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Schmidt will Steinbrück als Kanzlerkandidaten

Schmidt will Steinbrück als Kanzlerkandidaten

24.10.2011, 10:35 Uhr | Spiegel Online

Schmidt will Steinbrück als Kanzlerkandidaten . "Er kann es", sagt Altkanzler Schmidt (rechts) über Peer Steinbrück (Quelle: dpa)

"Er kann es", sagt Altkanzler Schmidt (rechts) über Peer Steinbrück (Quelle: dpa)

Für Altkanzler Helmut Schmidt ist die Antwort auf die K-Frage in der SPD klar: Peer Steinbrück soll es richten. "Er kann es", sagte Schmidt im Spiegel-Gespräch. In der Finanzkrise haben die beiden ähnliche Ansichten - und Verständnis für die weltweiten Proteste.

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Altbundeskanzler Helmut Schmidt und Ex-Finanzminister Peer Steinbrück haben die weltweiten Proteste gegen die Finanzindustrie begrüßt. In einem gemeinsamen Gespräch mit dem Spiegel sagte Schmidt: "Dass die jungen Leute sich über ein Wirtschaftssystem ärgern, in dem jedes Maß verlorengegangen ist, finde ich nur allzu verständlich." Steinbrück sagte: "Die Proteste beweisen, dass die ökonomische Krise zu einer gesellschaftlichen Krise wird. Die Bürger zweifeln an der Handlungsfähigkeit der Politik."

Weiter kritisierten die beiden SPD-Politiker das Verhalten der Bundesregierung in der europäischen Staatsschuldenkrise. "Das jetzige Krisenmanagement läuft der Entwicklung hinterher, das kann die Euro-Zone in der Tat in Gefahr bringen", so Steinbrück. Schmidt sagte: "Ich erinnere mich an Interviews von Angela Merkel und leider auch von Wolfgang Schäuble aus dem Frühjahr 2010, in denen sie nicht nur angedeutet, sondern ganz klar gesagt haben: Notfalls müssen wir die Griechen aus dem System hinauskomplimentieren.' Das war eine wenig verantwortungsbewusste Position, die sich nicht lange durchhalten ließ."

Zugleich empfahl der Altkanzler seiner Partei, Steinbrück vor den nächsten Bundestagswahlen zum Kanzlerkandidaten zu küren. "Peer Steinbrück hat in seiner Zeit als Finanzminister bewiesen, dass er regieren und verwalten kann", sagte Schmidt im Spiegel-Gespräch.

"Alle Wahlen werden gewonnen in der Mitte"

Für eine Kanzlerkandidatur Steinbrücks spreche nicht zuletzt dessen Anziehungskraft auf Wechselwähler. "Die Wahlen werden nicht etwa am linken Flügel gewonnen, sondern alle Wahlen werden gewonnen in der Mitte", sagte Schmidt.

Steinbrück selbst will sich seit Monaten nicht zu den Spekulationen über eine mögliche Kanzlerkandidatur äußern. "Zwei Jahre vor der regulären Bundestagswahl ist es zu früh, die Debatte zu befeuern. Wenn es so weit ist, wird SPD-Chef Sigmar Gabriel dazu das Notwendige sagen", so der frühere Finanzminister Ende September. Gabriel ist neben Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier einer der parteiinternen Konkurrenten des 64-Jährigen.

In der SPD war zuletzt rund um die Personalie Steinbrück ein Kräftemessen zwischen dem rechten und dem linken Parteiflügel ausgebrochen. Die Parteilinke äußerte vor wenigen Wochen Kritik an einer möglichen Kanzlerkandidatur. "Peer Steinbrück verachtet die Partei und bezeichnet ihre Funktionäre gern als Heulsusen", sagte Juso-Chef Sascha Vogt dem Spiegel. Steinbrücks Kandidatur "würde die SPD tief spalten, ein Großteil der Mitglieder stünde nicht hinter ihm", fügte Vogt hinzu. Ähnlich äußerte sich der schleswig-holsteinische SPD-Landeschef Ralf Stegner.

Der konservative Seeheimer Kreis reagierte mit Unverständnis auf die Angriffe gegen Steinbrück. Dieser sei "immer ein guter möglicher Kanzlerkandidat", sagte Seeheimer-Sprecher Johannes Kahrs. Steinbrück gilt als Vertreter des rechten Parteiflügels.

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