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Plagiat-Affären in der Union: Guttenberg schreibt nicht als erster ab

Plagiate in der Union: Guttenberg schreibt nicht als erster ab

24.02.2011, 19:04 Uhr | Bastian Ewald, t-online.de, bew

Plagiat-Affären in der Union: Guttenberg schreibt nicht als erster ab. CDU-Politiker Andreas Kasper und Guttenberg verloren beide ihren Doktortitel aufgrund von Plagiatsvorwürfen - aber Kasper verlor auch seinen Job (Foto: Lippische Landes-Zeitung/Bernhard Preuß)

CDU-Politiker Andreas Kasper und Guttenberg verloren beide ihren Doktortitel aufgrund von Plagiatsvorwürfen - aber Kasper verlor auch seinen Job (Foto: Lippische Landes-Zeitung/Bernhard Preuß)

Nicht jeder Unionspolitiker kann auf die Rückendeckung seiner Partei zählen: Während Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg sich wegen der Plagiatsvorwürfe gegen seine Dissertation reumütig zeigt, dessen Doktortitel inzwischen aberkannt wurde und die Affäre parteiintern damit erledigt scheint, wurde ein anderer Shootingstar der Christdemokraten für seinen Wissensklau bereits 2010 hart abgestraft. Der damalige CDU-Landesverbandsvorsteher im Kreis Lippe und Büroleiter im niedersächsischen Sozialministerium, Andreas Kasper, flog nach der Aberkennung seines Doktorgrades aus dem Amt.

Wie die "Lippische Landes-Zeitung" berichtete, waren Experten der Deutschen Hochschule für Verwaltungswissenschaften in Speyer auf kopierte Textstellen in Kaspers Doktorarbeit gestoßen - auch er hatte auf Quellenverweise verzichtet.

Die Arbeit zum Thema Sozialsponsoring, die der Jungjurist an der Universität Göttingen eingereicht hatte, sei "ein Flickenteppich von Plagiaten" gewesen.

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Strafzahlungen von 24.000 Euro

Die Universität entschied sich fünf Jahre später dazu, dem Politiker den akademischen Grad abzuerkennen. Da Kasper ein hohes politisches Amt inne hatte, ermittelte die Staatsanwaltschaft Göttingen im öffentlichen Interesse, berichtete die Zeitung. Im Januar 2010 wurde der "Fürst von Lippe" - wie Kasper gerne genannte wurde - zu 9000 Euro Geldstrafe wegen Urheberrechtsvertößen verurteilt.

Weitere Plagiate wurden ihm zur Last gelegt, für die er noch einmal 5000 Euro Schadenersatz und 10.000 Euro Bußgeld entrichtete. Das Ende der politischen Karriere des 35-Jährigen.

"Getäuscht habe ich nicht"

Kasper hatte Mängel an seiner wissenschaftlichen Arbeit eingeräumt, genauso wie Guttenberg. So habe er gedacht, den Anforderungen genügt zu haben, seine Gutachter hätten keine Überarbeitung gewünscht, berichtete er der "Lippischen Landes-Zeitung". "Getäuscht habe ich nicht", sagte Kasper. Seine Partei ließ ihn trotzdem fallen.

Anders als bei Guttenbergs Plagiat-Affäre, denn noch stehen die Union und Kanzlerin Angela Merkel weitgehend geschlossen hinter ihrem "Abschreiber". Und das, obwohl die Uni Bayreuth ihrem prominenten Absolventen den Titel ebenfalls wegen erheblicher wissenschaftlicher Mängel und inkorrekter Zitierweise aberkannt hat.

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