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Von der Leyen will Frauenanteil in der Bundeswehr erhöhen

Offensive der Verteidigungsministerin  

Von der Leyen will mehr Frauen in der Bundeswehr

31.05.2015, 16:09 Uhr | AFP

Von der Leyen will Frauenanteil in der Bundeswehr erhöhen. Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) will in der Bundeswehr deutlich mehr Frauen haben. (Quelle: dpa)

Die Aufmerksamkeit der Bundesverteidigungsministerin gilt den Frauen bei der Truppe. (Quelle: dpa)

Ursula von der Leyen bläst zur personalpolitischen Offensive. Zum einen soll der Generalinspekteur ihres Vertrauens im Amt verbleiben. Zum anderen will die Bundesverteidigungsministerin deutlich mehr Frauen in der Bundeswehr haben.

"Die Franzosen haben in den Streitkräften einen Frauenanteil von 20 Prozent. Auf mittlere Sicht sollten wir das auch schaffen", sagte die CDU-Politikerin der "Bild am Sonntag". Beim Frauenanteil habe die Bundeswehr bereits Fortschritte gemacht und läge inzwischen bei elf Prozent. Die Ministerin hob unter anderem den steigenden Frauenanteil beim freiwilligen Wehrdienst und bei den jungen Offizieren hervor.

Beim freiwilligen Wehrdienst, der für viele der Einstieg in die Karriere bei der Truppe sei, habe sich die Zahl der Frauen von Anfang 2013 bis heute nahezu verdoppelt. Bei den jungen Offizieren sei der Frauenanteil sogar auf 23 Prozent gestiegen. "Es geht also in die richtige Richtung, wir müssen aber noch hart weiterarbeiten", so von der Leyen.

Generalinspekteur bleibt im Amt

Die Ministerin teilte zudem mit, Bundeswehr-Generalinspekteur Volker Wieker solle über die reguläre Pensionsgrenze hinaus im Amt bleiben. Zur Amtszeit Wiekers sagte sie der "BamS": "Zu meiner großen Freude hat der Generalinspekteur sich bereit erklärt, bis zum Sommer 2017 weiterhin diese Aufgabe zu übernehmen." Der heute 61-jährige Wieker erreicht im kommenden Jahr die reguläre Pensionsgrenze für Generäle von 62 Jahren.

"Das ist ein starkes Team"

Von der Leyen stellt Wieker allerdings einen neuen Vize-Generalinspekteur zur Seite. Für dieses Amt habe sie den 59-jährigen General Markus Kneip vorgesehen, der derzeit als Abteilungsleiter die Auslandseinsätze der Bundeswehr plant und koordiniert. Er löst den bisherigen stellvertretenden Generalinspekteur Peter Schelzig ab, der im Juni 60 Jahre alt wird.

"Das ist ein starkes Team", sagte von der Leyen über das künftige Duo Wieker und Kneip. Beide seien gute Freunde und hätten "als Kommandeure erfahren, was es bedeutet, Verantwortung für Soldaten in gefährlichen Situationen zu tragen". Wieker sei zudem im Bundestag sehr angesehen und werde auch international hoch geschätzt. Sowohl Wieker wie auch Kneip waren unter anderem in Afghanistan im Einsatz, wo Kneip 2011 bei einem Anschlag schwer verletzt wurde.

Probleme bei der Truppe "richtig einordnen"

Wieker hat sich im Deutschlandfunk zu den aktuellen Ausrüstungsproblemen der Bundeswehr geäußert. Was Mängel an Helmen oder mit dem Sturmgewehr G36 angeht, warb er dafür, "trotz des medialen Hypes die Probleme richtig einzuordnen". Der kritisierte Helm entspreche der höchsten Schutzklasse - wenn eine Schraube ausgetauscht werde, sei das Problem behoben. Beim G36 sprach sich Wieker für Korrekturen am Rohr und dem Verbundstoff zwischen Rohr und Zieleinrichtung aus. Derzeit sei zwar die "Erstschusstrefferwahrscheinlichkeit" gefährdet, nicht aber der Einsatz der Waffe insgesamt.

Zu den Rettungsaktionen für Flüchtlinge im Mittelmeer sagte Wieker, bei den Operationen der Bundeswehr gehe es darum, eine humanitäre Katastrophe zu verhindern. "Da sind wir mit ganzem Herzen dabei". Allerdings schränkte der alte und neue Generalinspekteur ein: "Wir kurieren da nur die Symptome." Notwendig sei jedoch, die Ursachen der Flüchtlingsströme zu bekämpfen.

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