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Krieg gegen den IS: Ist die Bundeswehr dafür bereit?

Debatte um Einsatz gegen Terrormiliz  

Ist die Bundeswehr bereit für den Kampf gegen den IS?

21.11.2015, 08:12 Uhr | agr, t-online.de

Krieg gegen den IS: Ist die Bundeswehr dafür bereit?. Bundeswehrsoldaten während einer Übung in Afghanistan. (Quelle: dpa)

Bundeswehrsoldaten während einer Übung in Afghanistan. (Quelle: dpa)

In Deutschland ist nach den Terroranschlägen in Paris eine Debatte über die Beteiligung der Bundeswehr am Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) entbrannt. Aber ist die Armee derzeit überhaupt in der Lage, einen so heiklen Einsatz zu stemmen?

Christian Mölling ist fest davon überzeugt, dass die Bundeswehr dies könnte. "Der Materialstand ist nicht so schlecht wie dargestellt", sagt der Experte von der unabhängigen Stiftung "German Marshall Fund of the United States" gegenüber t-online.de.

Er sieht beim Einsatz gegen den IS ganz andere Probleme: Die USA flögen seit einem Jahr Luftangriffe gegen die Terrormiliz. "Zu allzu viel geführt hat das nicht", so Mölling. Wirklich besiegen könne man den IS nur mit Bodentruppen, in Verbindung mit weiteren Aktionen. Beispielsweise müsse man das Rekrutierungspotential der Islamisten einschränken. Dass solche Einsätze sehr aufwändig seien, hätten Afghanistan und Irak gezeigt.

Frankreich Risiken abnehmen

Für Deutschland sieht Mölling weniger ein direktes Eingreifen in den Kampf gegen den IS. Partner wie Frankreich hätten ihre Soldaten erheblichen Risiken ausgesetzt. Nun müsse Deutschland für Entlastung sorgen. "Wir müssen zeigen, dass auch wir unsere Soldaten Risiken aussetzen."

Man könne seinen Einsatz dort verstärken, wo bereits politische Entscheidungen getroffen worden sind. Mölling nennt drei Beispiele: Den Einsatz der Bundeswehr in Mali ausweiten sowie die Hilfen für die Kurden und die irakische Armee verstärken. "Bislang leistet Deutschland meist nur logistische Hilfe", gibt der Experte zu bedenken.

"Es ist vielmehr eine politische Frage"

"Als Truppe wäre die Bundeswehr selbstredend bereit für einen Einsatz", sagt Carlo Masala, Professor für Internationale Politik an der Bundeswehruniversität München, im Gespräch mit t-online.de. Rein militärisch sei das gar kein Problem. Es sei vielmehr eine politische Frage. "Ein aktives Engagement Deutschlands sehe ich derzeit nicht", so Masala.

Er könne sich - ähnlich wie Experte Mölling - eher vorstellen, dass die Bundeswehr helfe, Frankreich zu entlasten, beispielsweise in Mali. So könnten sich die Franzosen vermehrt auf den Kampf gegen den IS konzentrieren.

Experte bezweifelt Einsatzfähigkeit der Luftwaffe

Bedenken, vor allem was eine deutsche Unterstützung der Luftangriffe auf den IS angeht, äußert Bundeswehr-Experte und Autor des Buches "Zum Weltfrieden", Michael Wolffsohn: "Erst vor Wochen war zu lesen und wurde amtlich bestätigt, dass die Bundesluftwaffe kaum einsatzfähig sei. Nun hören wir das Gegenteil. Welcher Aussage kann man trauen?", kritisiert er. So schaffe man weder Vertrauen noch Abschreckung. Man könne auch politisch nicht planen.

Es reiche nicht, irgendwo Bomben abzuwerfen. "Da muss man schon wissen wo, gegen wen, wie viel und vor allem: Was will, was kann ich damit politisch erreichen?", so Wolffsohn. "Aber gerade die Geiselnahme in Malis Hauptstadt heute beweist, dass man mit Bomben aus der Luft Probleme nicht löst. Auch nicht mit Beratern oder der Lieferung von Kleinwaffen und Nachtsichtgeräten. Das macht Deutschland gerade für die Kurden im Nord-Irak."

Auch er hält einen Einsatz der Bundeswehr in Nahost für eher unwahrscheinlich. "In Mali schon eher", so Wolffsohn.

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