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Empörung über Rente mit 63: Franz Ruland tritt aus SPD aus

Empörung über Rente ab 63  

Rentenpapst Ruland tritt aus der SPD aus

28.05.2014, 16:00 Uhr | t-online.de

Empörung über Rente mit 63: Franz Ruland tritt aus SPD aus. Verlässt mit einem lauten Knall seine SPD: Rentenexperte Franz Ruland (Quelle: dpa)

Verlässt mit einem lauten Knall seine SPD: Rentenexperte Franz Ruland (Quelle: dpa)

Der Streit um das Rentenpaket der Großen Koalition mit der Rente mit 63 kostet die SPD ein prominentes Parteimitglied: Wie faz.net berichtet, hat Deutschlands Rentenpapst Franz Ruland (72) nach 45 Jahren bei den Sozialdemokraten hingeschmissen. In einem gepfefferten Brief an Parteichef Sigmar Gabriel lässt er an der Reform kein gutes Haar.

Der Bundestag hatte das Gesetz erst vor einer Woche mit den Stimmen von Union und SPD verabschiedet. Ruland, langjähriger Geschäftsführer des Verbands Deutscher Rentenversicherungsträger (VDR), zerpflückt es in dem Brandbrief an Gabriel, der faz.net vorliegt und aus dem das Nachrichtenportal zitiert:

„Ich kann und will einer Partei nicht länger angehören, die gegen den Rat aller Sachverständigen mit Ihrer Rentenpolitik in verantwortungsloser Weise eine Klientelpolitik betreibt“, schreibt Ruland, und listet zwölf Gründe auf, weshalb das Rentenpaket falsch und widersinnig sei.

Wegen Willy-Brandt in SPD eingetreten

Das Gesetz schließe keine Gerechtigkeitslücke sondern schaffe nur neue Ungerechtigkeiten, beklagt Ruland. „Ich war nun seit 45 Jahren in der SPD“, schreibt er. „Wegen Willy Brandt bin ich seinerzeit eingetreten. Ich war dankbar für Persönlichkeiten wie Helmut Schmidt, Gerhard Schröder und Franz Müntefering, die eine sachgerechte langfristige Politik betrieben haben, die Deutschland voran brachte.“ Die aktuelle Rentenpolitik bewirke aber laut Ruland genau das Gegenteil.

Zur abschlagsfreien Rente mit 63 für Versicherte mit 45 Beitragsjahren, die mit dem neuen Gesetz am 1. Juli eingeführt wird, meint der Experte, langjährig Versicherte würden „gleichheitswidrig bevorzugt“, denn sie bekämen nicht nur hohe Renten, sondern eben diese Renten wegen des vorgezogenen Ruhestands auch noch länger als andere – „Vorteil bei einem Durchschnittsverdiener über 30.000 Euro“.

Der kleine Rentner verliert

Dieser Vorteil ginge auch noch zulasten von Versicherten mit niedrigeren Renten, die diese Kosten zu bezahlen hätten, schreibt faz.net. Dies sei insgesamt eine Politik, die „die Erfolge der auf nachhaltige Finanzierung bedachten Rentenpolitik der letzten 20 Jahre zunichte macht“, schreibt Ruland weiter.

Auch die Ausweitung der Mütterrente sei ein Zeichen der Klientelpolitik, auf die sich die SPD eingelassen habe. Es sei ihm unverständlich, warum die SPD eine Politik mittrage, die „im Ergebnis zusätzliche Leistungen für Großmütter vorsieht, obwohl kein Geld dafür da sein soll, um der aktuellen großen Kinderarmut in Deutschland zu begegnen“.

Eine Kopie des Briefs habe Ruhland auch an Arbeitsministerin Nahles geschickt. Abschließend schreibt Ruhland: „Ich bedauere meinen Schritt sehr, aber ich bedauere noch mehr die Umstände, die mich zu diesem Schritt genötigt haben.“

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