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Gutachten: Guttenberg hat bewusst abgeschrieben

Gutachten: Guttenberg hat bewusst abgeschrieben

11.04.2011, 09:00 Uhr | t-online.de

In der Plagiat-Affäre um seine Doktorarbeit hat Karl-Theodor zu Guttenberg noch bei seinem Rücktritt Fehler eingeräumt - aber er hat stets bestritten, absichtlich kopiert zu haben. Ein Gutachten der Universität Bayreuth, an der der ehemalige Verteidigungsminister promoviert hat, kommt zu einem anderen Ergebnis. Das berichtet die "Süddeutsche Zeitung". Nun versuchten die Anwälte des Ex-Ministers, die Veröffentlichung des Gutachtens zu verhindern.

Die Bayreuther Gutachter-Kommission habe so viele so offensichtliche Plagiate gefunden, dass sie laut "SZ" zu dem Schluss kommt: Guttenberg muss mit Absicht gehandelt haben. Dabei könne sich die Universität auf Urteile von Verwaltungsgerichten stützen, die schon in weniger schwerwiegenden Fällen auf vorsätzliches Handeln geschlossen haben.

"Vorbehalte" des Ex-Ministers

Bis Ende April wolle die Uni noch einige redaktionelle Änderungen in das Gutachten einarbeiten, berichtet das Blatt. Wahrscheinlich hänge die Verzögerung aber damit zusammen, dass die Anwälte Guttenbergs "Vorbehalte" geäußert haben, wie es heißt. In einem Brief an die Universitätsleitung habe er auf die Persönlichkeitsrechte seines Mandanten verwiesen, berichten die "Nürnberger Nachrichten". Die Universitätsleitung habe dies sehr irritiert zur Kenntnis genommen. Schließlich habe Guttenberg bisher immer versichert, er wolle sich aktiv an der Aufklärung der gegen ihn erhobenen Vorwürfe beteiligen.

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Das Problem für die Universität: Guttenberg könnte argumentieren, die Uni habe ihm den Titel schon aberkannt; und da er kein Mitglied der Hochschule sei, habe sie auch nicht mehr das Recht, sich öffentlich zu der Sache zu äußern.

Staatsanwaltschaft hat Uni um Mitarbeit gebeten

Uni-Präsident Rüdiger Bormann will aber offenbar nicht, dass es bei einem internen Bericht bleibt. Er hat Guttenberg nach Informationen der "SZ" dazu aufgefordert, seine Vorbehalte zurückzunehmen und "und eine umfassende Information zu unterstützen". Die Universität begründet das Gutachten mit der Tatsache, dass die Staatsanwaltschaft Hof, die in der Sache ermittelt, einen Bericht der Hochschule anfordern will, um die Ergebnisse in dem Verfahren zu verwenden.

Dem "Tagesspiegel" sagte Bormann: «Wir möchten das Ergebnis - auch zur Frage des Täuschungsvorsatzes - öffentlich machen." Er sehe in dem Verhalten des Politikers einen "vollkommenen Widerspruch" zu dessen Rücktrittsrede, in der er Aufklärung versprochen hatte. "Es besteht ein ganz starkes öffentliches Interesse, wie die Uni den Vorfall bewertet." Man werde den Bericht aber nicht veröffentlichen, wenn der Politiker bei seinen Vorbehalten bleibe.

Karl-Theodor zu Guttenberg, der sich nicht selbst belasten muss, bleibt bei seiner Version, nicht bewusst getäuscht zu haben. Viele Experten glauben ihm das nicht. Ihrer Meinung nach können vor allem die Plagiate in der Einleitung und die seitenlangen Kopien aus einem von ihm in Auftrag gegebenen Bericht des Wissenschaftlichen Dienstes des Bundestags nicht versehentlich in die Arbeit geraten sein. Aber auch die schiere Menge der fremden, nicht zitierten Texte, lasse keinen anderen Schluss zu.

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