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Bundeswehr: Ursula von der Leyen und ihre zehn größten Probleme

Verteidigungsministerin räumt auf  

Von der Leyens zehn größten Probleme

21.03.2015, 10:51 Uhr | Michael Fischer, dpa

Bundeswehr: Ursula von der Leyen und ihre zehn größten Probleme. Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen hat sich vorgenommen, den Rüstungssektor in ihrem Ministerium aufzuräumen. (Quelle: dpa)

Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen hat viel zu tun, um die Truppe auf Vordermann zu bringen. (Quelle: dpa)

Es ist die schwierigste Mission Ursula von der Leyens: Die Verteidigungsministerin hat sich vorgenommen, den Rüstungssektor in ihrem Ministerium aufzuräumen. Jetzt liegt ein umfassender Bericht vor, der alle Probleme bei den 15 wichtigsten Projekten auflistet. Insgesamt wurden 500 Risiken identifiziert. Durchschnittlich haben sich die Großprojekte vier Jahre verspätet und sind zusammen 12,9 Milliarden Euro oder 29 Prozent teurer als ursprünglich geplant.

Die zehn heißesten Eisen, die von der Leyen anfassen muss:

Transportflugzeug "A400M"- 8 Jahre und 11 Monate zu spät, 17 Prozent teurer

Die A400M ist das prominenteste Pannen-Projekt der Bundeswehr. Seit Mitte Dezember hat die Luftwaffe zwar ihr erstes Exemplar, die Liste der Probleme ist aber weiterhin lang. Bis das Flugzeug in gefährliche Einsätze wie in Afghanistan oder im Irak geschickt werden kann, wird es wohl noch Jahre dauern. Der museumsreife Vorgänger "Transall" muss deswegen sehr wahrscheinlich länger fliegen als geplant.

Transporthubschrauber "NH90" - 13 Jahre und 2 Monate zu spät, 27 Prozent teurer

Der Rekordhalter, was die Verspätung angeht. Der Name sagt schon, wann die Entwicklung begann. Erste Pläne gab es zu Zeiten des Kalten Krieges in den 80er Jahren. Heute hat die Bundeswehr zwar einige NH90, aber noch keine voll funktionsfähigen. Im Februar musste der Flugbetrieb wegen eines Triebwerkschadens vorübergehend ausgesetzt werden. Der erste vollwertige NH90 wird 2017 erwartet.

Kampflugzeug "Eurofighter" - 11 Jahre und 4 Monate zu spät, 39 Prozent teurer

Die Nummer zwei bei den Verzögerungen. Bei den Kostensteigerungen in absoluten Zahlen mit 6,8 Milliarden Euro sogar die Nummer eins. Von den 143 bestellen "Eurofightern" hat die Bundeswehr inzwischen 110. Vier der Kampfflieger kamen im vergangenen Jahr bei der Nato-Luftraumüberwachung über dem Baltikum zum Einsatz.

Transportpanzer "Boxer" - 9 Monate früher, 36 Prozent teurer

Das einzige Rüstungsprojekt, das seiner Zeit voraus ist. Die Auslieferung von 200 Transportpanzern wurde früher als geplant abgeschlossen. Einziges Manko: Auch hier wurde der Kostenrahmen gesprengt. Trotzdem beschloss das Ministerium im November, 131 zusätzliche Radpanzer anzuschaffen.

Schützenpanzer "Puma" - 4 Jahre und 5 Monate zu spät, 103 Prozent teurer

Bei keinem Rüstungsprojekt war die ursprüngliche Kostenrechnung so daneben wie beim "Puma". Mit 2,3 Milliarden Euro ist der Schützenpanzer mehr als doppelt so teuer wie ursprünglich geplant. Der "Puma" löst den mehr als 40 Jahre alten "Marder" ab, der unter anderem in Afghanistan im Einsatz war.

Kampfhubschrauber "Tiger" - 9 Jahre und 2 Monate zu spät, 28 Prozent teurer

Wegen der massiven Verspätung hat die Afghanistan-Truppe der Bundeswehr den "Tiger" erst bekommen, als der Abzug schon geplant war. Dringend gebraucht hätten die Soldaten ihn zur Zeit der heftigsten Gefechte in den Jahren 2010 und 2011. Seine 1800 Flugstunden am Hindukusch absolvierte er erst 2013 und 2014.

Fregatte 125 - 2 Jahre und 6 Monate zu spät, 17 Prozent zu teuer

Die Fregatte soll die Deutsche Marine in lang andauernden Einsätzen weltweit verstärken - und das mit einer deutlich geringeren Besatzung als bisher. Die Auslieferung des ersten Exemplars musste allerdings bereits mehrfach verschoben werden.

Korvette 130 - 4 Jahre und 6 Monate zu spät, 15 Prozent teurer

Die fünf Korvetten spielen neben Fregatten und Schnellbooten eine wichtige Rolle bei den Auslandseinsätzen der Marine. Die 90 Meter langen Schiffe haben zwar bereits Einsatzerfahrung gesammelt, unter anderem bei der Unterbindung des Waffenschmuggels vor der libanesischen Küste. Es traten aber immer wieder Mängel auf.

Raketenabwehrsystem ("MEADS" oder "Patriot") - Keine Angaben

Die in absehbarer Zeit wichtigste, teuerste und heikelste Entscheidung will von der Leyen bis Mitte des Jahres treffen. Die Bundeswehr soll ein neues Raketenabwehrsystem erhalten. Zur Auswahl stehen "Meads" - eine internationale Entwicklung unter Beteiligung der deutschen Raketenschmiede MBDA - und eine neue "Patriot"-Version des US-Herstellers Raytheon.

Aufklärungsdrohne "Euro Hawk" - 0 Monate zu spät, 62 Prozent teurer  

Das unbemannte Flugzeug hätte den Vorgänger von der Leyens, Thomas de Maizière (CDU), fast das Amt gekostet. Wegen massiver Probleme bei der Zulassung für den deutschen Luftraum und einer drohenden Kostenexplosion wurde die Entwicklung im Frühjahr 2013 gestoppt. Seitdem wird nach einem anderen Flugzeug gesucht, in das die von Airbus stammende Aufklärungstechnik eingebaut werden kann. Derzeitiger Favorit: eine Schwester-Drohne des "Euro Hawk" namens "Triton".

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