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G36 der Bundeswehr: Von der Leyen will umstrittene Gewehre ersetzen

Pannen-Waffe  

Von der Leyen will umstrittene G36-Gewehre ersetzen

22.04.2015, 15:20 Uhr | dpa

G36 der Bundeswehr: Von der Leyen will umstrittene Gewehre ersetzen. Das G36 der Bundeswehr steht offenbar vor dem Aus. (Quelle: dpa)

Das G36 der Bundeswehr steht offenbar vor dem Aus. (Quelle: dpa)

Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen will die rund 167.000 G36-Sturmgewehre der Bundeswehr ersetzen, weil sie massive Probleme bei der Treffsicherheit haben. Die Konsequenz aus einem Expertengutachten zur Präzision der Waffe sei, "dass das G36, so wie es heute konstruiert ist, keine Zukunft in der Bundeswehr hat", sagte die CDU-Politikerin nach einer Sitzung des Bundestags-Verteidigungsausschusses in Berlin.

Sie schloss aber nicht aus, dass das neue Gewehr auch ein verändertes G36 sein kann. Es werde jetzt "mit Hochdruck an einem Ersatz" für die Standardwaffe der Bundeswehr gearbeitet, so von der Leyen.

G36-Affäre soll weiter aufgeklärt werden

Die Opposition will vorläufig noch keinen parlamentarischen Untersuchungsausschuss zu der Affäre einsetzen. Zunächst soll die Aufklärung im Verteidigungsausschuss fortgesetzt werden, hieß es nach der Sitzung. Linke und Grüne wollen auch den früheren Verteidigungsminister und heutigen Innenminister Thomas de Maizière befragen.

Erste Hinweise auf die Präzisionsprobleme bei dem Gewehr des Herstellers Heckler & Koch aus Baden-Württemberg gab es schon 2010. Schon im März 2012 wurden sie von der Rüstungsabteilung des Ministeriums als "erheblicher Mangel" von "erheblicher Einsatzrelevanz" eingestuft. Auch der damalige Minister de Maizière wusste zu diesem Zeitpunkt schon davon.

Ein Gutachten im Auftrag des Ministeriums kommt zu dem Ergebnis, dass die Trefferquote des überwiegend aus Kunststoff bestehenden Gewehrs rapide sinkt, wenn es draußen heiß ist oder die Waffe heiß geschossen wird. Statt der geforderten 90 Prozent Trefferquote werden dann zum Teil nur noch sieben Prozent erreicht.

Waffe mit vielen Problemen

Auch Feuchtigkeit bereitet Probleme. "Der Wechsel zwischen trockener und feuchter Umgebung führt beim G36 zu vergleichbaren Einschränkungen wie eine Änderung der Umgebungstemperatur", heißt es in dem Gutachten, das die Ministerin im Juli 2014 in Auftrag gegeben hatte.

In der 372 Seiten starken Studie heißt es weiter, Präzisionsprobleme gebe es auch mit den besten Patronen. Beteiligt waren Bundesrechnungshof, das Ernst-Mach-Institut der Fraunhofer-Gesellschaft, Wehrtechniker der Bundeswehr und das Wehrwissenschaftliche Institut für Werks- und Betriebsstoffe.

Das Sturmgewehr G36, die Standardwaffe der Bundeswehr. (Quelle: dpa)Das Sturmgewehr G36, die Standardwaffe der Bundeswehr. (Quelle: dpa)

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