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Annette Schavan verliert den Doktortitel-Kampf vor Gericht

Niederlage vor Gericht  

Schavan verliert Prozess um ihren Doktortitel

21.03.2014, 09:55 Uhr | dpa

Annette Schavan verliert den Doktortitel-Kampf vor Gericht. Ex-Bildungsministerin Annette Schavan verliert vor Gericht (Quelle: dpa)

Ex-Bildungsministerin Annette Schavan verliert vor Gericht (Quelle: dpa)

Die ehemalige Bundesbildungsministerin Annette Schavan hat im Kampf um ihren Doktortitel auch vor Gericht eine Niederlage erlitten. Das Düsseldorfer Verwaltungsgericht wies die Klage der CDU-Politikerin gegen die Aberkennung des Titels durch die Uni Düsseldorf ab.

Offen blieb zunächst, ob Schavan gegen die Düsseldorfer Entscheidung das Oberverwaltungsgericht Münster als nächste Instanz anrufen wird. Schavan selbst erschien nicht vor Gericht - sie war zu der mündlichen Verhandlung auch nicht persönlich geladen.

Kurz vor der Entscheidung hatte Schavans Anwalt noch Beweisanträge gestellt. Er wollte Schavans Doktorvater als Zeugen laden und durch das Gericht ein externes Gutachten zur wissenschaftlichen Zitierweise in den 1980er Jahren einholen lassen. Doch das Gericht unter Vorsitz von Richterin Simone Feuerstein lehnte die Beweisanträge als unerheblich ab.

Nach Titelentzug zurückgetreten

Die Universität Düsseldorf hatte der 58-Jährigen vorsätzliche Täuschung vorgeworfen. Die Doktorarbeit mit dem Titel "Person und Gewissen - Studien zu Voraussetzungen, Notwendigkeit und Erfordernissen heutiger Gewissensbildung" hatte sie 1980 eingereicht - mit 24 Jahren. Wenige Tage nach dem Titelentzug war Schavan als Bundesministerin zurückgetreten.

Nach CSU-Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg war die CDU-Politikerin Schavan das zweite Kabinettsmitglied, das Kanzlerin Angela Merkel (CDU) durch eine Plagiats-Affäre verlor.

Die Nachricht, dass der Fakultätsrat der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf den Doktorgrad aberkannt hat, erreichte Schavan im Februar 2013 während einer Dienstreise in Südafrika. Nach ihrer Rückkehr und einer Unterredung mit der Kanzlerin, die ihr in den Monaten zuvor mehrfach das "volle Vertrauen" zugesichert hatte, trat Schavan zurück.

Neue Aufgabe gefunden

Inzwischen ist für die Merkel-Vertraute eine neue Aufgabe gefunden: Die engagierte Katholikin soll deutsche Botschafterin im Vatikan werden. Allerdings wird inzwischen öffentlich diskutiert, ob Schavan für dieses Amt ausreichend qualifiziert ist.

Der Personalrat des Auswärtigen Amts kritisiert die Berufung der Ex-Bildungsministerin: Schavan fehlten die Eingangsvoraussetzungen für den höheren Auswärtigen Dienst. Außer dem Doktortitel hatte Schavan keinen akademischen Abschluss erworben - damals war das noch möglich.

"Von Täuschung kann keine Rede sein"

Schavans Doktorarbeit war mit dem Prädikat "sehr gut" bewertet worden. Ihr seien Flüchtigkeitsfehler unterlaufen, aber von einer vorsätzlichen Täuschung könne keine Rede sein, hatte die CDU-Politikerin sich verteidigt, als die Plagiats-Vorwürfe auftauchten. Aus der Union wurde sogar ein Komplott gegen die Bundesministerin unterstellt.

Anonyme Plagiats-Jäger hatten mit der Webseite "Schavanplag" den Anfang vom Ende Schavans als Wissenschaftsministerin eingeläutet. "Als Muster lässt sich erkennen, dass die Verfasserin oft vorgibt, Primärquellen zu rezipieren, während sie tatsächlich mit leichten Abwandlungen aus der Sekundärliteratur abschreibt, ohne diese zu nennen", lautete das Resümee.

Schavan sieht sich als Opfer

Schavan selbst sieht sich offenbar nach wie vor als Opfer: "Ich muss das auf Distanz halten, aber an meiner Betroffenheit im Innersten hat sich nichts geändert", sagte die Politikerin der Zeitung "Sonntag Aktuell". Was geschehen sei, "schadet nicht nur mir, sondern auch der Wissenschaft".

Gelingt nun vor Gericht die offizielle Rehabilitation? Die Entscheidung sei in einem fehlerhaften Verfahren zustande gekommen, und sie sei auch materiell rechtswidrig, hatten Schavans Anwälte argumentiert. Beweisanträge seien übergangen und kein externes Fachgutachten eingeholt worden.

Die Düsseldorfer Universität kann sich allerdings doch auf ein externes Gutachten stützen - dieses überprüft das Verfahren und kommt zu dem Ergebnis, dass die Aberkennung des Doktortitels formal einwandfrei gewesen sei.

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