehr soll in Israel Tunnelkampf lernen

10.08.2014, 13:17 Uhr | rtr , AFP

Bundeswehr soll in Israel Tunnelkampf lernen. Die Bundeswehr soll in Israel für den Kampf gegen Aufständische in Auslandseinsätzen üben. (Quelle: dpa)

Sollen nach den Plänen des Heeres-Inspektors für den Häuser- und Tunnelkampf ausgebildet werden: deutsche Bundeswehrsoldaten. (Quelle: dpa)

Bis zu 250 Bundeswehrsoldaten sollen in Israel im Häuser- und Tunnelkampf ausgebildet werden. Die Truppe wolle sich so für den Kampf gegen Aufständische in Auslandseinsätzen rüsten. Es gehe um den Austausch von Einsatzerfahrungen sowie gemeinsame Ausbildungen und Übungen mit den israelischen Streitkräften, heißt es in einem Brief des Inspekteurs des Heeres, Bruno Kastorf, an den Verteidigungsausschuss des Bundestags.

"Das Heer strebt an, zeitnah israelische Ausbildungseinrichtungen zum 'Kampf im urbanen Gelände' (einschließlich Tunnelkampf) bis zur Ebene einer verstärkten Infanteriekompanie zu nutzen", zitierte die "Welt am Sonntag" aus dem Brief Kastdorfs.

Für asymmetrische Bedrohungsszenarien wappnen

Die Bundeswehr will sich dem Bericht zufolge mit der Ausbildung im Häuser- und Tunnelkampf für sogenannte asymmetrische Bedrohungsszenarien bei Auslandseinsätzen wappnen, in denen die Kontrahenten sich nicht mit gleichartigen Mitteln gegenüberstehen.

Der Brief ist laut "WamS" auf den 11. Juli datiert. Israel hatte am 8. Juli Angriffe auf den Gazastreifen begonnen, um den Raketenbeschuss durch die radikalislamische Hamas auf israelische Städte zu stoppen. Für die israelischen Streitkräfte ist dabei die Zerstörung der Tunnel zwischen dem Gazastreifen und Israel ein wichtiges Ziel. Die israelische Armee besitzt außerdem große Erfahrung im Häuserkampf in den dich besiedelten Palästinensergebieten.

Initiative habe nichts mit Gaza zu tun

Ein Sprecher des Heeres bestätigte den Bericht und betonte, dass die Initiative nichts mit der derzeitigen Lage im Gazastreifen zu tun habe.

Die gemeinsame Ausbildung sei bereits seit Jahren geplant. Der Sprecher hob hervor, dass das deutsche Heer bei der Ausbildung mit vielen ausländischen Armeen zusammenarbeite.

Röttgen für aktivere Haltung der Bundesregierung im Irak-Konflikt

Unterdessen hat der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses im Bundestag, Norbert Röttgen (CDU), die Bundesregierung aufgefordert, ihre passive Haltung im Irak-Konflikt grundlegend zu revidieren.

Deutschland müsse sich zusammen mit der Europäischen Union "aktiv dafür einsetzen, dass der Terrororganisation IS innerhalb des Irak und in der Region die politische Unterstützung entzogen wird", sagte Röttgen der "Welt am Sonntag".

Der CDU-Politiker forderte zudem die Aufnahme von Flüchtlingen aus dem Irak: Den "um ihr Leben rennenden Menschen" müsse vorübergehend in Deutschland Zuflucht gegeben werden, bis sich die Lage verbessert, sagte Röttgen. Soweit möglich, solle im Irak humanitäre Hilfe geleistet werden.

Röttgen bezeichnete die Luftangriffe der USA gegen die Extremistengruppe Islamischer Staat (IS) im Nord-Irak als "geeignet und notwendig, um Massenmorde und massenhafte Zerstörung zu verhindern". Aus Verantwortung gegenüber den vom tödlichen Terror bedrohten Menschen "sollten wir uns mit den USA solidarisch zeigen".

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