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Harms entscheidet Kampfabstimmung klar für sich

Grüne vor der Europawahl  

Harms entscheidet Kampfabstimmung klar für sich

08.02.2014, 21:42 Uhr | dpa

Harms entscheidet Kampfabstimmung klar für sich. Rebecca Harms (re.) setzte sich in einer Kampfabstimmung um die Grünen-Spitzenkandidatur bei den Europawahlen klar gegen Franziska Keller (li.) durch (Quelle: dpa)

Rebecca Harms (re.) setzte sich in einer Kampfabstimmung um die Grünen-Spitzenkandidatur bei den Europawahlen klar gegen Franziska Keller (li.) durch (Quelle: dpa)

Eine Kampfabstimmung um Platz eins der Wahlliste macht den grünen Europaparteitag spannend. Am Ende siegt die Gorleben-Aktivistin Rebecca Harms klar gegen die jüngere Herausforderin Franziska Keller.

Die Grünen ziehen mit der bewährten Atomkraftgegnerin Harms an der Spitze in den Europawahlkampf. Die 57 Jahre alte Vorsitzende der Grünen-Fraktion im Europäischen Parlament setzte sich in einer Kampfabstimmung klar gegen ihre Herausforderin, die Brandenburger Europa-Abgeordnete "Ska" Keller (32), durch. Harms erhielt auf dem Dresdner Nominierungsparteitag 477 der abgegebenen 733 Stimmen. Für die von der Grünen Jugend gestützte Konkurrentin und Parteilinke Keller votierten 248 Delegierte.

Der Parteilinke und Europa-Abgeordnete Sven Giegold (44) wurde von den Delegierten auf Platz zwei gewählt. Der frühere Parteichef und jetzige Vorsitzende der Europäischen Grünen, Reinhard Bütikofer (61), landete auf Listenplatz vier - hinter Keller. Der nach der Schlappe bei der Bundestagswahl eingeleitete Generationswechsel wird damit in kleineren Schritten vorangetrieben. Als aussichtsreich gelten die ersten zehn Plätze auf der Wahlliste.

Harms galt lange als gesetzt

Mit Harms setzte sich in dem mit Spannung erwarteten Duell letztlich die Kandidatin durch, die für den prestigeträchtigen Listenplatz eins lange als gesetzt galt. Keller trat erst nach einem Überraschungssieg bei der EU-weiten Online-Abstimmung über die Spitzenkräfte der europäischen Grünen Ende Januar als jugendliche Herausforderin an.

Sie erhob daraus den Anspruch, auch Frontfrau der deutschen Grünen bei den Europawahlen zu werden. Bei dem E-Voting per Handy und Internet in allen EU-Staaten landete Harms nur auf Platz drei. Allerdings war die Beteiligung hier sehr gering.

Konsens bei der Energiewende angeboten

Vor der Kandidatenwahl verabschiedeten die Grünen ihr Programm für die Europawahl am 25. Mai. Darin setzt die Öko-Partei wieder auf urgrüne Themen wie mehr Klima- und Verbraucherschutz. So wird gefordert, die Verhandlungen der EU und USA über das Freihandelsabkommen vorerst auszusetzen und ganz neu zu starten.

Dies war auch die Position der Parteispitze. Die Forderung aus der Basis nach einem totalen Verhandlungsstopp fand keine Mehrheit. Erneut boten die Grünen der schwarz-roten Bundesregierung einen Konsens bei der Energiewende an.

Erster Stimmungstest

Die Europawahl ist ein erster Stimmungstest für die Grünen nach dem Debakel bei der Bundestagswahl im vergangenen Herbst. Sie wollen grüne Kernthemen wieder in den Vordergrund stellen. Zuvor hatte die fast 750 Kandidaten das Wahlprogramm beschlossen.

Bei der Abstimmung über das Europaparlament Ende Mai hofft die Partei wieder auf ein zweistelliges Ergebnis. Bei der Bundestagswahl Ende September landeten die Grünen bei nur 8,4 Prozent, bei der Europawahl 2009 erreichten sie 12,1 Prozent. Das entsprach 14 Parlamentssitzen. Diesmal rechnen die Grünen mit etwa zehn Sitzen.

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