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Joachim Gauck laut Biografie angeblich amtsmüde

Präsident reagiert gelassen  

Gauck laut Biografie angeblich amtsmüde

30.09.2013, 18:28 Uhr | Von Ruppert Mayr, dpa

Joachim Gauck laut Biografie angeblich amtsmüde. In einer Biografie von Autor Mario Frank wird Joachim Gauck nachgesagt, dass die "intellektuelle und körperliche Bürde des Amtes" den 73-Jährigen belaste. (Quelle: Reuters)

In einer Biografie von Autor Mario Frank wird Joachim Gauck nachgesagt, dass die "intellektuelle und körperliche Bürde des Amtes" den 73-Jährigen belaste. (Quelle: Reuters)

Warum er denn die neue Biografie so habe durchgehen lassen, wird Bundespräsident Joachim Gauck am Rande einer Ausstellung gefragt. Gauck antwortet lächelnd: "Wir sind ein freies Land." Lese man die Biografie insgesamt, bekomme man ein anderes Bild, als wenn man sich nur auf ein Kapitel konzentriere.

"Der Spiegel" zitiert in seiner neuen Ausgabe aus jener Biografie von Mario Frank. Danach halten enge Mitarbeiter den 73-jährigen Bundespräsidenten für überlastet. Eine Beraterin im Präsidialamt sprach von "Ermüdungserscheinungen" bei Gauck. Der Präsident klage über zu viele Termin-Zusagen seiner Vorgänger, denen er Folge leisten müsse.

War Joachim Gauck zu gutgläubig?

Gauck schien etwas gutgläubig zu meinen, in zahlreich gewährten Gesprächen die Meinung des Biografen ändern zu können. Im Präsidialamt heißt es nun, die Gespräche seien zu Beginn der Amtszeit vor fast anderthalb Jahren geführt worden. Heute ergebe sich ein anderes Bild.

In der Tat dürften die Reisen und Termine, die der vorzeitig aus dem Amt geschiedene Gauck-Vorgänger Christian Wulff nicht mehr abarbeiten konnte, zahlreich gewesen sein. Jede Reiseabsage aber hätte diplomatische Verstimmungen mit dem Reiseland nach sich gezogen. Von daher war Gauck in der Pflicht.

Gauck hatte sein Amt womöglich unterschätzt

Zahlreiche Antrittsbesuche in den 16 Bundesländern seien zu absolvieren gewesen, sowie Antrittsbesuche bei den wichtigsten europäischen Nachbarländern, hieß es im Präsidialamt weiter. Eine solche Terminfülle ist wohl nicht ohne Stress abgegangen - zumal für einen, der kein Politprofi war und kaum Erfahrung in einer vergleichbaren, herausgehobenen politischen Funktion mitbrachte.

Gauck, früherer Chef der Stasiunterlagenbehörde, Bürgerrechtler und evangelischer Pfarrer, dürfte das Amt und seine Arbeitsfülle am Anfang womöglich etwas unterschätzt haben. Dies umso mehr, als das vorzeitige freiwillige Ausscheiden von Horst Köhler und der frühe, unfreiwillige Abgang von Wulff wohl zu reichlich Verunsicherung und Unzufriedenheit im Amt geführt haben dürften.

Gauck plant letzte Reisen

Unbeschadet angeblicher "Ermüdungserscheinungen" plant Gauck als Bundespräsident noch die eine oder andere Reise. Zum Beispiel war er - im Gegensatz zu Wulff - noch nicht in Russland. Die Russen und Präsident Wladimir Putin tun sich mit einem Bundespräsidenten Gauck schwer, der sich wiederholt kritisch über das Land geäußert hatte.

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