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Grünen-Chefin will "investieren, damit Gewehre schießen"

Von afp
Aktualisiert am 30.11.2020Lesedauer: 2 Min.
Grünen-Vorsitzende Annalena Baerbock: Sie zeigt sich offen für Investitionen in die Bundeswehr.
Grünen-Vorsitzende Annalena Baerbock: Sie zeigt sich offen für Investitionen in die Bundeswehr. (Quelle: Maja Hitij/getty-images-bilder)
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Beim Thema Verteidigung geben sich die Grünen traditionell zurückhaltend. Nun prescht die Chefin der früheren Pazifisten-Partei vor und fordert mehr Geld für die deutsche Armee.

Die Grünen-Vorsitzende Annalena Baerbock hat sich offen dafür gezeigt, über höhere Ausgaben für Verteidigung und Bundeswehr nachzudenken: "Es fehlen Nachtsichtgeräte zum Üben, von Flugstunden ganz zu schweigen. Wir müssen uns da ehrlich machen. Ja, in manchen Bereichen muss man mehr investieren, damit Gewehre schießen und Nachtsichtgeräte funktionieren", sagte Baerbock der "Süddeutschen Zeitung".

Für den Fall einer grünen Regierungsbeteiligung kündigte die Grünen-Chefin Gespräche mit Frankreichs Präsident Emmanuel Macron an, auch über robuste europäische Militäreinsätze. "Einfach wird das nicht. Aber wir dürfen uns nicht wegducken", sagte sie.

Baerbock fordert stärkeres Engagement Europas

Vor dem Präsidentschaftswechsel in den USA hat Baerbock ein stärkeres gemeinsames Engagement Europas in der Verteidigungspolitik gefordert: "Europa kreist seit Jahren um sich selbst, die Trump-Administration hat der Welt den Rücken zugekehrt. Die Lücke, die entstanden ist, füllen autoritäre Staaten."

Wenn der Westen Staaten wie China, Russland oder der Türkei nicht das Feld überlassen wolle, müsse Europa seine "Friedensrolle" in der Welt wieder ernster nehmen. Angesichts des bevorstehenden Einzugs des US-Demokraten Joe Biden ins Weiße Haus plädierte Baerbock dafür, die Zusammenarbeit mit den USA neu zu gestalten.

Zum Streit um die Rüstungsausgaben – Deutschland liegt weit unter den mit der Nato vereinbarten zwei Prozent des Bruttoinlandproduktes, die voraussichtlich auch Biden einfordern wird –, sagte Baerbock: "Wir müssen erst über eine strategische Neuaufstellung sprechen, dann über die Ausgaben. Es muss auch um die Fähigkeiten der Nato und die konkrete Lastenverteilung gehen. Ein theoretisches Zwei-Prozent-Ziel hilft da nicht wirklich weiter."

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