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Nur noch Frank - ohne Walter

SPD-Kandidat Steinmeier  

Nur noch Frank - ohne Walter

16.02.2009, 08:48 Uhr

Da fehlte doch was! SPD-Chef Franz Müntefering sprach gleich dreimal klar und akzentuiert von "unserem Kanzlerkandidaten Frank Steinmeier". Ohne Walter.

Mein Gott, Walter: Frank Steinmeier verzichtet auf seinen zweiten Vornamen (Foto: ddp) Und auch SPD-Generalsekretär Hubertus Heil ließ beim Berlinale-Empfang in der SPD-Zentrale wie selbstverständlich Steinmeiers zweiten Vornamen weg - so als wäre schon immer nur von einem Frank Steinmeier die Rede gewesen. Und hätte es noch eines letzten Beweises bedurft: Jüngst forderte auch der zweithöchste Mann im Staat, der Präsident des deutschen Bundestages, Norbert Lammer, "Frank Steinmeier" zum Reden auf - und nicht wie sonst "Frank-Walter Steinmeier".

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Soll lebenspraktischer sein

Jeder, der zuhörte, durfte dabei nun auch offiziell vernehmen, worüber der Eine oder Andere in der Hauptstadt in den vergangenen Tagen bewusst oder unbewusst schon gestolpert war: Aus Frank-Walter Steinmeier machen die SPD-Wahlkampfstrategen einen Frank Steinmeier - was wohl in den turbulenten Auseinandersetzungen der heißen Wahlkampfphase als lebenspraktischer gilt - oder einfach viel kürzer ist. Auf Einladungen zu SPD-Präsidiumssitzungen oder in Sitzungsprotokollen wird im Willy-Brandt-Haus auf den Zusatz "-Walter" ohnehin schon seit Wochen verzichtet.

Bei Interview weggestrichen

"Alle Freunde, die mich von früher her noch aus Niedersachsen kennen, rufen mich sowieso nur Frank", sagt der Vizekanzler zum Verlust seines zweiten Vornamens. In Hannover oder auch zu Hause sei er eigentlich auch nur als Frank bekannt. Erst in den Berliner Jahren sei der Walter häufiger hinzugefügt worden. Davon, dass in Folge des neuen Namensschwenks unlängst ein Mitarbeiter bei der Autorisierung eines Steinmeier-Interviews gar mehrfach den zweiten Vornamen wieder wegstrich, will Steinmeier aber nichts wissen: "Natürlich heiß' ich offiziell laut Pass und Ausweis Frank-Walter."

Ein Bedeutungsverlust

Ob die Namensänderung dem Wahlkampf nun die entscheidende Wende zugunsten der SPD gibt, darf getrost bezweifelt werden. Allzumal die SPD-Strategen ihrem Kandidaten mit dem Namen Walter ein wichtiges Attribut genommen haben, das einem, der Kanzler werden will, eigentlich gut zu Gesicht steht: Die Bedeutung des Vornamens leiten Namensforscher aus dem althochdeutschen Wort "waltan" ab, und das heißt nicht nur "walten", sondern auch "herrschen".

TSG kein Vorbild

Parallelen zur Debatte in der hessischen SPD um den Doppelnamen des dortigen Spitzenkandidaten Thorsten Schäfer-Gümbel weist man in der Berliner SPD-Zentrale übrigens weit von sich. Mit der Abkürzung "TSG" machte der Hesse seinen zunächst gewöhnungsbedürftigen Nachnamen später im Wahlkampf gar zum persönlichen Markenzeichen - allerdings ohne großen Erfolg.

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