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Bundeswehr will europäische Drohne entwickeln

Spätestens 2025 einsatzbereit  

Bundeswehr will europäische Kampfdrohne entwickeln

31.03.2015, 17:15 Uhr | dpa, AFP, t-online.de

Bundeswehr will europäische Drohne entwickeln. Israelische Drohne vom Typ Heron 1. (Quelle: dpa)

Israelische Drohnen vom Typ Heron 1 setzt die Bundeswehr bereits ein. Nun will sie zusammen mit Frankreich und Italien eine eigene Drohne entwickeln, die auch Waffen tragen soll. (Quelle: dpa)

Jetzt ist es offiziell: Deutschland, Frankreich und Italien wollen noch in diesem Jahr mit der Entwicklung einer bewaffnungsfähigen Drohne beginnen. In der Abschlusserklärung der deutsch-französischen Regierungskonsultationen vom Dienstag wird die "neue Generation europäischer Drohnen" für den Zeitraum zwischen 2020 und 2025 angepeilt.

Bundeskanzlerin Angela Merkel wertete das Projekt nach dem Ministertreffen als gutes Beispiel für die europäische Zusammenarbeit im militärischen Bereich. Der französische Präsident François Hollande betonte, dass sich Europa damit seine militärische Handlungsfähigkeit und Unabhängigkeit bewahre.

Rüstungsstaatssekretärin Katrin Suder informierte die Obleute der Bundestagsfraktionen unterdessen darüber, dass noch 2015 eine erste Vereinbarung über das Projekt unterzeichnet und anschließend eine Studie zur Realisierung erstellt werden soll.

Unternehmen bringen sich in Stellung

Deutschland werde gemeinsam mit den beiden anderen Ländern "eine neue Generation europäischer Drohnen entwickeln, deren Fähigkeiten über die heutiger Systeme hinausgehen", heißt es einer Mitteilung. Der Haushaltsausschuss des Bundestags soll sich ebenfalls noch in diesem Jahr mit dem Projekt befassen.

Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen hatte sich bereits im Juli 2014 für die Anschaffung von bewaffnungsfähigen Drohnen für die Bundeswehr ausgesprochen und die Entwicklung einer europäischen Drohne befürwortet. Diese Pläne nehmen jetzt konkrete Formen an. Nach der "technischen Vereinbarung" soll als zweiter Schritt eine Studie erstellt werden, die Details des Projekts festlegen soll.

Es gibt auch schon drei Unternehmen, die sich für die Entwicklung der Drohne in Stellung gebracht haben: Der europäische Luftfahrtkonzern Airbus, die französische Dassault Aviation und die italienische Alenia Aermacchi. Sie waren bereits im Mai 2014 mit Plänen für ein gemeinsames Drohnen-Projekt vorgeprescht. Damals hatte von der Leyen noch zurückhaltend reagiert.

Bisher aus den USA und Israel

Die europäische Drohne soll 5000 bis 15.000 Meter hoch fliegen und sich 24 Stunden oder sogar länger in der Luft halten können. Im Fachjargon werden solche Drohnen MALE genannt. In der Regel sind sie groß genug, um auch Waffen tragen zu können. Sie können aber auch einfach nur zur Aufklärung eingesetzt werden.

Bisher müssen europäische Streitkräfte die bewaffnungsfähigen unbemannten Fluggeräte in Israel oder den USA einkaufen. Auch Deutschland plant für die Übergangsphase bis zur Fertigstellung der europäischen Drohne die US-Drohne "Reaper" oder die israelische "Heron TP" zu beschaffen. Auch darüber soll noch in diesem Jahr eine Entscheidung getroffen werden.

Fragen bei den Grünen, Ablehnung bei den Linken

Der Grünen-Haushaltsexperte Tobias Lindner stellte infrage, ob die Entwicklung einer europäischen Drohne angesichts der Konkurrenz aus den USA und Israel wirklich sinnvoll ist. "Das Ministerium muss erklären, ob ein europäisches Drohnenprojekt nicht in Wirklichkeit Industriepolitik ist und warum marktverfügbare Lösungen nicht genügen", sagte er.

Die Linke lehnt bewaffnete Drohnen grundsätzlich ab. "Deutschland und die EU dürfen sich nicht am völker- und menschenrechtswidrigen internationalen Drohnenkrieg beteiligen", erklärte Verteidigungsexpertin Christine Buchholz.

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